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Die Geschichte des kleinen Arden wird dir den Glauben an Coop und Migros zurückgeben



Arden Seiler aus dem aargauischen Möriken ist in verschiedener Hinsicht entwicklungsverzögert. Er wird im Juni vier, kann aber (noch) nicht sprechen, frei stehen und laufen. Auch ernährt wird er hauptsächlich über eine Magensonde. 

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Arden an seinem 3. Geburtstag. bild: zvg

In anderer Hinsicht ist Arden wie jedes Kind in seinem Alter. Er spielt gerne, lacht viel – oder beklagt sich, wenn ihm etwas nicht passt. Zum Beispiel, wenn er lange im Kindersitz eines Einkaufswagens ausharren muss. Denn dafür ist er inzwischen zu gross: Im Schritt ist es sehr eng, er kann nicht zurücklehnen, wenn er müde ist, und es ist schwierig, ihn hineinzusetzen und wieder herauszunehmen.

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Arden in einem Standard-Einkaufswagen. Bequem sieht anders aus. bild: zvg

«Eine unserer grössten Sorgen war stets: Was passiert, wenn Arden älter wird. Wenn er schwerer wird. Wie können wir ihn transportieren? Wie machen wir alltägliche Dinge, wie einkaufen gehen?»

Winnie Seiler, Ardens Mutter

Alle Eltern wissen: Einkaufen mit kleinen Kindern ist auf die Dauer nur realistisch (und selbst dann manchmal stressig), wenn diese zufrieden im Einkaufswagen sitzen. Weil Arden kaum mehr in die Standardmodelle passt, machte sich seine Mutter Winnie auf die Suche nach Alternativen und wurde fündig: Die Ostschweizer Firma Wanzl stellt modifizierte Einkaufswagen her, die genau auf die Bedürfnisse von Kindern wie Arden zugeschnitten sind. Der sogenannte Ben's Cart hat einen grossen Sitz, eine hohe Rückenlehne und einen Anschnallgurt.

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Der Ben's Cart der Firma Wanzl, Kostenpunkt rund 500 Franken. bild wanzl

Im November 2016 beschloss Winnie, auf Coop und Migros zuzugehen und ihre Situation zu schildern:

«Ich ersuche Ihre Firma, eine kleine Investition in meine Familie und andere betroffene Familien zu tätigen, indem sie für unsere Kinder geeignete Einkaufswagen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug unterstützen wir Ihr Geschäft und berichten gerne von ihrem beispielhaften Einsatz für Inklusion und Toleranz.»

Winnie Seiler facebook

Die Antworten liessen nicht lange auf sich warten und stimmten die Seilers hoffnungsvoll. Coop versprach noch am selben Tag, die Anfrage an die zuständige Abteilung weiterzuleiten. Und bereits zwei Wochen später versicherte der Detailhändler, für ihre Supermärkte in Aarau und Lenzburg je einen Ben's Cart anzuschaffen.

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screenshot via facebook

Im Januar meldete sich auch die Migros mit einem positiven Bescheid. «Es war sehr emotional für uns, weil sie uns zuhörten, sich für unser Anliegen interessierten, und vielleicht sogar verstanden, wie so etwas Kleines für ein Kind so wichtig sein kann», sagt Winnie Seiler.

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bild: zvg

Inzwischen sind die Ben's Carts ausgeliefert und stehen in vier Filialen in Aarau, Lenzburg und Wildegg bereit. 

«Alle diese Dinge, über die ich mir sonst Gedanken machen müsste, einfach einkaufen zu gehen, etwas ganz Alltägliches, ist jetzt mühelos.»

Winnie Seiler

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Arden beim Einkaufen im Ben's Cart. bild: zvg

Mehr Ben's Carts braucht die Schweiz

Winnie Seiler ist froh, dass Coop und Migros ihrer Familie so schnell und unkompliziert entgegen gekommen sind. Allerdings ist es ihr nie um Arden allein gegangen: «Das Ziel war immer, allen Betroffenen zu helfen und ein Fürsprecher für ihre Anliegen zu sein. Für Arden und andere Kinder mit Behinderungen.»

