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SVP-Politiker beleidigt Tamy Glauser als «Ding» – Grüne stellen ihm Ultimatum

Noch vor nicht allzu langer Zeit hat der SVP-Politiker eigenen Parteigenossen Homophobie vorgeworfen. Nun steht er selbst am Pranger.



Bild

Will für die Grünen in den Nationalrat: Tamy Glauser (links).

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Zürcher SVP-Politiker Michael Frauchiger für Schlagzeilen sorgt. Grund dafür ist nicht etwa seine recht deutlich verpasste Wahl in den Kantonsrat sondern erneut der Kurznachrichtendienst Twitter. Dort verschaffte er sich seinem Ärger über Tamy Glauser Luft. Die LGBT-Aktivistin, bekannter noch als Model, will für die Grünen in den Nationalrat.

Offiziell nominiert

Tamy Glauser figuriert auf der Liste der Grünen des Kantons Zürich für die kommende Parlamentswahl. Sie erhält Listenplatz Nummer 10, wie am Dienstagabend bekannt wurde. (cma)

Frauchiger hat dazu eine klare Meinung: «Lieber lasse ich mich in einer Therapie bei Christfanatikern konvertieren als von solch einer in #LGBT vertreten», holt er zum Rundumschlag aus. Um nachzusetzen: «Ich hoffe dieses Ding wird nicht gewählt.»

Die Basler Nationalrätin Sibel Arslan aus der Grünen-Fraktion machte davon prompt ein Screenshot und stellt dem SVP-Politiker öffentlich ein Ultimatum. Er müsse sich binnen 24 Stunden entschuldigen, verlangt sie. «Sonst sind juristische Schritte durchaus denkbar», präzisiert sie gegenüber der Redaktion CH Media.

Arslan geht aber davon aus, dass Frauchiger ihrer Forderung Folge leisten werde. Erst im April hatte Frauchiger Toni Bortoluzzi, Vizepräsident seiner Kantonalpartei, angegriffen. Damals warf er dem ehemaligen Nationalrat Homophobie vor.

Update: Michael Frauchiger hat sich mittlerweile auf Twitter dafür entschuldigt, dass er Glauser als «Ding» bezeichnet hat. (bro)

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140 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Bud Spencer
21.05.2019 17:37registriert December 2018
Ähm ist Frauchiger nicht selbst schwul? Es ist trotzdem äussert unanständig, aber scheint eher auf die Persönlichkeit, denn die Sexualität gerichtet (nur weil Watson es als homophob betitelt). Ist für die Artikelperspektive noch wichtig, vor allem da dies wahrscheinlich nicht alle Lesende wissen. Es scheint im ja nicht um die LGBT Vertretung zu gehen, sondern um die Art und Weise, womit er, so finde ich schon nicht mit Glauser zustimmen muss.
Dass er sich dann mit dem "Ding" ausdrückt ist natürlich daneben.
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Snowy
21.05.2019 17:41registriert April 2016
Frauchinger hat sich strafrechtlich nichts zu Schulden kommen lassen - er hat hingegen eindrücklich bewiesen, dass Schwule in der „Mitte“ der Gesellschaft angekommen sind und entsprechend auch mit aller Arten Menschen vertreten sind (ergo auch mit Schwachköpfen wie er einer ist).
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Nelson Muntz
21.05.2019 17:35registriert July 2017
Und täglich eine Portion Empörung.
Der SVPler scheint ja selber Mitglied der LGBT-Gemeinde zu sein.
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