wechselnd bewölkt
DE | FR
11
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Tessin

Politischer Infight: Im Tessin knallt's zwischen FDP und Lega wegen Norman Gobbi

Politischer Infight: Im Tessin knallt's zwischen FDP und Lega wegen Norman Gobbi

15.12.2015, 18:2516.12.2015, 08:10

Knapp zehn Tage vor Weihnachten brennt der Baum im politischen Tessin schon lichterloh. Ein Artikel des Parteiblatts der Tessiner FDP erzürnte die Lega. Ihr Koordinator Attilio Bignasca kündigte an, vorübergehend alle politischen Ämter niederzulegen, bis sich die Freisinnigen entschuldigen.

Stein des Anstosses war ein Kommentar zu den Bundesratswahlen, der am vergangenen Samstag im Tessiner FDP-Organ «Opinione Liberale» erschien. Dort hiess es unter anderem, dass Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri im Bundeshaus wie ein «räudiger Hund» gemieden werde. In der Autorenzeile des Artikels erschien der «Arcangelo Gabriele», zu deutsch Erzengel Gabriel.

Lega-Koordinator Attilio Bignasca forderte daraufhin die Tessiner FDP dazu auf, sich öffentlich zu entschuldigen.

Lega will Entschuldigung, FDP keilt weiter

Solange keine Entschuldigung eingetroffen sei, werde er vorübergehend alle Ämter ruhen lassen, sagte der Bruder des verstorbenen Lega-Gründers Giuliano Bignasca am Dienstag auf Anfrage – er bestätigte zugleich entsprechende Meldungen von Tessiner Medien, wonach er bei der wichtigen Budgetdebatte in Luganos Stadtparlament nicht anwesend sein wolle.

Denkt nicht daran, zurückzukrebsen: Rocco Cattaneo, Präsident der Tessiner FDP.
Denkt nicht daran, zurückzukrebsen: Rocco Cattaneo, Präsident der Tessiner FDP.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die Antwort der Freisinnigen folgte auf dem Fuss: Von einer Entschuldigung könne gar nicht erst die Rede sein, schrieb der Präsident der Tessiner FDP, Rocco Cattaneo, am Dienstag in einem öffentlichen Brief. Es habe sich um keine Beleidigung, sondern um eine «einfache Metapher» gehandelt.

«Entschuldigung wenig angebracht»

Er halte ausserdem eine Entschuldigung für wenig angebracht, weil das Lega-Organ «Il Mattino della Domenica», dessen aktueller Chefredaktor Lorenzo Quadri ist, «seit 25 Jahren übertreibt, beleidigt, verleumdet und Menschen ins Lächerliche zieht.»

Dieser Entschluss des Tessiner FDP-Präsidenten sei sehr «bedenklich», teilte Lorenzo Quadri am Dienstag auf Anfrage mit. Andere FDP-Vertreter hätten sich bereits von der «unehrenhaften» Aussage distanziert, die «Lichtjahre entfernt» sei von den «scherzhaften Kosenamen», derer sich der Mattino gelegentlich bediene, so Quadri.

Bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober erzielte Lorenzo Quadri das beste Ergebnis aller Tessiner Nationalratskandidaten und wurde für vier weitere Jahre im Amt bestätigt. (tat/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
gupa
15.12.2015 19:11registriert Dezember 2014
Und was hat jetzt das ganze mit Norman Gobbi zu tun?
490
Melden
Zum Kommentar
avatar
Knuddel
15.12.2015 19:02registriert September 2015
Das ist doch schön, wenn der Bignasca seine Aemter niederlegt...
Kann von mir aus so bleiben.
479
Melden
Zum Kommentar
avatar
Triesen
15.12.2015 20:21registriert Oktober 2015
Die von der Lega sind ja echte Sensibelchen. Schade das sie beim austeilen nicht auch ein wenig sensibler vorgehen. Was ich mich aber noch frage: Warum wird Gobbi im Titel erwähnt?
403
Melden
Zum Kommentar
11
Keller-Sutter lässt Datenlieferung im Indiskretions-Fall Lauener abklären

Bundesrätin Karin Keller-Sutter lässt die Rechtmässigkeit von Datenlieferungen des Bundes an Sonderermittler Peter Marti im Zuge von dessen Ermittlungen wegen Indiskretionen abklären. Nötigenfalls muss das betroffene Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) seine Prozesse überprüfen.

Zur Story