So hoch dürften die Kosten nach der Katastrophe in Crans-Montana sein
Bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana kamen 40 Menschen ums Leben. Doch nicht nur der emotionale, auch der finanzielle Schaden ist beträchtlich: Gemäss einem Bericht von Le Nouvelliste dürfen die Kosten, die durch die Unglücksnacht entstanden sind, mehrere hundert Millionen Franken betragen.
Während in ersten Schätzungen von rund 600 Millionen Franken die Rede ist, geht Pascal Pichonnaz, Professor für Privatrecht an der Universität Freiburg, von Kosten bis zu einer Milliarde Franken aus.
Wie die Zeitung weiter vorrechnet, setzt sich die Summe aus verschiedenen Bereichen zusammen. Besonders teuer sind die Kosten, welche durch die Behandlungen der Verletzten entstehen. Behandlungen von Verbrennungen und die Rehabilitation sind besonders aufwendig und können «mehrere Monate oder sogar Jahre» dauern, so Burga Martinelli, Sprecherin der Suva, gegenüber Le Nouvelliste. Gegenüber La Liberté gab die Suva an, dass die Behandlungskosten bei vergleichbaren Ereignissen pro Person zwischen 650'000 Franken und 1,6 Millionen Franken liegen. Im Fall Crans-Montana dürften die Kosten in diesem Bereich somit bei etwa 180 Millionen Franken betragen.
Noch teurer dürften aber die Folgen der Schäden und der Behandlungen sein. Da viele der Verletzten minderjährig sind, ist mit hohen Einkommensverlusten zu rechnen. «Bei einem durchschnittlichen Einkommensverlust von 100'000 Franken über 40 Arbeitsjahre beläuft sich der Schaden für alle Betroffenen auf über 400 bis 450 Millionen Franken», rechnet Pichonnaz vor. Weitere Kosten entstehen durch Unterhaltsentschädigungen, immaterielle Schäden sowie Auswirkungen auf die Altersvorsorge.
Pichonnaz erklärt weiter, dass es sich um eine grobe Schätzung handle. Die genaue Summe dürfte sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Offen ist zudem, wer diese Schäden bezahlen muss. Höchstwahrscheinlich werde die Zivilgerichtsbarkeit über die finanzielle Frage entscheiden und die Verantwortlichkeiten aufteilen, so Pichonnaz. Bislang wurden erst Jessica und Jacques Moretti, die Eigentümer des «La Constellation», formell angeklagt. (dab)