Wie viele Kinder und Eltern in einer ähnlichen Situation wie die Seilers sind, ist unklar. «Entwicklungsverzögerung ist ein weiter Begriff und wir gehen nicht davon aus, dass in der Schweiz dazu verlässliche Zahlen vorliegen», erklärt Susanne Stahel, Mediensprecherin bei Pro Infirmis. Die Fachorganisation für Menschen mit einer Behinderung bietet aber Hand: «Betroffene Familien können sich an unsere Sozialberatung wenden. Diese kann die Familien unterstützen, mit den lokalen Detaillisten eine Lösung zu finden.»

Coop und Migros geloben, Hand zu bieten:

«Wir setzen solche Wagen auf Kundenwunsch, das heisst, nach Bedarf ein. Wir wollen solche Wagen dort einsetzen, wo auch tatsächlich Bedarf angemeldet wird und wir die nötige Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden sicherstellen können, damit die Wagen dann auch gefunden und genutzt werden.»

Andrea Bauer, Sprecherin Genossenschaft Migros Aare

«Uns ist es wichtig, auf die Anliegen und Wünsche von allen unseren Kundinnen und Kunden einzugehen, daher prüfen wir diese von Fall zu Fall. Daraus können sich dann individuelle Einzellösungen ergeben, wie im Fall der Familie Seiler, bis hin zu grösseren Projekten.»

Andrea Bergmann, Sprecherin Coop

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 30.03.2017 06:20
    Highlight Highlight Tolle Aktion! Aber ist dieser Bens Car nicht ein bisschen unpraktisch für den grossen Wocheneinkauf?
    Der Wagen ist ja an sich gleich gross wie der normale, aber durch den Sitz büsst man da das halbe Volumen ein? Ich weiss noch als ich klein war und wir den Wocheneinkauf tätigten, da ist für eine grössere Familie dann schon mal der Wagen voll gewesen.
  • DanielaK 29.03.2017 09:45
    Highlight Highlight Ich arbeite auch im Coop, als normale Verkäuferin. Ich bin mir sicher, dass es auch unter dem Verkaufspersonal solche und andere gibt, aber wir in unserer Filiale sind immer bemüht, Lösungen zu finden, egal welcher Art. Nur: Das geht nur mit Kommunikation. Wenn wir es nicht wissen, können wir auch nicht helfen. Wir haben mit interessanten Gesprächen schon einige Problemchen beseitigen können. Zaubern haben aber auch wir leider noch nicht gelernt. 😔
    • dodo62 29.03.2017 12:24
      Highlight Highlight Wenn man auf Kunden achtet ist das alues kein Problem. Ein kleines «Kann ich ihnen helfen» kostet nichts. Für mich ist das ganz klar wenn ich jemanden im Rollstuhl sehe oder sonst sehe dass jemand Probleme hat. Nicht warten bis jemand fragt, selber tätig wfden 😊
    • DanielaK 29.03.2017 12:34
      Highlight Highlight Klar, da gebe ich ihnen völlig recht. Ich meine damit auch eher Dinge die etwas weniger offensichtlich sind.
  • Menel 29.03.2017 07:06
    Highlight Highlight Als Mama von einem Kind, dass auch erst mit 4 angefangen hat zu stehen und zu gehen, kenne ich die Situation. Migros und Coops unkomplizierte Reaktion finde ich daher mehr als nur klasse. Denn oft behindert nicht nur die Behinderung, sondern auch die fehlende Accessibility.
  • Butschina 28.03.2017 23:23
    Highlight Highlight In der Migros und im Coop Langenthal gibt es zwar keinen solchen Wagen, dafür einen Wagen der an einen Handrollstuhl angehängt werden kann. Das nützt mir im Elektrorollstuhl nichts, aber dafür anderen Menschen im Rollstuhl. Beide Läden würden mir aber einen Mitarbeiter zur Verfügung stellen, der mit mir durch die Gänge geht und mir hilft. Glücklicherweise geht es meist selbst, ist aber angenehm zu wissen, dass Hilfe unkompliziert möglich ist.
    • Menel 29.03.2017 07:03
      Highlight Highlight Mein Vater sitzt auch im Rollstuhl und hat bis jetzt auch immer jemanden zur Seite gestellt bekommen, wenn er das gewünscht hat. Finde das einen wirklich toller Service!
  • The Destiny // Team Telegram 28.03.2017 23:12
    Highlight Highlight Oh, wow sie haben eine gratis PR Kampagne gewittert, much kudos.
  • MergimMuzzafer 28.03.2017 22:50
    Highlight Highlight Freut mich sehr für das Kind und seine Eltern, Coop und Migros haben das aber sicher nicht aus Mitgefühlt gemacht sondern aus PR-Gründen. Bezahlen können sie es ja dank ihrem Duopol.
    • fcsg 29.03.2017 07:48
      Highlight Highlight Genau, bei Coop und Migros arbeitet der Teufel persönlich.
    • zsalizäme 29.03.2017 09:59
      Highlight Highlight Egal aus welchem Grund sie mitgemacht haben. Hauptsache es wird geholfen. Natürlich ist dies auch eine gelungene PR für Coop und Migros, aber was gibt es an einer Win-Win Situation bitte auszusetzen?
    • Baba 29.03.2017 14:40
      Highlight Highlight Mergim Muzzafer: Ihre Anschuldigung des PR Coups wären dann stimmig, wenn Migros & Coop das selbst kommuniziert hätten. Bekannt wurde das Ganze aber durch die Familie des kleinen Jungen. Oder glauben Sie, die beiden Retailer haben nur unter der Voraussetzung geholfen, "dass die Familie watson darüber informiert und der Kian Ramezani und die Emily Engent einen Artikel schreiben"?

