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Schweiz
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Pendlerströme: Das sind die grössten Schlafdörfer der Schweiz

Samnaun
Wer in Samnaun wohnt, der pendelt nicht. Warum, ist eigentlich auch klar: Das Dorf liegt sehr abgelegen.Bild: shutterstock

Das sind die grössten Schlafgemeinden der Schweiz

Die Schweiz, das Land der Pendler. Kürzlich zeigten wir, WOHIN deine Nachbarn pendeln und WOHER die Erwerbstätigen an deinem Arbeitsort kommen. Jetzt klassieren wir alle Gemeinden nach «Pendlerhäufigkeit».
03.01.2021, 19:44
Reto Fehr
Folge mir

Im gleichen Ort schlafen und arbeiten – das war vielleicht früher einmal. Heute pendeln in der Schweiz sehr viele Erwerbstätige in eine andere Gemeinde zur Arbeit.

Das alles führt zu Pendlerströmen, egal ob mit dem ÖV, dem Auto oder dem Velo. Das Bundesamt für Statistik (BfS) gibt mit der kürzlich veröffentlichten «Pendlermatrix» die Antwort darauf, aus welcher Gemeinde wohin gependelt wird (wie dies genau funktioniert, steht in der Infobox am Ende des Artikels).

Wir haben die aktuellsten Daten (2018) ausgewertet. Die ersten beiden Artikel «Wo arbeiten eigentlich all die Leute aus deinem Wohnort?» und «Aus diesen Gemeinden kommen die Arbeiter in deinem Wohnort» fanden grossen Anklang. Und User «Jein» hatte noch eine Idee bereit:

Übersicht aller Gemeinden

Da können wir natürlich nicht Nein sagen, darum hier die Schweizer Gemeinden eingefärbt nach der Pendleraktivität. Je dunkler, desto weniger Pendler (wie immer leider nur auf die Schweiz bezogen, also ohne Grenzgänger):

Gemeinden, in welchen die grösste Gruppe pendelt

Teilen wir die Gemeinden in zwei Gruppen ein:

  • Gruppe 1: Der grösste Anteil der Erwerbstätigen pendelt NICHT (blau)
  • Gruppe 2: Der grösste Anteil der Erwerbstätigen pendelt (gelb)

Von den 2222 Gemeinden (Stand 2018) sind wir dann bei 1080 Gemeinden, in welcher der grösste Anteil der Erwerbstätigen NICHT pendelt, aus 1142 Gemeinden pendelt die grösste Gruppe in einen anderen Ort zur Arbeit.

Logischerweise bündeln sich die «Pendlergemeinden» (gelb) so um die grossen Zentren. Die Städte und ländliche Gebiete weisen jeweils den die grösste Gruppe der Erwerbstätigen in der eigenen Gemeinde aus (blau):

Die schweizweit 10 grössten Pendlergemeinden (Anzahl Pendler in %):

  1. Starrkirch-Wil SO und Chigny VD: je 94,9% pendeln in eine andere Gemeinde
  2. Chavannes-des-Bois VD: 94,3%
  3. Senèdes FR: 93,4%
  4. Montet (Glâne) FR, Montpreveyres VD und Treycovagnes: je 92,6%
  5. Meyriez FR: 92,5%
  6. Bolken SO und Crésuz FR: je 92,4%
  7. Saubraz VD: 92,3%
  8. Obergerlafingen SO: 92,1%
  9. Honau LU: 91,9%
  10. Bellmund BE und Drei Höfe SO: 91,5%

Die schweizweit 10 kleinsten Pendlergemeinden (Anzahl Pendler in %):

  1. Samnaun GR und Zermatt VS: je 3,2% pendeln in eine andere Gemeinde
  2. Davos GR: 8,2%
  3. Vals GR: 8,9%
  4. Saanen BE: 9,2%
  5. Val Müstair GR: 10,5%
  6. Arosa GR: 11,1%
  7. Scuol GR: 11,4%
  8. Saas-Fee VS: 11,7%
  9. St.Moritz GR: 13,1%
  10. Grindelwald BE: 14,9%

Die grössten Pendlergemeinden pro Kanton (Anzahl Pendler in %)

