DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Die SVP wirbt für mehr Asylanten. Das kann nicht wahr sein! Oder stimmt es doch ein bisschen? 
bild: Facebook

Diese Wahlplakate sind gefälscht – aber doch irgendwie wahr

Wahlkampf-Neckereien auf neuem Level: Auf sozialen Medien kursieren Bilder von täuschend echt gefälschten Plakaten. Die Inhalte sind zwar falsch, im Kern haben sie meistens etwas Wahres. 



Das beliebteste Opfer ist die SVP. Auf Facebook werden in diesen Tagen Bilder von Wahlplakaten geteilt, die unmöglich aus der Profi-PR-Feder der Rechtsaussenpartei stammen können: «Für mehr Asylanten! – Wir unterstützen Waffenexporte in Krisenländer!», lauten darauf etwa die Slogans. 

Obwohl den zweiten Satz wahrscheinlich die meisten SVP-Politiker unterschreiben würden, damit werben würden sie wahrscheinlich trotzdem nicht. Wer die Plakate gefälscht hat, ist unbekannt. Verschiedene Medien vermuten, dass sie aus dem Dunstkreis der Berner Reitschule stammen. Die auf den Plakaten angegebenen Spenden-Postkonti lauten wahlweise tatsächlich aufs SVP-Generalsekretariat, Greenpeace Schweiz oder Amnesty International.

Von Amnesty International stammen die Plakate aber nicht. Sprecherin Alexandra Karle sagt: «Das Plakat stammt nicht von Amnesty International und wir wurden auch nicht angefragt, ob unser Postcheckkonto angegeben werden soll. Wir sind politisch neutral.»

Bild

SVP für Waffenexporte und Asylanten. Postkonto-Nummer von Amnesty International.
Bild: facebook

Bild

SVP für die Ausrottung der Bienen. Postkonto-Nummer von Greenpeace.
Bild: facebook

Bild

«Reich bleiben – sparen bei den Armen», steht auf diesem Plakat. Postkonto-Nummer der SVP.
Bild: facebook

Fälschungsopfer Darbellay

Aber auch andere Parteien sind nicht vor Wahlkampf-Neckereien gefeit, allen voran CVP-Chef Christophe Darbellay. Im Wallis wurde dieses gefälschte Wahlplakat von ihm verbreitet. 

Bild

«Der freie Personenverkehr hat unserem Land viel gebracht. Vor allem mir», steht da. «Keine Schweiz, ohne mich.»
Bild: facebook

«Der freie Personenverkehr hat unserem Land viel gebracht. Vor allem mir», steht darauf unterhalb Darbellays Konterfei. Er fand das gar nicht lustig. Auf seinem Facebook-Profil holte der CVP-Präsident zum Gegenschlag aus: «Diese im Wallis angebrachten Plakate sind gefälscht! Sie stammen von der SVP. Falls jemand solche Plakate sehen sollte, reisst sie herunter! Zum Dank könnt ihr pro heruntergerissene Fälschung je ein offizielles SVP-Plakat entfernen.»

Er ist sich bezüglich des Absenders sicher. Gegenüber lenouvelliste.ch sagte er: «Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um die SVP handelt, liegt bei 1:1'000'000. Das ist typisch SVP.» 

Diese streitet das aber ab. Der Co-Präsident der Welschwalliser SVP, Jérôme Desmeules, versicherte: «Ich habe rundum bei unseren Leuten nachgehakt – keiner von uns hat diese Plakate angepinnt.»

FDP und SVP gegen die Energiewende

Einen weiteren Scherz auf Kosten der SVP und der FDP erlaubte sich SP-Nationalrat und Swissolar-Präsident Roger Nordmann. Auf Twitter teilte er zwei täuschend echte Plakate. Die Slogans: «Nuklear bleiben! – SVP wählen» und «Beznau und Erdöl für immer – aus Liebe zur Schweiz».

Bild

Auf Kosten der FDP: «Beznau und Erdöl für immer – aus Liebe zur Schweiz.»
Bild: twitter

Bild

Auf Kosten der SVP: «Nuklear bleiben! – SVP wählen».
Bild: twitter

Best-of gefälschte Wahlplakate

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Franz Steinegger: «Gegner der Zuwanderung sollte man im Spital in einen Kanal mit Betreuung nur durch Schweizer leiten und die Befürworter in den normalen Kanal»

Franz Steinegger hat die Schweizer Politik während Jahren geprägt. Ein Gespräch zum 1. August über den Aufschwung der FDP, das Verhältnis zur EU, die zweite Gotthard-Röhre und die Debatte über nationale Mythen.

Sie waren Präsident der FDP, als es mit der Partei nur bergab ging. Nun könnte sie zur grossen Siegerin der nationalen Wahlen werden ... Franz Steinegger: Es stimmt, dass der Wähleranteil rückläufig war. Aber als ich 2001 als Präsident aufgehört habe, stellte die FDP die stärkste Fraktion im Bundeshaus. Erst 2003 war das nicht mehr der Fall. Man vergisst immer den Ständerat. Im Nationalrat haben wir regelmässig einen oder zwei Sitze verloren, dafür aber in der kleinen Kammer …

Artikel lesen
Link zum Artikel