Crans-Montana: Jetzt wird auch gegen den Gemeindepräsidenten ermittelt
Am 5. März hat die Walliser Staatanwaltschaft mehrere Verfahren eröffnet. Sie richten sich gegen insgesamt fünf Personen, wie die Westschweizer Zeitung 24heures berichtet. Zu ihnen zählt Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, ausserdem der ehemalige Gemeinderat, der 2021 bis 2024 für die öffentliche Sicherheit verantwortlich war, der ehemalige Leiter der Feuerwehr, dessen damaliger Stellvertreter und ein Mitglied des heutigen Sicherheitsteams.
Verfahren gegen fünf Personen
Der Vorwurf gegen die fünf Personen lautet wie auch bei den Morettis fahrlässige Brandstiftung, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Laut der Zeitung wird nun gegen insgesamt neun Personen ermittelt: Die fünf neuen Verdächtigen, die Morettis und zwei ehemalige Brandschutzbeauftragte.
Obwohl gegen Féraud ermittelt wird, will die Gemeinde weiter dafür kämpfen, als Privatklägerin auftreten zu können, wie Férauds Anwalt gegenüber der Zeitung erklärt. Man müsse zwischen Einzelpersonen und Institutionen unterscheiden, begründet er das Vorgehen. Doch Féraud wird als Verdächtiger zumindest Einblick in die Akten erhalten.
Währenddessen gehen die Ermittlungen weiter. Die Staatsanwaltschaft musste zwar Ende Februar einen Rückschlag hinnehmen, als ein französisches Berufungsgericht das Rechtshilfeersuchen zurückwies, das sich auf die Vermögenswerte der Morettis bezog.
Schallschutzmatten wurden als «nicht brennbar» beworben
Gleichzeitig kam sie jedoch in einem anderen Schritt weiter: Jacques Moretti hatte stets behauptet, die Schallschutzmatten, die in der Neujahrsnacht an der Decke hingen und Feuer gefangen hatten, in einer Hornbachfiliale gekauft zu haben. Im Februar reichte er nun einen Kassenbeleg nach, der zeigte, dass dies doch nicht der Fall war.
Moretti hatte die Matten bei einer Firma in Ostdeutschland gekauft, berichtet 24heures. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb in Deutschland weitere Informationen angefordert. Wie die Zeitung schreibt, wurde das gekaufte Produkt als nicht brennbar beworben. Es sei ausserdem für Kindergärten, Schulen, Restaurants und Bars geeignet.
Kurz bevor Moretti die Quittung freiwillig auf einem Polizeiposten aushändigte, war seine Wohnung durchsucht worden. Dort beschlagnahmten die Ermittler Luxusuhren, Computerzubehör, Dokumente und eine Pistole. Ob Jacques Moretti einen Waffenschein besitzt, ist derzeit nicht klar. Ein Freund von ihm hatte jedoch schon zuvor ausgesagt, dass er und Moretti regelmässig auf Schiessständen geübt hätten. (vro)
