Bafu: Über 20 Prozent pro Abfallsack könnte recycelt werden
Jeder Mensch in der Schweiz bringt pro Jahr 50 gefüllte Einkaufskörbe voller Recycling-Stoffe zurück in den Kreislauf. Trotz hoher Recyclingquote gibt es laut dem Bundesamt für Umwelt aber noch Verbesserungspotenzial.
Organisationen machen am internationalen Recyclingtag am Mittwoch auf das noch unausgeschöpfte Potenzial aufmerksam. Die Kampagne «Trenn dich!» will Bevölkerung und Unternehmen am diesjährigen Recycling-Tag dazu animieren, ungenutzte oder defekte Elektrogeräte korrekt zu entsorgen.
Rund 230 Schweizer Gemeinden, Schulen, Sammelstellen und Unternehmen hätten sich am diesjährigen Recycling-Tag beteiligt, teilte die Dachorganisation der Schweizer Recyclingsysteme «Swiss Recycle» am Mittwoch mit. Diese leisteten damit «einen aktiven Beitrag zu mehr Ressourcenschutz».
Über die Hälfte der Siedlungsabfälle würde heute separat gesammelt. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) lag die Recyclingquote der Schweiz 2024 bei 52 Prozent. Diese hatte sich seit der Jahrtausendwende um sieben Prozent nur leicht erhöht und schien in den letzten Jahren zu stagnieren. Die Quote zeige, wie gross bei Siedlungsabfällen der Anteil sei, der ressourcenschonend entsorgt werde.
Ein hoher Anteil sei wünschenswert – auch wenn in der Schweiz die Abfallverbrennung keine grosse Umweltbelastung mehr darstelle, ist auf der Seite des Bafus zur Recyclingquote zu lesen. «Die Schweizer Recyclingquote ist bereits auf einem hohen Niveau, was weitere Steigerungen zunehmend anspruchsvoll macht», schrieb eine Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Potenzial bei zwanzig Prozent pro Sack
Es gebe aber immer noch Potenzial beim Recyclen – genau genommen über zwanzig Prozent pro Abfallsack. Das habe die «Kehrichtsackanalyse 2022» gezeigt: Mehr als ein Fünftel des Abfalls enthielt Stoffe, die hätten recycelt werden können, wie die Sprecherin weiter mitteilte.
Künftig sollen Sammelstellen für Getränkekartons und Kunststoffverpackungen aufgebaut werden- die neuen Separatsammlungen könnten künftig dazu beitragen, weitere Kreisläufe zu schliessen.
Viele der Materialien, die 1970 auf der Mülldeponie landeten oder verbrannt wurden, werden heute separat gesammelt und recycelt. Gleichzeitig aber hat sich die Menge an Abfall, die Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf verursachen, seit 1970 verdreifacht.
Das hat – trotz hoher Recyclingquote – erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. (sda/nil)
