DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
The Swiss team poses for a team photo prior the UEFA Nations League semifinal soccer match between Portugal and Switzerland at the Dragao stadium in Porto, Portugal, Wednesday, June 5, 2019. (AP Photo/Martin Meissner)

Die Nati in Porto. Bild: AP/AP

Der Schweizer Nati droht die schlechteste Saison seit acht Jahren



Die Schweiz trifft am Sonntag (15.00 Uhr) in Guimarães im Spiel um Platz 3 der Nations League auf England. Es droht die schlechteste Saisonbilanz seit Jahren.

Es war eine schwierige Saison für das Schweizer Nationalteam. Sie begann im August mit dem lauten und mit grossem medialen Echo begleiteten Rücktritt von Valon Behrami, gefolgt von der auch teaminternen Aufarbeitung der Geschehnisse rund um die Doppeladler-Affäre an der WM mit langen Gesprächen in Feusisberg sowie einem öffentlich wirksamen Auftritt des ganzen Teams anlässlich eines Medientermins im September. Danach kam beim 6:0 gegen Island zum Auftakt in die Nations League sowie beim begeisternden 5:2 gegen den WM-Dritten Belgien die Versöhnung mit dem Publikum. Dazwischen gab es aber auch drei Niederlagen in vier Länderspielen, darunter das peinliche 0:1 gegen Katar.

Es folgte der Frühling und zunächst ein standesgemässer Start in die EM-Qualifikation mit dem 2:0 in Georgien, dann aber das turbulente 3:3 gegen Dänemark, das sich nach drei Gegentoren in den letzten zehn Minuten wie eine Niederlage anfühlte. Schliesslich gab es die Niederlage am letzten Mittwoch im Halbfinal der Nations League gegen Europameister Portugal beziehungsweise den dreifachen Torschützen und Superstar Cristiano Ronaldo. Begleitet wurde die ganze Saison von der On-Off-Beziehung zwischen Nationaltrainer Vladimir Petkovic und seinem Captain Stephan Lichtsteiner.

Weniger Punkte ...

Dieses Auf und Ab führte zu einer auch statistisch zwiespältigen Bilanz. Die Schweiz hat von neun Spielen vier gewonnen und vier verloren. Gibt es am Sonntag gegen England eine Niederlage, schliesst die Schweiz erstmals seit 2009/10 eine Saison mit einer negativen Bilanz ab. Siegt sie nicht, hat sie mit nur vier Erfolgen so selten gewonnen wie zuletzt 2010/11, als es sogar nur zwei Siege gab. Und nur bei einem Erfolg kann die Schweiz verhindern, dass der Punkteschnitt zum Saisonende nicht so tief ist, wie letztmals vor acht Jahren.

Man muss diese negativen Szenarien im Hinterkopf haben, weil der Gegner am Sonntag ein Grosser ist. Und sogar jener Grosse, gegen den die Schweiz länger nicht mehr gewonnen hat als gegen die anderen. 38 Jahre wartet sie mittlerweile auf einen Sieg gegen England. Solche Mannschaften also schlägt die Schweiz nur selten. Vor neun Monaten etwa unterlag sie England in einem Testspiel in Leicester 0:1, obwohl sie gut spielte und weitgehend dominierte.

Damals hatte die Schweiz erstmals unter Petkovic mit einer Dreierabwehr gespielt. Es war das Signal, neue Wege zu beschreiten, mit einem neuen System, aber auch mit neuen Spielern. Je nach Lesart wurde in Leicester der sanfte Umbruch oder die Phase der Weiterentwicklung eingeläutet. Für Petkovic geht es dabei weniger um das System als um die Prinzipien der Spielphilosophie. Sein Team soll den Ballbesitz verbinden mit mehr Tempo und mehr Tiefe in den Aktionen.

... aber mehr Tore

Gegen Portugal hat dies am Mittwoch phasenweise gut geklappt. Die Schweizer stiessen oft in die gefährliche gegnerische Zone vor. In anderen Länderspielen der letzten Monate hatte dies dazu geführt, dass die Schweiz zu mehr Chancen gekommen war und mehr Treffer erzielt hatte als früher. 20 Tore in neun Spielen sind es bisher in dieser Saison. Das ist die beste Trefferquote seit 2002/03, als unter Köbi Kuhn in neun Partien 21 Tore gelangen.

Dieser Wert deutet an, dass in dieser Saison auch einiges gut war. Denn wie auch immer die definitive Bilanz am Sonntag nach dem Spiel gegen England ausfällt, Petkovic und sein Team haben eine solide Basis für die nächste Saison geschaffen. (tam/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

1 / 27
Die Rekordspieler der Schweizer Nati
quelle: imago / pressefoto baumann / imago / pressefoto baumann
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Sie können es einfach nicht besser

Nach der Klatsche der Nationalmannschaft gegen Italien dreht die Fussballschweiz am Rad. Dabei ist die Niederlage nichts anderes als ein Realitätscheck und ein Beweis für mangelnde Qualität in der Mannschaft.

Die deutliche 0:3-Niederlage der Schweizer Nationalmannschaft gegen Italien wirft hohe Wellen. Allenthalben wird der Rücktritt von Vladimir Petkovic gefordert, der Einsatz und Siegeswille der Spieler wird in Frage gestellt und die unsäglichen Diskussionen ums Singen der Hymne, das mit der fussballerischen Leistung auf dem Rasen rein gar nichts zu tun hat, flammen wieder auf.

Die Niederlage gegen Italien hat ihren Ursprung nicht in protzigen Autos oder blondierten Haaren, sondern in mangelnder …

Artikel lesen
Link zum Artikel