Schweiz
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Supreme Foodservice bekennt sich schuldig

Schweizer Lebensmittellieferant zockte US-Militär ab – alkoholfreies Bier war 125 Prozent teurer



Der in der Schweiz ansässige Lebensmitteldienstleister Supreme Foodservice hat eine Einigung erzielt in einem Rechtsstreit um Lebensmittellieferungen an das US-Militär. Wegen überteuerter Lieferungen an Truppen in Afghanistan zahlt die Firma 434 Millionen Dollar.

Mit der Einigung legt Supreme Foodservice, zusammen mit einer Schwesterfirma in Dubai, eine Reihe von Fällen bei, wie das US-Justizdepartement am Montag mitteilte.

Supreme Foodservice bekannte sich schuldig; auf seiner Website äussert das Unternehmen Bedauern über sein Handeln in der Vergangenheit. Es seien seither neue Kontrollen eingeführt und neues Führungspersonal angestellt worden, teilte es mit.

A U.S. Army paratrooper from the 2nd Brigade Combat Team of the 82nd Airborne Division, based in nearby 
Fort Bragg, waves good-bye as the troops board a plane 
to deploy to Kuwait, from Fayetteville, North Carolina in this February 13, 2003 file photograph. It's not uncommon in Fayetteville to hear of soldiers who have served multiple year-long tours of duty, returning again and again to guerilla-style wars with no clearly defined front lines. Some 5,000 troops from Fort Bragg are still fighting and dying in Afghanistan, even though that war long ago slipped off the front pages of U.S. newspapers. With one war over and another winding down, more soldiers are back in Fayetteville now than during the height of the deployments between 2008 and 2011. Still, President Obama has already sent 1,600 Special Operations commandos back to Iraq. Americans are flying helicopter missions (

Die Firma Supreme Foodservice machte unzulässig Geld, indem sie der US-Armee Lebensmittel zu überhöhten Preisen verkaufte.  Bild: ELLEN OZIER/REUTERS

Hintergrund des Rechtsstreits sind Verträge über Lieferungen von Lebensmittel und Wasser an die US-Truppen im Wert von 8,8 Milliarden Dollar ab 2005. Nach Darstellung der Anklage erwirtschaftete Supreme Foodservice damit 48 Millionen Dollar an illegalen Gewinnen. Bei der US-Regierung resultierte folglich ein Schaden in dieser Höhe.

Whistleblower brachte Fall ins Rollen

Supreme Foodservice betrog das US-Militär laut Gerichtsdokumenten, indem – über eine von ihr kontrollierte Firma in Dubai – überzogene Preise für lokale Lebensmittel und unter anderem Mineralwasser berechnet wurden. Alkoholfreies Bier verkaufte die Firma beispielsweise mit einem Aufschlag von 125 Prozent.

Der Vergleich beinhaltet eine Zahlung von 288 Millionen Dollar, die wiederum eine Busse, einen Gewinneneinzug und Rückzahlungen enthält. Mit 146 Millionen Dollar legt der Konzern zudem Zivilklagen in den USA bei. Ein ehemaliger Direktor des Unternehmens hatte die Klage als Whistleblower ins Rollen gebracht; er kriegt nun 16,6 Millionen Dollar aus der Einigung.

Die Supreme Foodservice GmbH hat ihren Sitz in Glarus und wird von einer Holdinggesellschaft in den Niederlanden kontrolliert. Diese gehört gemäss der Nachrichtenagentur AFP mehrheitlich dem US-Milliardär Stephen Orenstein. Der Geschäftssitz befindet sich laut der Website der Firma in Dubai. (feb/sda/reu/afp)

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