Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Anti-WEF-Demo in Zug: 140 Kontrollen, 22 Verhaftungen



Rund 250 Menschen haben am Samstagnachmittag in der Stadt Zug gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos protestiert. Die Polizei kesselte die Teilnehmenden der unbewilligten Demonstration ein und nahm 22 Personen fest. Verletzt wurde niemand.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das «Anti-WEF Bündnis». Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent. Es sei ihr bis am Abend gelungen, Personen zu schützen und Sachbeschädigungen zu verhindern, heisst es in einer Mitteilung der Strafverfolgungsbehörden.

Bild

User-Input: «Ein Sympathisant der Demonstranten spielt den Polizisten ein Ständchen.»
Bild: Florian Mauchle/user input

Unter den Kundgebungsteilnehmenden, die sich gegen 15 Uhr auf dem Bundesplatz in Zug eingefunden hätten, seien auch gewaltbereite und vermummte Personen gewesen, heisst es weiter. Aus der linken Zürcherszene seien mehrere Personen identifiziert worden, sagte die Zuger Polizeisprecherin Judith Aklin.

Als sich der Demonstrationszug gegen 15.30 Uhr in Bewegung setzen wollte, kesselten die Ordnungskräfte die Demonstranten ein. Insgesamt seien 140 Personen kontrolliert worden. Davon seien 22 Personen festgenommen und rund 100 Personen mit einer Wegweisung belegt worden.

Nach 17.30 Uhr seien die Polizeikontrollen beendet gewesen. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld der Kundgebung mehrere Personenkontrollen durchgeführt - unter anderem am Bahnhof.

Wegen der Kundgebung seien der öffentliche und private Verkehr rund um den Bundesplatz zeitweise beeinträchtigt gewesen, da die umliegenden Strassen für den Polizeieinsatz hätten gesperrt werden müssen.

Die Zuger Polizei wurde auch von Einsatzkräften aus allen zentralschweizerischen Polizeikorps, von Kantons- und Stadtpolizei Zürich sowie der Kantonspolizei Tessin, der Bahnpolizei und von Zuger Partnerorganisationen wie Staatsanwaltschaft, Rettungsdienst, Feuerwehr und Zivilschutzorganisation unterstützt.

Einige Geschäfte verstärkten ihre Fenster.

Zug als passender Ort

«Wipe out WEF – Zug um Zug zur sozialen Revolution» lautete einer der Slogans an der Kundgebung. Das Anti-WEF-Bündnis kritisiere nicht das WEF als Veranstaltung, sondern das kapitalistische System, welches am WEF die globale Ausbeutung vernetze und plane, hiess es in einem im Internet veröffentlichten Aufruf zur Demo.

Anti-WEF-Demonstration

Bild: KEYSTONE

Zug mit all seinen Konzernen, Briefkastenfirmen und Steuerflüchtlingen sei ein passender Ort für ihre Kundgebung. Auf einem in Zug mitgeführten Transparent schrieben die WEF-Kritiker: «In eurer Stadt sitzen Konzerne die töten, vertreiben & zerstören. Aber ihr sorgt euch um die 'Gewalt' einer Demo?!»

20 Demonstranten in Davos

Ähnlich tönte es an einer friedlichen Demonstration am Samstag in Davos, die unter dem Motto «Diese Wirtschaft tötet» stand. «Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten», hiess es dort auf einem Transparent. Rund 20 Personen nahmen an der Protestaktion teil.

Die kleine Schar pazifistischer Aktivisten rief nicht einmal mehr die Polizei auf den Plan, die den WEF-Tagungsort in früheren Jahren mit vielen Hundertschaften gegen Unzufriedene und Globalisierungsgegner absichern musste.

Der Organisator der Davoser Demo, Henning Zierock, störte sich nicht am kleinen Aufmarsch. «Wir sind nur wenige, aber wir sprechen für viele», sagte er an der Kundgebung. Am WEF sei es genau umgekehrt: Da träfen wenige Entscheidungen, die Folgen hätten für das Leben von vielen. (lhr/meg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ökonomen haben's berechnet: Leben retten lohnt sich auch wirtschaftlich

Bisher fuhr der Bundesrat im Nebel, wenn es um eine Abwägung der Massnahmen gegenüber den wirtschaftlichen Kosten ging. Nun legen die Ökonomen der Taskforce eine Berechnung vor, die zeigt: Strengere Massnahmen lohnen sich auf allen Ebenen.

Seit Wochen erklären es die Ökonominnen und Ökonomen der Science Taskforce des Bundesrates mantraartig: Härtere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhindern nicht nur Tote und schwere Krankheitsverläufe, sondern machen auch wirtschaftlich Sinn.

In einer Pressekonferenz sagte Monika Bütler, Ökonomin und Taskforce-Mitglied: «Die Übersterblichkeit führt zu hohen Kosten, selbst wenn ein drohender Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden kann.» Selbst bei konservativen …

Artikel lesen
Link zum Artikel