Schweiz
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Bündner Tschütteler in Abchasien: Raetia spielt an der WM der Regionen – diplomatische Reisewarnung inklusive



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Die Kicker der FA Raetia (blaue Trikots) mit ihren Kollegen aus Franken, die im Herbst mit 6:0 geschlagen wurden.
bild: fa reatia

Kurdistan, Sansibar oder Tibet sind keine eigenständigen Staaten – aber auch dort spielen Menschen Fussball. Weil unter dem Dach der FIFA kein Platz für regionale Teams ist, hat sich die CONIFA ihrer angenommen – und diese «CONfederation of Independent Football Association» lädt nun zur Weltmeisterschaft der unabhängigen Fussballverbände.

Wie schon beim ersten Turnier im kurdischen Teil des Iraks sind auch diesmal wieder Schweizer am Start: Raetia vertritt die Eidgenossenschaft beim Stelldichein in Abchasien. Gut, eigentlich vertritt die Fussballauswahl (FA) ja die Menschen in Rätien – aber in diesem Fall sind wir wohl alle ausnahmsweise Bündner.

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Die FA Raetia beim Training.
bild: fa raetia

Raetia (gelb) auf einer historischen Karte aus «Droysens Historischem Handatlas» von 1886.
bild: gemeinfrei

Der Austragungsort der WM: die Republik Abchasien, die völkerrechtlich zu Georgien gehört, aber wegen zweier Kriege nicht gut auf Georgien zu sprechen ist. Dass sie sich auf heikles Terrain begeben, haben die Kicker von der FA Reatia bereits zu spüren bekommen, erzählt uns Präsident Yacine Azzouz: Die Anmeldung der Schweizer hat prompt zu einer diplomatischen Intervention geführt. Der Grund: Die Einreise nach Abchasien über die russische Grenze ist nach georgischem Recht illegal. 

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Abchasien freut sich auf die WM der Regionen. YouTube/bislan bagateliya

«Der georgische Botschafter hat das EDA kontaktiert», erklärt Azzouz. «Das EDA hat wiederum das Bundesamt für Sport informiert. Die haben mir ein Mail geschickt – und die Bündner Regierung CC genommen. Ich habe zurückgefragt: ‹Wie soll ich damit umgehen?› Und diese haben sinngemäss geantwortet: ‹Wir leiten ihnen das von den Georgiern weiter.›» Helvetia – korrekt wie immer: «Ich denke, in anderen Ländern landet sowas wohl im Papierkorb. Aber in der Schweiz wird sowas pflichtbewusst weitergereicht.» 

Doch damit nicht genug: «Dann hat mich noch das Bündner Sportamt auf dem Natel angerufen. Ich weiss nicht, woher die meine Nummer haben.» Die Behörde informierte Azzouz über den rechtlichen Rahmen: Diplomaten können nicht helfen, wenn in Abchasien etwas passieren sollte. Wirklich freundlich, diese diplomatische Warnung!

Und wie kommen seine Kicker nun zum Turnier? «Über Georgien einreisen geht nicht», verdeutlicht der FA-Raetia-Präsident. «Ich denke aber, dass wir einen Weg finden werden, der ganz legal ist.» Den ersten Match bestreiten die Bündner am 30. Mai. Der Gegner: die Roma. Zwei Tage später steigt das Duell gegen Nordzypern. 

Das war der ursprüngliche Spielplan. Weil Team Roma in Sachen Einreise/Pässe Probleme bekommen hat, spielt die FA Raetia neu am 30. Mai gegen Europameister Padanien (Region in Italien) und am 31. gegen Nordzypern. Den Spielplan findest du hier.

epa04364773 General view of Sukhum, the capital of the breakaway republic of Abkhazia, Georgia, 23 August 2014. Four candidates, Raul Khadjimba, Aslan Bjania, Leonid Dzapshba and Mirab Kishmariya are running for the presidential office. The early presidential elections were scheduled on 24 August 2014 after Abkhaz President Alexander Ankvab had announced his resignation on 01 June following the opposition demand.  EPA/YEVGENY REUTOV

Blick auf die Stadt Sochumi.
Bild: YEVGENY REUTOV/EPA/KEYSTONE

Die Situation in der Region sei anders als in der Ukraine, führt Azzouz aus: «Die Abchasen sind weder Russen noch Georgier, sondern ein eigenständiges Volk.»

Mandatory Credit: Photo by Amos Chapple/REX (4131200c)
Russian holidaymakers on the beach in Abkhazia
Aerial views of Europe taken using a drone - Sep 2014
*Full story: http://www.rexfeatures.com/nanolink/pgwd 
These breathtaking images give a whole new perspective on Europe. The beautiful shots were taken by photographer Amos Chapple using a camera mounted to a quadcopter drone.This enabled him to capture these unusual aerials showing some of Europe's sights like they've never been seen before. Travelling across the continent he took photos everywhere from France and Germany to Spain and Russia.
 (FOTO:DUKAS/REX)

Russische Urlauber am Schwarzen Meer in Abchasien.
Bild: REX

Für die autonome Republik ist das Turnier eine seltene Gelegenheit, sich zu zeigen. «Der Ministerpräsident ist Schirmherr der ganzen Veranstaltung», berichtet der FA-Raetia-Präsident. «Die Erfahrungen in Kurdistan haben gezeigt, dass sich die Ausrichter viel Mühe geben, gute Gastgeber zu sein.» Das zeigt sich nicht zuletzt in der Freizeitgestaltung: «An den spielfreien Tagen werden Besichtigungstouren angeboten. Etwa zu Stalins Datscha.»

Die Schweizer gehen aber nicht unbedarft auf die ungewöhnliche Reise. «Wir haben einen Fachmann, der prüft, gegen wen wir spielen: Ein Ethiker schaut sich die historischen Hintergründe an und prüft alles», versichert Azzouz. Hat sein FA Raetia schon mal aus ethischen Gründen ein Spiel abgesagt?
«Nein. Man muss dabei auch bedenken, dass, wenn man sowas absagt, man sich auch auf eine Seite schlägt.»

Es ist also schon irgendwo vermintes Terrain, auf dem die Kicker spielen. Bleibt zu hoffen, dass allein das Sportliche beim Turnier für Schlagzeilen sorgt – und die Politik ins Abseits stellt.

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