«Hätte in Quarantäne gehen können»: BAG-Lévy äussert sich zu Patrick Fischer
«Es gab zu Beginn der Pandemie einen harten Wettbewerb um die Verfügbarkeit. Es war nicht klar, welche Firma die besten Impfstoffe hat. Stellen Sie sich vor, wir hätten auf den falschen gesetzt oder zu wenig bestellt!», sagte Lévy der Zeitung. 17 Millionen der gekauften Dosen seien in der Schweiz verimpft, acht Millionen an andere Länder gespendet worden. Der Rest sei teils vernichtet, teils nicht bezogen, aber bezahlt worden.
Der «SonntagsBlick» hielt fest, dass damit mehr als 70 Prozent der bezahlten Impfdosen in der Schweiz nicht genutzt worden seien. «Die Schweiz hat eine auf Sicherheit ausgerichtete Strategie verfolgt. Sowohl in Bezug auf Impfstoffe als auch auf deren Mengen», sagte dazu Lévy. Die Oberaufsicht des Parlaments habe zudem im Prüfbericht festgestellt, dass richtig gehandelt worden sei. In einer Pandemie gelte es, lieber zu viel als zu wenig zu bestellen.
Bis Anfang 2026 seien beim Bund 408 Gesuche um Entschädigung nach Impfschäden eingegangen. Davon seien gemäss Lévy 300 nach einer ersten Prüfung zurückgewiesen, zwei gutgeheissen und zwei abgelehnt worden, weitere seien noch hängig.
«Fischer hätte in Quarantäne gehen können»
Mehrheitlich setze die Schweizer Bevölkerung auf Impfungen. Während der Pandemie hätten sich knapp 70 Prozent impfen lassen, bei Menschen über 65 Jahren seien es sogar über 90 Prozent gewesen. «Ob man sich impfen lassen will oder nicht, ist ein persönlicher Entscheid», sagte Lévy in Bezug auf den entlassenen Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer.
Er war 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Winterspielen nach Peking gereist. «Er hätte ja auch ohne Impfung an den Olympischen Spielen in China teilnehmen können – das wäre mit Quarantäne gegangen. Andere Sportler haben das gemacht», sagte die BAG-Direktorin. (sda)
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