Schweiz
Schule - Bildung

Schweizer Schulleiter-Chef will Gymiprüfungen abschaffen

Schweizer Schulleiter-Chef will Gymiprüfungen abschaffen

Thomas Minder hat im «SonntagsBlick» die frühe Selektion im Schweizer Schulsystem grundsätzlich infrage gestellt.
05.04.2026, 08:2405.04.2026, 08:24

Der Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz sagte, Übergänge vor der Sekundarschule sollten prüfungsfrei erfolgen.

Oberster Schulleiter Thomas Minder
Thomas Minder ist der oberste Schulleiter der Schweiz.Bild: Swissdidac Bern

«Die Gymiprüfungen gehören abgeschafft», erklärte er im Interview mit der Zeitung mit Blick auf das Langzeitgymnasium. «Man weiss aus der Wissenschaft, dass jeder Übertritt in der Schule soziale Ungleichheiten verstärkt». Der Verband sei deshalb der Auffassung, dass es vor der Sekundarschule keine Selektion geben solle. Manche Kantone würden die Übergänge bereits prüfungsfrei gestalten.

Minder plädiere für eine spätere Selektion am Ende der Schulzeit sowie für heterogene Klassen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus.

Zugleich kritisierte er die Ausbildung der Lehrpersonen als unzureichend angesichts wachsender Anforderungen. Lehrpersonen müssten neben Fachwissen auch soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen mitbringen. «Es ist eine Mission impossible, dies in den drei Studienjahren zu erreichen», sagte Minder zur Zeitung.

Er forderte mindestens vier Jahre Ausbildung und einen Masterabschluss für alle Lehrpersonen. «Politisch dürfte das sehr schwierig durchzusetzen sein, weil die Kosten steigen würden. Doch es würde sich längerfristig auszahlen», sagte Minder weiter. Der Lehrermangel lasse sich trotz längerer Ausbildung durch eine Einbindung angehender Lehrpersonen bereits vor Abschluss des Studiums in den Schulbetrieb abfedern. (sda)

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149 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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KoTaMo
05.04.2026 10:36registriert Mai 2020
Es gibt Lehrpersonen, die ihre Schüler trotz ausreichenden Noten nicht fürs Gymnasium empfehlen (üs dünkts, sie ghört nid its Gymi). So ergings meiner Tochter. Sie machte die Prüfung und blühte im Gymn. richtig auf und ist eine der besten... Die Prüfung ist unabhängig und darum oft enorm wichtig.
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cereza
05.04.2026 10:54registriert Februar 2023
Komplette Abschaffung der Prüfungen bedeutet, dass SchülerInnen vollständig vom Entscheid der Lehrperson abhängig sind. Das finde ich bedenklich, es müsste zumindest für diejenigen, die keine Empfehlung der Lehrperson erhalten, die Möglichkeit einer Prüfung geben, bei der sie beweisen können, dass sie für das Gymnasium geeignet sind.
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Palpatine
05.04.2026 10:39registriert August 2018
Wir als Gesellschaft züchten uns hier einen Nachwuchs heran, der grösstenteils nicht resilient gegenüber dem Leben sein wird.
Jedes Problem, das in den jungen Jahren auftritt, wird von einem grösseren Teil der Eltern selber entfernt. Mit dem Ergebnis, dass diese Generation als Erwachsene nicht gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen (wir leben in einer Zeit, wo Eltern sogar bei Gesprächen mit dem Professor an der Uni anwesend sind).

Ja, die Zeit der Gymi-Prüfung ist hart. Und ja, 100% gerecht ist es auch nicht.
Aber trotzdem ist es gut so, wie es ist.
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