Schweiz
Schweiz-EU

Schweiz – EU: Staatssekretär Gattiker wird nicht Chefunterhändler

Schweiz – EU: Staatssekretär Gattiker wird nicht Chefunterhändler

06.08.2015, 18:5207.08.2015, 15:05
Will nicht: Mario Gattiker. 
Will nicht: Mario Gattiker. Bild: KEYSTONE

Ende Juni hat der Bundesrat beschlossen, für die verschiedenen EU-Dossiers einen Chefunterhändler einzusetzen. Wer den Posten bekommt, will die Regierung noch im August entscheiden. Schon jetzt bekannt ist, wer nicht Chefunterhändler wird: Staatssekretär Mario Gattiker.

Gattiker wolle die Aufgabe nicht, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Donnerstag vor Journalisten in Bern. Ausserdem gebe es im Staatssekretariat für Migration (SEM) viel zu tun. Gattiker, der für das Dossier Personenfreizügigkeit verantwortlich ist, zählte bisher zu den Favoriten für die neue Funktion.

Beim Chefunterhändler sollen künftig die Fäden aller EU-Dossiers zusammenlaufen. Dazu gehören neben der Personenfreizügigkeit das Abkommen über institutionelle Fragen, der Zugang zum Finanzmarkt, das Stromabkommen, die Forschungszusammenarbeit oder die Kultur.

Die Dossiers würden weiterhin einzeln verhandelt, sagte Sommaruga. Es gebe jedoch Abhängigkeiten, und auch die EU könne beschliessen, verschiedene Themen zu verknüpfen. Für diese Fälle sei die Schweiz dann gut aufgestellt, sagte die Bundespräsidentin.

Sie selber will im Herbst erneut mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zusammenkommen. Bis dahin würden die laufenden Konsultationen weitergeführt. Diese waren im Februar vereinbart worden, nachdem die EU während Monaten betont hatte, es gebe über die Personenfreizügigkeit keine Verhandlungen mit der Schweiz.

Damit wurde die verfahrene Situation zwar deblockiert, aber nicht gelöst. Alle EU-Mitgliedstaaten unterstützten die Konsultationen, sagte Sommaruga. Allerdings sagten auch alle, dass eine Lösung sehr schwierig sei. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Zweiter Weltkrieg – erinnern, aber wie?
1995 gedachte die Schweiz des Kriegsendes von 1945, auch mit einem offiziellen Schuldeingeständnis des Bundesrats für die damalige Flüchtlingspolitik. Dass die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in den folgenden Jahren zu einem Brennpunkt der Schweizer Aussenpolitik würde, ahnte damals niemand.
Geplant war die Geste ja in dieser Form ja nicht. Im Herbst 1994 hatte der Bundesrat eine Parlamentarische Anfrage, wie die Landesregierung den 50. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs zu würdigen gedenke, noch abgewunken. 1989 habe man mit den «Diamantfeiern» anlässlich von 50 Jahren Mobilmachung bereits die Aktivdienstgeneration für ihre Leistungen verdankt.
Zur Story