Schweiz
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Samnaun

Wer in Samnaun wohnt, der pendelt nicht. Warum, ist eigentlich auch klar: Das Dorf liegt sehr abgelegen. Bild: shutterstock

Das sind die grössten Schlafgemeinden der Schweiz

Die Schweiz, das Land der Pendler. Kürzlich zeigten wir, WOHIN deine Nachbarn pendeln und WOHER die Erwerbstätigen an deinem Arbeitsort kommen. Jetzt klassieren wir alle Gemeinden nach «Pendlerhäufigkeit».



Im gleichen Ort schlafen und arbeiten – das war vielleicht früher einmal. Heute pendeln in der Schweiz sehr viele Erwerbstätige in eine andere Gemeinde zur Arbeit.

Das alles führt zu Pendlerströmen, egal ob mit dem ÖV, dem Auto oder dem Velo. Das Bundesamt für Statistik (BfS) gibt mit der kürzlich veröffentlichten «Pendlermatrix» die Antwort darauf, aus welcher Gemeinde wohin gependelt wird (wie dies genau funktioniert, steht in der Infobox am Ende des Artikels).

Wir haben die aktuellsten Daten (2018) ausgewertet. Die ersten beiden Artikel «Wo arbeiten eigentlich all die Leute aus deinem Wohnort?» und «Aus diesen Gemeinden kommen die Arbeiter in deinem Wohnort» fanden grossen Anklang. Und User «Jein» hatte noch eine Idee bereit:

Übersicht aller Gemeinden

Da können wir natürlich nicht Nein sagen, darum hier die Schweizer Gemeinden eingefärbt nach der Pendleraktivität. Je dunkler, desto weniger Pendler (wie immer leider nur auf die Schweiz bezogen, also ohne Grenzgänger):

Gemeinden, in welchen die grösste Gruppe pendelt

Teilen wir die Gemeinden in zwei Gruppen ein:

Von den 2222 Gemeinden (Stand 2018) sind wir dann bei 1080 Gemeinden, in welcher der grösste Anteil der Erwerbstätigen NICHT pendelt, aus 1142 Gemeinden pendelt die grösste Gruppe in einen anderen Ort zur Arbeit.

Logischerweise bündeln sich die «Pendlergemeinden» (gelb) so um die grossen Zentren. Die Städte und ländliche Gebiete weisen jeweils den die grösste Gruppe der Erwerbstätigen in der eigenen Gemeinde aus (blau):

Die schweizweit 10 grössten Pendlergemeinden (Anzahl Pendler in %):

  1. Starrkirch-Wil SO und Chigny VD: je 94,9% pendeln in eine andere Gemeinde
  2. Chavannes-des-Bois VD: 94,3%
  3. Senèdes FR: 93,4%
  4. Montet (Glâne) FR, Montpreveyres VD und Treycovagnes: je 92,6%
  5. Meyriez FR: 92,5%
  6. Bolken SO und Crésuz FR: je 92,4%
  7. Saubraz VD: 92,3%
  8. Obergerlafingen SO: 92,1%
  9. Honau LU: 91,9%
  10. Bellmund BE und Drei Höfe SO: 91,5%

Die schweizweit 10 kleinsten Pendlergemeinden (Anzahl Pendler in %):

  1. Samnaun GR und Zermatt VS: je 3,2% pendeln in eine andere Gemeinde
  2. Davos GR: 8,2%
  3. Vals GR: 8,9%
  4. Saanen BE: 9,2%
  5. Val Müstair GR: 10,5%
  6. Arosa GR: 11,1%
  7. Scuol GR: 11,4%
  8. Saas-Fee VS: 11,7%
  9. St.Moritz GR: 13,1%
  10. Grindelwald BE: 14,9%

Die grössten Pendlergemeinden pro Kanton (Anzahl Pendler in %)

So wurden die Daten berechnet

Das Bundesamt für Statistik (BfS) beschreibt das Vorgehen vereinfacht so:

Zunächst wurden auf Basis des AHV-Registers die Erwerbstätigen definiert: Als Erwerbstätige gelten Personen, die eine oder auch mehrere Beschäftigungen mit einem AHV-pflichtigen Lohn (d.h. mindestens 2300 Fr. pro Beschäftigung und Jahr) aufweisen. Die Matrix berücksichtigt dabei alle Personen, die im Dezember des jeweiligen Jahres erwerbstätig waren.

Danach wurden mittels STATPOP die Wohngemeinden der Erwerbstätigen identifiziert und mittels STATENT die Unternehmen, für die sie arbeiteten. Arbeitete eine Person für mehrere Unternehmen, wurde jenes Unternehmen als Arbeitgeber festgelegt, bei dem die erwerbstätige Person den höchsten Lohn bezog.

Anschliessend wurden mittels STATENT die Arbeitsgemeinden all jener Erwerbstätigen bestimmt, die in Einbetriebs-Unternehmen arbeiteten und deren Arbeitsort daher eindeutig eruiert werden konnte. Im Referenzjahr 2018 war dies bei rund der Hälfte der etwa 4 Millionen Erwerbstätigen der Fall.

Verfügten die Erwerbstätigen über einen Zweitwohnsitz und befand sich dieser näher an der Arbeitsstätte als die eigentliche Wohngemeinde, so wurde der Zweitwohnsitz als «Wohngemeinde» eingesetzt.

Die Erwerbstätigen der Mehrbetriebs-Unternehmen (2 Millionen Personen im Jahr 2018) wurden mittels eines Optimierungsalgorithmus einer bestimmten Arbeitsstätte des Unternehmens, für das sie arbeiteten, zugeteilt. Dabei wurde für jedes Unternehmen die Summe der Fahrzeit seiner Angestellten minimiert, dies unter Berücksichtigung der Anzahl Beschäftigter pro Arbeitsstätte (bekannt aus STATENT).

Da das Geschlecht der Erwerbstätigen – auch auf Niveau der Arbeitsstätten – bekannt war, arbeitete der Algorithmus geschlechtergetrennt, was die Genauigkeit der Zuteilung erhöhte.

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