Im «Le Constellation» soll es schon 2024 gebrannt haben
In der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana soll es einem Medienbericht zufolge bereits 2024 ein durch Tischfeuerwerk ausgelöstes Feuer gegeben haben.
Der italienischen Zeitung «La Repubblica» zufolge soll einer der Opferanwälte, Sébastien Fanti, den Ermittlern eine umfangreiche Akte zur Verfügung gestellt haben, mit E-Mails von Zeugen und Überlebenden. Unter den Dokumenten soll sich auch der Beweis für das Feuer im Jahr 2024 wiederfinden. Auch der Brand damals sei durch Sprühfontänen ausgelöst worden – genau wie die Feuerkatastrophe in der Silvesternacht Anfang dieses Jahres. Details zu den möglichen Beweisen blieben in dem Bericht unklar.
Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis blockt Medienanfragen grundsätzlich ab und verweist regelmässig darauf, dass «die nächsten Mitteilungen über das Drama in Crans-Montana ausschliesslich in Form einer Pressemitteilung» erfolgten.
Die Momente vor dem Brand in Crans-Montana
Dass in der Bar «Le Constellation» bereits in der Vergangenheit regelmässig an Champagnerflaschen angebrachte Sprühfontänen eingesetzt worden waren, legte unter anderem ein Werbevideo nahe, das die Bar im Mai 2024 selbst veröffentlichte.
Crans-Montana: «Niemals hätten wir uns das vorstellen können»
Doch das Betreiberpaar hatte bisher den Eindruck erweckt, die Tragödie sei nicht vorherzusehen gewesen. Jessica Moretti sagte vor Journalisten am 9. Januar: «Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können.»
In einer Vernehmung gab sie laut einem Bericht der Zeitung «Corriere della Sera» an, nicht gewusst zu haben, dass die Schaumstoffpaneele an der Decke der Bar leicht entflammbar sind. Gegen sie und ihren Mann laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Es gilt die Unschuldsvermutung.
In der Bar «Le Constellation» hatten in der Silvesternacht funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich schnell aus. 40 Menschen kamen ums Leben, darunter zahlreiche Minderjährige. 116 Menschen wurden verletzt, davon erlitten etwa 80 schwere Verbrennungen.
Die Gemeinde Crans-Montana hatte eingeräumt, dass die eigentlich vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt wurden.

