Einwohner von Blatten VS werden für verlorenes Land entschädigt
Für das beim Bergsturz in der Gemeinde Blatten VS verlorene Bauland sollen die Besitzerinnen und Besitzer mit 130 Franken pro Quadratmeter entschädigt werden. Insgesamt werden dafür 19 Millionen Franken aus Glückskette- und Bundesgeldern zur Verfügung gestellt.
Dies bestätigte die Gemeinde am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu Informationen des «Blick» und des «Walliser Boten».
Wie die Gemeinde in einer Mitteilung in Erinnerung rief, verloren beim verheerenden Bergsturz vom 28. Mai 2025 die meisten Bewohnerinnen und Bewohner ihr gesamtes Hab und Gut. Die Katastrophe habe zu Verwüstung, Überschwemmung und «Totalverlust von Grund und Boden» geführt.
Der grösste nicht versicherbare Schaden betrifft laut der Gemeinde den Boden. Insgesamt wurden 160’472 Quadratmeter Bauland verschüttet – sowohl überbautes als auch unbebautes Land mit erheblichem Wert. Damit die Betroffenen wieder Bauland erwerben und Wohnraum schaffen könnten, werde dieser Verlust entschädigt.
Die Glückskette stellt 15 Millionen Franken und der Bund 4 Millionen Franken zur Verfügung, also insgesamt 19 Millionen Franken. Das Land wird lastenfrei an die Gemeinde übertragen, damit diese einen neuen Zonen-Nutzungsplan erarbeiten kann. Die Entschädigung beträgt 130 Franken pro Quadratmeter. Der Gemeindepräsident von Blatten, Matthias Bellwald, sagte dem «Blick», die Auszahlung solle bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Diese Lösung ermögliche es den Betroffenen, wieder in die Zukunft zu blicken – auch wenn für viele ein erheblicher finanzieller Verlust bleibe. Die Spenden, die direkt an die Gemeinde Blatten überwiesen wurden, werden für diese Bodenentschädigung nicht verwendet, sondern bleiben wie vorgesehen für den Wiederaufbau des Dorfes reserviert, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Die Bevölkerung von Blatten wurde bereits letzte Woche über dieses Vorgehen informiert. (dab/sda)
