Spendenkonzert für Crans-Montana-Opfer: Veranstalter widersprechen Darstellung
Am 22. April fand in Lausanne das Solidaritätskonzert «Aux cœurs de Crans» statt. Die Einnahmen für die Opfer von Crans-Montana sind laut dem Tages-Anzeiger bisher nicht abgerechnet worden.
Gemäss Recherchen des «Tages-Anzeiger» hätten durch den Ticketverkauf potenziell Einnahmen von über 150'000 Franken erzielt werden können. Diese sollten dem Verein Swisshearts und damit Hinterbliebenen und Schwerverletzten der Brandkatastrophe zugutekommen. Bisher hätten die Betroffenen laut dem «Tages-Anzeiger» aber nichts davon erhalten. Doch nach Angaben der Organisatoren seien die Nettogewinne am 6. Mai 2026 an den Verein Swisshearts überwiesen worden.
Das Konzert fand in der Salle Métropole statt. Rund 20 bekannte Schweizer und französische Künstler traten ohne Gage auf, darunter auch der Schweizer ESC-Star Gjon's Tears.
Zudem erklären die Verantwortlichen, die Nettogewinne des Konzerts seien am 6. Mai 2026 an den Verein Swisshearts überwiesen worden. Ein entsprechendes Communiqué sei auf der Website des Vereins publiziert worden.
Die Organisatoren weisen ausserdem den Vorwurf zurück, keine Antworten auf Medienanfragen gegeben zu haben. Man habe auf Anfragen mündlich reagiert.
Weiter betonen sie, Olivier Uzan sei weder Aktionär noch Verwaltungsrat von Only On Live Suisse gewesen, sondern lediglich für die künstlerische und logistische Organisation des Events zuständig gewesen.
Mitorganisator des Konzerts ist vorbestraft
Auf Nachfragen des «Tages-Anzeiger» zur Höhe der Einnahmen und deren Verteilung reagierten die Organisatoren ausweichend und verwiesen auf ein geplantes Communiqué, das nun veröffentlicht wurde.
Der Anlass wurde vom Verein Swisshearts sowie von der Eventagentur Only On Live organisiert. Im Zentrum der Kritik steht laut dem «Tages-Anzeiger» Olivier Uzan, Mitorganisator des Konzerts. Der aus Frankreich bekannte Immobilienhändler sei 2018 wegen Vertrauensmissbrauchs verurteilt worden. Laut Gericht hatte er mit einem ungedeckten Check eine langjährige Freundin um mehr als 20'000 Euro geschädigt, schreibt die Zeitung. Bereits im Jahr 2005 sei er wegen Behinderung von Betrugsermittlungen auffällig geworden.
Behörden distanzieren sich
Only On Live erklärte gegenüber dem «Tages-Anzeiger», Uzan sei für «Künstlerorganisation» und «Promotion» zuständig gewesen.
Die Behörden distanzieren sich ebenfalls: Weder die Stadt Lausanne noch der Kanton Wallis sehen sich für die Kontrolle der Spendengelder verantwortlich, schreibt die Zeitung. Der Opferanwalt Sébastien Fanti, der sich im Namen betroffener Familien erkundigt habe, habe keine konkrete Antwort erhalten. (hkl)
