Schweiz
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Seit gestern kennt sie die ganze Schweiz: Louise Schneider aus Bern. screenshot: telebärn

Das ist die Nationalbank-Sprayerin (86) aus Bern: «Waffen machen Flüchtlinge»

«Geld für Waffen tötet». Mit dieser Parole hat die Berner Seniorin am Dienstagmorgen eine Baustellenabschrankung besprayt. Louise Schneider ist stadtbekannt. Nicht nur bei der Polizei. Im Interview spricht die Pazifistin über ihre Beweggründe und ihre ersten Spray-Versuche.



Louise Schneider ist Friedensaktivistin, seit sie denken kann. Am Dienstagmorgen aber hat sie etwas zum allerersten Mal gemacht: Sie griff zur Spraydose.

In roten Lettern sprayte sie an eine Baustellenabschrankung am Sitz der Schweizerischen Nationalbank: «Geld für Waffen tötet.» Damit unterstützte sie die gleichzeitige Lancierung der GSoA-Initiative für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten

Erst am Montag habe sie «einer der Jungen» instruiert, sagt Louise Schneider nach ihrer Aktion in einem Interview mit Tele Bärn. Auf einem Leintuch habe sie das Sprayen geübt. «Ich kann ja den Finger kaum bewegen, deshalb hatte ich solche Mühe. Ich habe ja so Arthrose in den Händen.»

«Sie haben mich absolut ernst genommen»

Dass die Polizei vorbeikommen würde, hat sie sich gewünscht. Ihr Wunsch ging in Erfüllung: Die Seniorin wurde prompt abgeführt.

Auf dem Polizeirevier habe sie ihr «Rucksäckli» zeigen müssen, erzählt Schneider weiter. Zudem sei sie von den Polizeibeamten ausführlich informiert worden. «Sie sind sehr freundlich und zuvorkommend gewesen.» Einer habe ihr hinterher sogar noch über die Strasse geholfen. «Sie haben mich absolut ernst genommen.»

Mutterfigur der linken Szene

Es ist nicht ihre erste Erfahrung mit der Polizei. «Früher, als ich noch mehr Kraft hatte, habe ich jeweils den Schwarzen Block gehütet. Und die haben pariert.» Der Berner «Bund» nannte Louise Schneider in einem Porträt 2012 «eine Mutterfigur für die linke Szene in Bern». Als «vollamtliche GSoA-Aktivistin» ist sie in der WOZ bezeichnet worden.

Auch jetzt will sie wieder für die GSoA auf die Strasse gehen und Unterschriften sammeln. So oft und so lange es die Gesundheit zulasse. «Selbstverständlich.»

«Waffen machen Flüchtlinge»

«Ich bin eine Pazifistin. Ich bin konsequent gegen jegliche Waffen», sagt Louise Schneider selbst. Sie sei so erzogen worden. «Mein Vater hat gesagt: Jeder Schlag kommt zurück.» 

So analysiert sie auch die momentane Flüchtlingswelle. «Da produziert man Waffen für den Krieg und investiert Geld in Kriegsmaterial, auch die Schweiz. Waffen machen Flüchtlinge – aber diese will man dann nicht.»

Die Nationalbank hat noch nicht entschieden ob sie Anzeige erstatten will gegen die «Vandalin». «Wir werden den Fall juristisch überprüfen», zitiert der «Bund» Walter Meier, Mediensprecher der Nationalbank.

«Aber wissen Sie, ich kann das ja jetzt abwaschen», sagt Louise Schneider. Sie habe absichtlich solche Farbe gewählt. (smo) 

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 13.04.2017 07:14
    Highlight Highlight GSoA-Initiative JA: Rüstungsindustrie aushungern

    Waffen liefern und dann erstaunt sein, dass sie in falsche Hände geraten, ist eine verlogene Haltung. Die Flüchtlingsströme sind die sichtbarsten Zeichen dieses unheilvollen Geschäfts. Das Rotkreuz-Ursprungsland Schweiz kann mit einem Verbot für Pensionskassen und Nationalbank, in die Rüstungsindustrie zu investieren, Vorbild sein.
  • Gulasch 12.04.2017 21:19
    Highlight Highlight Darf ich eine Frage stellen: was würde die Watson-Kommune kommentieren, wenn es ein 18-jähriger aus dem linken Block gewesen wäre?
  • pamayer 12.04.2017 09:49
    Highlight Highlight Louise Schneider dir Bundespräsidentin.


