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Sexismus

Unia: Frauen auf dem Bau fordern bessere Arbeitsbedingungen

Young woman examining map at site model released, Symbolfoto property released, AMWF01239. Frau mit helm auf Baustelle liest Karte.
Frauen sind laut der Unia auf Baustellen oft mit sexueller Gewalt und mangelndem Respekt konfrontiert.Bild: imago

Mehr als 50 Prozent der Frauen auf dem Bau haben sexuelle Belästigung erlebt

22.04.2023, 15:4922.04.2023, 15:51
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Frauen aus verschiedenen Baubranchen haben in Bern mehr Gleichstellung gefordert. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen wie bessere Löhne, saubere Toiletten auf der Baustelle und ein Ende des Sexismus, wie die Gewerkschaft Unia mitteilte.

Denn Frauen seien auf Baustellen häufig mit fehlender Hygiene, sexueller Gewalt sowie mangelndem Respekt konfrontiert, teilte die Gewerkschaft am Samstag im Anschluss an die nationale Versammlung der Bauarbeiterinnen in Bern mit.

Unter anderem Malerinnen, Maurerinnen und Elektrikerinnen besprachen dort das Resultat der Umfrage, welche die Unia durchgeführt hatte, um einen vertieften Einblick in die Anliegen der Frauen in der Baubranche zu erhalten. Wie die Umfrage ergab, ist für 73.1 Prozent der Frauen die fehlende Sauberkeit von Toiletten mit fliessendem Wasser und Abfallkübeln für Tampons und Binden ein grosses Anliegen.

Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmerinnen habe sexuelle Belästigung erlebt, sei dies durch Kunden, Kollegen oder Chefs. Ein Viertel der Teilnehmerinnen habe berichtet, sie hätten bei der Arbeit sexualisierte Gewalt erlitten.

78 Prozent der Teilnehmerinnen arbeiten Vollzeit. 90.7 Prozent davon möchten Arbeit, Familie und Freizeit besser vereinbaren. 92.2 Prozent sprachen sich für gleichen Lohn für gleiche Arbeit aus, wie es weiter hiess. Die Umfrage wurde von der Unia von Dezember bis März bei Frauen in Bauberufen durchgeführt, 300 nahmen teil.

Die Unia fordere die Arbeitgeber auf, die Bedürfnisse und Anliegen der Frauen auf dem Bau zu respektieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, hiess es in der Mitteilung. Die Teilnehmerinnen hätten sich zudem gegen die vom bürgerlich dominierten Parlament beschlossene Rentensenkung in der zweiten Säule und für das Referendum gegen die von den eidgenössischen Räten beschlossene BVG-Reform ausgesprochen. (sda)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Katerchen
22.04.2023 18:33registriert März 2023
Jeder der mal auf einer Baustellentoilette war wir das mit der mangelhaften Hyhiene verstehen können. Unter diesem Umstand leiden auch Männer.
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IZO
22.04.2023 18:54registriert März 2019
Bei übergriffen und da appelier ich an die chefs, muss eine null toleranz im betrieb herrschen. Das muss jeder/jedem klar sein und auch konsequent umgesetzt werden. Keine verharmlosungen, kein victimblaming darf da platz haben.
Hab ja als landschaftsgärtnerin( von der hilfsgärtnerin bis zur vorarbeiterin) im gartenbau gearbeitet und muss halt auch sagen obwohl es traurig ist, vermeidet situationen die euch nicht geheuer sind. Hört auf euer gefühl, wenn euch was suspekt ist, tut es nicht( gillt ja eigentlich immer für alle). Lasst euch nicht klein machen 💪✊️✌️
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Maya Eldorado
22.04.2023 20:52registriert Januar 2014
Meine Tochter ist Malerin. Sie sagt auch, dass die Toiletten eine Katastrophe sind.
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