      Ich stelle es mir wirklich belastend vor, bei allem das Negative suchen zu müssen 😕.

      Geniessen Sie den Frühling!
  • Gohts? 28.03.2017 22:27
    Highlight Highlight Wie süss.
  • Ravenhit 28.03.2017 22:05
    Highlight Highlight Danke dafür iblali
  • citizen of de uold 28.03.2017 21:53
    Highlight Highlight Eine schöne Hilfe für Mamas und Papas. Auch gute Werbung für beide Konzerne die damit ihre Sozialengagement demonstrieren.
    Coop mir gefällt mehr für Gemüse und Migros für Alnatura Produkte.
    Allerdings muss ich an dieser Stelle Sagen dass beide schlecht sind was das Brot anbetrifft. Sie haben Grüsse Auswahl, zu grosse Portionen, aber alles können von mir aus "Krustenbrot" heissen. Kruste offensichtlich ist der Trück, der XFaktor , falsche Papierbeutel. Blätterteig Heisswaren bei Coop und Migros ist eine Schande, WEG damit. Ich schlage vor, chinesische Dim Sum gedämpft, einfache Logistik..
    • suchwow 28.03.2017 22:49
      Highlight Highlight Liebe Leserinnen und Leser

      Hier ein Beispiel von Jammern auf hohem Niveau.

      lg

      doge
    • Doeme 28.03.2017 23:02
      Highlight Highlight Was hast du genau für einen Brot-Komplex?
    • Baba 28.03.2017 23:41
      Highlight Highlight Brot kauft man auch beim Bäcker und nicht im Grossverteiler!!!
    Weitere Antworten anzeigen
  • C3DR1C42 28.03.2017 21:47
    Highlight Highlight Wird wohl kein Aldikind
  • barbablabla 28.03.2017 21:39
    Highlight Highlight Mit so einer kleinen Geste kann grosses gemacht werden. Ein grosses Bravo💐
  • Tschüse Üse 28.03.2017 21:37
    Highlight Highlight Bei der Migros hab ich mir sowas schon gedacht, wegen der Tradition mit Dutti usw. Von Coop bin ich aber echt überrascht, klasse Aktion der beiden Detailhändler.
    • dodo62 29.03.2017 12:16
      Highlight Highlight Vergiss die Tradition mit Dutti. Seit auch seine Frau gestorben ist hat sich die Migros meilenweit vom Ideal der Beiden entfernt. Und Coop tut alles um Famillienfreundlich zu sein. Hallo Familly war bei Coop zuerst - Famillienkasse im Megastore - eigentlich Familienparkplätze, die aber eigentlich andere Autofahrer nicht intressiern da kann man locker zwei Autos auf einen Perkplatz stellen
    • Tschüse Üse 29.03.2017 13:34
      Highlight Highlight Naja die Migros zahlt meiner Oma immernoch Rente, weil ihr verstorbener Mann da gearbeiter hat. Bin kein Coop Fan da ich weiss wie sie mit ihren Mitarbeitern umgegen.
  • fischbrot 28.03.2017 21:08
    Highlight Highlight Sweet ☺️
  • Baba 28.03.2017 21:05
    Highlight Highlight Danke!

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