  • AG: Arni 90,7% pendeln in eine andere Gemeinde
  • AI: Schwende 76,6%
  • AR: Lutzenberg 81,7%
  • BE: Bellmund 91,5%
  • BL: Nenzlingen 90,5%
  • BS: Riehen 77,0%
  • FR: Senèdes 93,4%
  • GE: Troinex 89,6%
  • GL: Glarus Nord 58,1%
  • GR: Rhäzüns 87,8%
  • JU: Châtillon 90,8%
  • LU: Honau 91,9%
  • NE: Hauterive 86,2%
  • NW: Ennetmoos 85,5%
  • OW: Alpnach 71,6%
  • SG: Rorschacherberg 87,0%
  • SH: Bargen 87,5%
  • SO: Starrkirch-Wil 94,9%
  • SZ: Lauerz 86,5%
  • TG: Wilen 88,8%
  • TI: Lumino 89,5%
  • UR: Bauen 88,2%
  • VD: Chigny 94,9%
  • VS: Bister 90,0%
  • ZG: Hünenberg 80,3%
  • ZH: Weiach 90,1%
So wurden die Daten berechnet
Das Bundesamt für Statistik (BfS) beschreibt das Vorgehen vereinfacht so:

Zunächst wurden auf Basis des AHV-Registers die Erwerbstätigen definiert: Als Erwerbstätige gelten Personen, die eine oder auch mehrere Beschäftigungen mit einem AHV-pflichtigen Lohn (d.h. mindestens 2300 Fr. pro Beschäftigung und Jahr) aufweisen. Die Matrix berücksichtigt dabei alle Personen, die im Dezember des jeweiligen Jahres erwerbstätig waren.

Danach wurden mittels STATPOP die Wohngemeinden der Erwerbstätigen identifiziert und mittels STATENT die Unternehmen, für die sie arbeiteten. Arbeitete eine Person für mehrere Unternehmen, wurde jenes Unternehmen als Arbeitgeber festgelegt, bei dem die erwerbstätige Person den höchsten Lohn bezog.

Anschliessend wurden mittels STATENT die Arbeitsgemeinden all jener Erwerbstätigen bestimmt, die in Einbetriebs-Unternehmen arbeiteten und deren Arbeitsort daher eindeutig eruiert werden konnte. Im Referenzjahr 2018 war dies bei rund der Hälfte der etwa 4 Millionen Erwerbstätigen der Fall.

Verfügten die Erwerbstätigen über einen Zweitwohnsitz und befand sich dieser näher an der Arbeitsstätte als die eigentliche Wohngemeinde, so wurde der Zweitwohnsitz als «Wohngemeinde» eingesetzt.

Die Erwerbstätigen der Mehrbetriebs-Unternehmen (2 Millionen Personen im Jahr 2018) wurden mittels eines Optimierungsalgorithmus einer bestimmten Arbeitsstätte des Unternehmens, für das sie arbeiteten, zugeteilt. Dabei wurde für jedes Unternehmen die Summe der Fahrzeit seiner Angestellten minimiert, dies unter Berücksichtigung der Anzahl Beschäftigter pro Arbeitsstätte (bekannt aus STATENT).

Da das Geschlecht der Erwerbstätigen – auch auf Niveau der Arbeitsstätten – bekannt war, arbeitete der Algorithmus geschlechtergetrennt, was die Genauigkeit der Zuteilung erhöhte.
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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pamayer
02.01.2021 15:36registriert Januar 2016
Cooler Input. Guter Artikel daraus gemacht. Danke.
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El Vals del Obrero
02.01.2021 17:32registriert Mai 2016
Schelten (BE) finde ich auch immer eine recht spezielle Gemeinde. Zwischen Passwang und Delémont, nur einige Dutzend verstreute Einwohner und nur über ein winziges Strässchen erschossen, ohne jeglichen ÖV.

Andernorts hätte die Gemeinde wohl schon lange mit einer umliegenden Gemeinde fusioniert, die spezielle historisch gewachsene Lage bezüglich Kantonsgrenze durch Jura- und Laufentalkonflikt verhindert das aber.

Quasi "mittendrin" aber trotzdem "wo sich Fuchs und Hase 'Gute Nacht' sagen".
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Oh Dae-su
02.01.2021 16:06registriert Mai 2017
Bei der letzten Karte stimmt irgendetwas nicht. Da sind diverse Gemeinden blau eingefärbt, bei denen nur eine Minderheit der dort wohnhaften Erwerbstätigen in der Gemeinde arbeitet.
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Laut einem 15-Länder-Vergleich der Unternehmensberatung Strategy& bevorzugen 35 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Bargeld als Zahlungsmittel. In Deutschland sind es hingegen über die Hälfte - und in Dänemark nur 17 Prozent. Der europäische Schnitt liegt bei 37 Prozent.

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