Eine verbale Entgleisung im Nationalrat. Als es am Donnerstag um die Gelder für die internationale Zusammenarbeit in den nächsten vier Jahren geht, tritt SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel ans Rednerpult. Am Mikrofon greift er SP-Nationalrätin Tamara Funiciello frontal an.
Büchel sagt: «In der gestrigen Budgetdiskussion zur Entwicklungshilfe bekamen wir Anleitungen zur Diskussionskultur hier im Rat. Ich zitiere aus einem Votum: ‹Gefühle haben in der Budgetdiskussion nichts zu suchen.›» Büchel fuhr fort:
Weiter betont der SVP-Politiker: «Wer die Budgetdiskussion verfolgte, der nahm nebenbei nüchtern zur Kenntnis, dass hier im Saal und draussen in den Medien wohl niemand derart emotional politisierte wie Tamara Funiciello.»
Gegenüber watson sagt Tamara Funiciello: «Es trifft mich nicht besonders fest, was Roland Rino Büchel von mir denkt.» Aber:
Büchel müsse mit ihr nicht einverstanden sein, so Funiciello.
In der 14-stündigen Budgetdebatte sei die Aussage gefallen, dass man nicht wisse, wohin die Gelder der internationalen Zusammenarbeit fliessen würden. «Das stimmt einfach nicht. Es gibt einen Bericht der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, in welchem alles ersichtlich ist», so Funiciello.
«Es ist ja ein persönliches Gefühl, wenn man einfach sagt: ‹Ich weiss nicht, wohin das Geld fliesst.› In diesem Zusammenhang habe ich gesagt, dass individuelle Gefühle in der Politik nichts zu suchen haben.»
«Was für ein Unsinn», sagt Büchel, als er mit den Aussagen von Funiciello konfrontiert wird. Die SP-Nationalrätin habe viele Qualitäten, aber Präzision gehöre nicht wirklich dazu. Sie selbst habe am Tag zuvor im Nationalrat gesagt, Gefühle hätten in der Budgetdebatte nichts zu suchen. Büchel führt aus:
Er hätte sich gewünscht, von Funiciello, wenn schon, persönlich angesprochen zu werden.
Den Vergleich Funiciellos mit einer Gouvernante sehe er nicht als sexistisch. Eine Gouvernante mache die Regeln. «Bei Cédric Wermuth oder Fabian Molina hätte ich es ähnlich gesagt, nur schärfer», so Büchel.
(rst, hah)
In welcher Passage finde ich die sexistischen Aussagen von Herrn Büchel? Ich sehe oder verstehe es nicht..
Sogar ich als überzeugte Feministin und mehrfache Initiantin zahlreicher erfolgreicher und leider auch erfolglosen Frauen Projekte habe Mühe dies hier zu finden.
Ich verstehe nicht was daran sexistisch ist.
Ist es wegen dem Fräulein. Oder dem vergleich mit der Heidigeschichte?