    In rot.
  • reaper54 12.04.2017 07:59
    Highlight Highlight Waffen stellen Chancengleichheit her und sind fast so alt wie die Menschheit selbst. Selbst Affen können Steine als Waffen einsetzen. Aber ja es zeigt halt wo gewisse Personen in der Entwicklung stecken geblieben sind.
    Wenn etwas Flüchtlinge Produziert, dann ist es die Überbevölkerung und die Medizin welche diese unterstützt!
    • Fabio74 12.04.2017 08:30
      Highlight Highlight Selten so viel Mist gelesen. Waffen sind zum Zweck des Tötens erfunden worden.
      Steine braucht man für vieles aber nicht fürs Töten normalerweise.
      Flüchtlinge werden durch Kriege produziert.
    • Blitzableiter 12.04.2017 08:47
      Highlight Highlight Achso. Dann ists ja in Ordnung wenn Norkorea sich Atombomben baut. Chancengleichheit und so. Und der IS braucht braucht auch eine Ordentliche Bewaffnung. Bevor noch Flüchtlinge kommen.
    • Matrixx 12.04.2017 09:15
      Highlight Highlight Danke für diese Aussage. Damit hast du im Prinzip gerade erklärt, dass wir eigentlich nicht mehr als Affen sind, die den Stein als Waffe etwas weiterentwickelt haben und somit mit "Hightech-Steinen" unseren mit Fäkalien markierten Fels verteidigen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 12.04.2017 07:45
    Highlight Highlight Warum wollen dann so viele Flüchtlinge in die Schweiz welche eine der höchsten Waffenraten der Welt hat? Eigentlich sollten diese vor der Schweiz flüchten.
    Machthunger von internationalen Politikern, totalitäre Regierungen, faschistische Ideologien und fehlende Bildung verursachen meiner Meinung nach Flüchtlinge. Auch vor der Industrialisierung ohne moderne Waffen wurden massenweise Flüchtlinge produziert.
    • AskLee 12.04.2017 08:51
      Highlight Highlight Glaub es liegt an Frieden und Sicherheit...aber nur eine Vermutung 🤔
    • blueberry muffin 12.04.2017 15:38
      Highlight Highlight Es geht hier glaub mehr um Raketen und Bomben als um ihre Gewehrlis. Machen sie sich nicht ständig in die Hose.
  • Töfflifahrer 12.04.2017 07:36
    Highlight Highlight Hut ab vor der Dame, Respekt!
    Und Recht hat sie auch noch, mit allem was sie sagt.
    Dass sie dazu noch wasserlösliche Farbe zum Sprayen genommen hat, zeigt doch, sie will nichts zerstören, nur Aufmerksam machen. Tolle Frau!
    • cHaOz3 12.04.2017 13:07
      Highlight Highlight Auf jeden Fall eine Top-Aktion!!
      Wobei es mir absolut neu wäre, dass Montana Cans (im Video zu erkennen) abwaschbaren Sprühlack herstellt oder vertreibt 😉
  • Herbert Anneler 12.04.2017 07:33
    Highlight Highlight Eine echte Mutter Courage! Und dass sie übte, weil sie Arthrose in den Fingern hat, hat mich auch sehr berührt. Hoffentlich erweist ihr die SNB die Referenz, verzichtet auf eine Anzeige und folgt dem norwegischen Staatsfonds - keine Aktien von Waffen- und Munitionsproduzenzenten im Portfolio! In der SNB gibt es genügend helle Köpfe, um eine entsprechende Strategie zu entwickeln. Ich glaube, die SNB könnte eine Vorbildfunktion übernehmen. Und die StimmbürgerInnen haben eine grosse Mitverantwortung: 1. dass die GSoA-Initiativer zustandekommt, 2. dass sie angenommen wird.
  • flyingdutch18 12.04.2017 07:05
    Highlight Highlight Eine super Aktion! Frau Schneider hat darauf aufmerksam gemacht, dass die SNB mit Millionen von Dollars an Rüstungsfirmen beteiligt ist, deren Raketen in Kriegen eingesetzt werden. Die SNB unter Jordan verhält sich immer mehr wie eine Geschäftsbank, die vor allem den eigenen Gewinn im Auge hat - und wird damit noch bewundert.
    • Troxi 12.04.2017 08:52
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass die Kantone Dividenden von der SNB bekommen. Das ist eben der Punkt warum die SNB bewundert wird. Hat die SNB ein sehr gutes Jahr, egal wie der Gewinn erwirtschaftet wurde, bekommen die Kantone ganz viel Geld. Heuer wurde wieder mal mehr als sonst ausgeschüttet. Das kann natürlich zu einer Steuerreduktion führen. Daher ist die Bewunderung logisch. Ich finde es auch bedenklich, aber es gibt nicht viel Spielraum dieses Treiben einzuschränken.
  • Bullet-Tooth-Joni 12.04.2017 07:02
    Highlight Highlight Wer in der Schweiz weiter Waffen verkaufen will und sich gleichzeitig an Flüchtlingen stört, verhält sich wie jemand der sich über Junkies aufregt aber dem Dealer weiterhin Heroin verkauft...
  • insider 12.04.2017 06:55
    Highlight Highlight Grandios. Und Recht hat sie!
  • Thomas Rohrer 12.04.2017 06:16
    Highlight Highlight Wo Sie recht hat, hat Sie recht.
  • David Rüegg 12.04.2017 06:08
    Highlight Highlight Wow. In meinen Augen spricht diese Aktion von Louise Schneider für grosse Courage und einem gesunden Mass an zivilem Ungehorsam. Die Wirkung ist gross, der Schaden sehr überschaubar und dabei versteckt sie sich nicht und ist bereit die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen.
    Davon könnte sich der eine oder andere aus der sogenannten "linksextremen" Szene ein Stück abschneiden.
    • EvilBetty 12.04.2017 07:42
      Highlight Highlight Auf der anderen Seite würd's kein Schwein interessieren wenn es ein 23 jähriger Jüngling gewesen wäre...
    • Saraina 12.04.2017 09:28
      Highlight Highlight Doch, die Polizei. Denn den Jüngling würde die SNB garantiert anzeigen.

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