Schweiz
UserInput

JRZ: Die SMS-Gebühr der Telekom-Anbieter steigt mit Höhe der Spende

Die SRF-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» sammelte dieses Jahr für Jugendliche in Not.
Die SRF-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» sammelte dieses Jahr für Jugendliche in Not.
Bild: KEYSTONE

Nicht nur Jugendliche in Not profitieren von JRZ, sondern auch die Telekom-Anbieter – zwei besonders

Am Mittwochabend endete die SRF-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt». Über vier Millionen Schweizer Franken kamen zusammen. Daran haben auch die drei grossen Schweizer Telekom-Anbieter kräftig mit verdient. 
18.12.2015, 09:5518.12.2015, 10:35

Tausende Schweizer machten in den vergangen Tagen zusammen über vier Millionen Franken für die SRF-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» (JRZ) locker. Auch watson-User Dominik wollte mitmachen. Ins Grübeln kam er erst, als er online die Konditionen für SMS-Spenden entdeckte: Je höher die Spende, desto mehr Gebühren verlangen die Telekom-Anbieter.

Die Tabelle zeigt, wie viel Geld bei den aufgeführten Spenden tatsächlich bei JRZ landet. Die Differenz kassieren die Telekom-Anbieter.
Die Tabelle zeigt, wie viel Geld bei den aufgeführten Spenden tatsächlich bei JRZ landet. Die Differenz kassieren die Telekom-Anbieter.
Bild: screenshot/srf.ch

«Könnt ihr mal nachfragen bei den Telcos, wieso diese Gebühren prozentual zum Spendenbetrag steigen?», schreibt uns Dominik. «Es kann ja nicht sein, dass eine Spende von 50 Franken technisch aufwendiger ist als eine Spende von 5 Franken!» Finden wir eigentlich auch. 

Eine kurze Recherche zeigt: Es stimmt tatsächlich. Bei einer SMS-Spende von 5 Franken, gehen 25 Rappen an die Swisscom, bei einer Spende von 50 Franken bereits 2,50 Franken. Bei SMS-Spenden im Wert von 100'000 Franken, gehen demgemäss satte 5000 Franken an die Telekomfirma, und nur 95'000 kommen zu JRZ, beziehungsweise zur Glückskette. 

Wir haben also nachgefragt: «Bei Ihren Fragen geht es um die 5%-Bearbeitungsgebühr, die Swisscom auf Spenden, die mit dem SMS-Spendentool eingehen, erhebt», sagt Sprecherin Sabrina Hubacher. Die Swisscom mache damit aber keinen Gewinn, sondern decke die Kosten für den Betrieb und Administration sowie die Investitionskosten, die für die Entwicklung des Spendentools angefallen sind. «Bei höheren Spenden steigt zudem das Inkassorisiko», sagt Hubacher.

Eine ähnliche Begründung gibt Salt ab: «Die kommerziellen Konditionen bei SMS-Spendendiensten und Spendenhotlines ergeben sich aus den Bereitstellungs- und Betriebskosten solcher Plattformen», sagt Pressesprecherin Therese Wenger. «Diese decken grundsätzlich die Selbstkosten.» Die Spendendienste würden zudem von günstigeren Konditionen als sonstige kommerzielle SMS-Dienste profitieren. 

SRF: «Wir haben bestmöglich verhandelt»

Bei Sunrise steigen die Bearbeitungsgebühren weniger steil. Bei einer Spende von 5 Franken bleiben aber 30 Rappen beim Unternehmen, bei 20 und 50 Franken 60 Rappen. Auch Sunrise begründet den Anstieg mit dem höheren Inkasso-Risiko. 

Das Schweizer Fernsehen kann da auch nicht viel tun. «Wir haben die bestmöglichsten Konditionen für die JRZ-SMS-Spenden ausgehandelt», sagt Sprecherin Eva Wismer. Bei Postzahlungen würden überdies Gebühren von mindestens 2,50 Franken anfallen – also mehr als bei den SMS-Spenden.

«Mit JRZ geben wir den Menschen die Möglichkeit, direkt vor Ort am Spendenschlitz zu spenden, ohne über einen Fernmeldedienstanbieter, Post oder Bank einzuzahlen», sagt Wismer.

Damit, lieber Dominik, hoffen wir gedient zu haben. ;)

(rar)

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Immobilien konnten letzte Zinswende überstehen – diesmal wird's heikel
Zinsanstiege sind das grösste Risiko überhaupt für den Hypothekenmarkt – jetzt findet wieder ein Anstieg statt.
Die Zinsen steigen weltweit und erreichen Höhen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Als es das letzte Mal eine solche Zinswende gab, brachen in Ländern wie Kanada und in Neuseeland die Immobilienpreise ein. Geht dieses Mal wieder etwas in die Brüche?
Zur Story