Schweiz
Tier

Roi du Doubs: Letztes bekanntes Weibchen hat neuen Nachwuchs

Kurz nach Mitternacht gefangen: Der erste Roi du Doubs, der seit 2021 in der Schweiz wissenschaftlich bestimmt werden konnte.
Der Nachwuchs stellt die letzte Chance dar, die genetische Besonderheit des Roi du Doubs zu erhalten.Bild: Jonas Steiner / Sfv

Letztes bekanntes Roi-du-Doubs-Weibchen hat neuen Nachwuchs

05.05.2026, 09:0805.05.2026, 11:08

Das letzte in der Schweiz bekannte Weibchen der Fischart «Roi du Doubs» hat sich erneut fortgepflanzt. Wegen des hohen Alters des Tiers könnte es die letzte Nachzucht gewesen sein.

Die Rettung der vom Aussterben bedrohten Art hängt nun von den Jungfischen ab, wie der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) und die Naturschutzorganisationen Pro Natura und WWF am Dienstag mitteilten.

Das auf den Namen «Océane» getaufte Fischweibchen das letzte bekannte Exemplar dieser Art, das in der Schweiz gefunden wurde. Es wurde 2023 im Jurafluss Doubs entdeckt und wird seit 2025 im Aquarium der Zitadelle von Besançon in Frankreich gehalten. Seit drei Jahren wird dieses Weibchen jeden Frühling mit Männchen aus einem anderen Fluss des Rhône-Einzugsgebiets zusammengebracht. Im Frühjahr 2026 hat sich das Tier zum dritten Mal in Folge fortgepflanzt.

Die Jungfische aus den ersten beiden Nachzuchten befinden sich im Aquarium Aquatis in Lausanne und im Zoo Basel. Die in diesem Frühjahr geschlüpften Larven werden in Besançon F aufgezogen. Dieser Nachwuchs stellt laut dem Verband die letzte Chance dar, die genetische Besonderheit des Roi du Doubs zu erhalten.

Nationaler Aktionsplan bisher erfolglos

Das Zeitfenster, um das Aussterben dieser Art zu verhindern, sei mittlerweile winzig, betonten die Verbände. Wenn Bund, Kantone und Gemeinden nicht sehr schnell handelten, werde die Schweiz das Verschwinden des «Roi du Doubs» miterleben.

Der auch als Rhône-Streber (Zingel asper) bekannte Fisch ist in der Schweiz streng geschützt und kommt nur noch im Doubs vor. Für seinen Schutz existiert ein nationaler Aktionsplan, der vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) in Zusammenarbeit mit den Kantonen Jura und Neuenburg geleitet wird.

Die darin seit 2015 vorgeschlagenen Massnahmen blieben bislang jedoch erfolglos, hiess es von den Verbänden. Wichtige Massnahmen seien noch nicht umgesetzt. So müssten die freie Wanderung der Fische ermöglicht, der Sedimenttransport wiederhergestellt und die Wasserqualität verbessert werden. (sda)

Mehr News aus der Welt der Tiere:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tiere, die so unfotogen wie du sind
1 / 31
Tiere, die so unfotogen wie du sind
Bild: via tumblr
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Erster Auftritt der Bärenbabys im Tierpark Goldau
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Schwyzer Behörden stellen Kryptowährungen in Millionenhöhe sicher
Nach einer Strafanzeige aus dem Kanton Schwyz haben die Schwyzer Behörden Kryptowährungen im Wert von rund 10,5 Millionen US-Dollar sichergestellt. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer mutmasslich betrügerischen Investitionsmasche.
Zur Story