Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Christoph Moergeli, Nationalrat der SVP, an der Podiumsdiskussion zum Thema Landesrecht vor Voelkerrecht an der Universitaet Zuerich am Mittwoch, 15. April 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Christoph Mörgeli kann einen Teilerfolg verzeichnen. Bild: KEYSTONE

Die Entlassung von Christoph Mörgeli war nicht rechtmässig

Die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen hatte im Dezember ein Urteil gefällt im Fall Mörgeli. Danach blieb der Bericht unter Verschluss. Jetzt liegt er laut einem Medienbericht vor.



Am 18. Dezember hat die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen ihr Urteil gefällt, nachdem der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli gegen seine Kündigung als Kurator des Medizinhistorischen Museums im Jahr 2012 rekurriert hatte. Beide Seiten halten den Bericht seit Monaten unter Verschluss; jetzt liegt er der «SonntagsZeitung» vor. Der Bericht kritisiert beide Seiten. Besser steht Christoph Mörgeli da. «Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen», heisst es im Schreiben. Man habe festgestellt, «dass die Auflösung des Anstellungsverhältnisses des Rekurrenten unrechtmässig war».

Die Kommission rügt , dass der damalige Rektor Andreas Fischer die Kündigung allein ausgesprochen hatte, obwohl dies Sache der Universitätsleitung  wäre. Der Bericht hält fest, dass die Verfügung durch Fischer «formell mangelhaft» gewesen sei. «Die formellen Mängel des Kündigungsverfahrens wiegen vorwiegend schwer: Einerseits wurde die Kündigung durch den unzuständigen Rektor ausgesprochen und anderseits wurde der Anspruch des Rekurrenten auf vorgängige Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt». Erschwerend käme hinzu, dass die Entlassung schon feststand, bevor Mörgeli das rechtliche Gehör gewährt wurde

Die Universitaet Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 4. Dezember 2013, in Zuerich. Die Universitaet Zuerich bestaetigte heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Kuendigung von Titularprofessorin Iris Ritzmann. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Im Bericht wird die Universität Zürich mehrfach gerügt. Bild: KEYSTONE

Keine Rede von Wiedereinstellung im Bericht

«Unverständlich» findet die Rekursinstanz auch, weshalb die Uni nach dem ersten Artikel im «Tages-Anzeiger» über Mörgelis fachliche Leistung im September 2012 «nicht umgehend Hilfe anbot und der öffentlichen Ausbreitung von internen Angelegenheiten nicht entgegentrat». Das sei eine «Fürsorgepflichtverletzung» des Arbeitgebers.

Trotzdem kann sich auch Mörgeli nicht richtig freuen. Von seiner Wiedereinstellung durch die Hochschule, wie er das verlangte, ist im Bericht keine Rede. Stattdessen wird die Universität lediglich verpflichtet, ihrem prominenten Ex-Mitarbeiter drei Monatslöhne auszuzahlen. Die Kommission wirft Mörgeli «schwere Loyalitätspflichtverletzung» vor, weil er seinen Vorgesetzten Flurin Condrau und andere Mitarbeiter in der Öffentlichkeit kritisierte. Mörgeli habe sich zwar gegen die «Pressekampagne» wehren dürfen, nicht aber öffentlich Mobbing-Vorwürfe und die Forderung nach strafrechtlichen und disziplinarischen Massnahmen erheben dürfen. Durch dieses Verhalten habe er seine Entlassung «materiell gerechtfertigt».

Mörgeli hat trotz des Teilerfolgs das Urteil an das kantonale Verwaltungsgericht weitergezogen. (feb)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Squirri 03.05.2015 10:25
    Highlight Highlight Passend zum Sonntagmorgen ist er wieder da.
    Benutzer Bild
  • stadtzuercher 03.05.2015 08:50
    Highlight Highlight Dieser Staatsangestellter klammert sich verständlicherweise an seine Beamtenpfründe. Soviel ich korrekt informiert bin, lebt dieser Mörgeli seit Geburt vom Staat, d.h. von unseren Steuergeldern.
  • quark 03.05.2015 04:37
    Highlight Highlight Wieviele Millionen haben Mörgelis Gerichtskosten uns Steuerzahler schon gekostet? Als Doppelverdiener auf Kosten des Staates hat er bereits tüchtig zugelangt. Zahlt er diese absolut unnötigen Aufwände dem Volk zurück oder ist in seinen Augen diese Verschleuderung von Steuergelder ganz normal? Normal,für ihn, natürlich nicht normal für andere SchweizerInnen.

Wie zwei Zürcher SVP-Jungunternehmer mit Masken Millionen machten

Schutzmasken-Händler sollte man sein, dachten wohl nicht wenige Menschen während der Pandemie. Zwei Jungunternehmer aus Zürich hatten da den Gedanken schon in die Tat umgesetzt.

Und das kam so: Im Jahr 2016 gründeten der Wirtschaftsgymnasiast und der KV-Lehrling eine Firma namens Emix und importieren Softdrinks und Kosmetika. Der Sinn dahinter: etablierte Lieferketten umgehen.

Zu Beginn der Coronakrise anfangs Jahr wittern sie ihre Chance und satteln auf den Handel mit Schutzmasken um – als …

Artikel lesen
Link zum Artikel