«Schweinerei»: Kriminelle nutzen Tod von Alfred Heer schamlos mit Fake-Anzeigen aus
Er sei ja jetzt reich, sagten Bekannte plötzlich zu Mauro Tuena. Sie sprachen den SVP-Nationalrat damit auf eine Werbeanzeige an, die nach dem Tod von SVP-Nationalrat Alfred Heer auf Facebook und Instagram erschienen war.
Tuena traute seinen Augen nicht, als er las, was da stand, als «Blick»-Artikel getarnt: Alfred Heer habe ihm seine IT-Firma, 180 Millionen Franken wert, zu 51 Prozent vermacht. Tuena hatte geschäftlich mit Heer zusammengearbeitet und war mit ihm befreundet.
Heers Familie wiederum habe eine Investmentplattform geerbt: «Bergkuppe Portia», eine Plattform, die mit KI globale Märkte analysiere und täglich Tausende von Mikro-Transaktionen tätige. Am Ende folgte die Aufforderung, sich mit 250 Franken zu registrieren. Rentabilität: 3500 bis 9000 Franken.
Parteifreund Tuena wurde aktiv
«Das ist absolut pietätlos», sagt Mauro Tuena. «Diese Anzeige ist eine Schweinerei. Alles ist Lug und Trug. Nicht ein einziges Wort stimmt. Zudem werden ahnungslose Leser in die Irre geführt.» Er habe alles unternommen, um die Website mit der Fake-News zu sperren. «Ich habe unverzüglich Meldung gemacht: Beim Bundesamt für Cybersicherheit und beim Bundesamt für Polizei Fedpol. Beide Stellen waren sehr hilfsbereit.»
Auch andere Politiker und Wirtschaftsführer wurden als Lockvögel für Investitionsplattformen missbraucht. So wirbt Christoph Blocher vermeintlich für ein Investment, das einen wöchentlichen Gewinn von 12'800 Franken garantiert. Dutzende verloren Geld. Bundesrat Albert Rösti taucht genauso auf wie Unternehmer Peter Spuhler und UBS-Chef Sergio Ermotti.
Mauro Tuena richtet deshalb einen Aufruf an Facebook, Instagram, X und Microsoft News: «Ich appelliere an die Betreiber der verschiedenen Plattformen, sofort zu reagieren, wenn derartiger Missbrauch gemeldet wird.» Und er kritisiert: «Auf eine Reaktion des Meta-Konzerns warte ich leider bis heute, das ist sehr ärgerlich.» (aargauerzeitung.ch)
