Die Nacht auf Samstag wird heikel: Das erwartet uns wettermässig am Wochenende
In Teilen des Flachlands gab es am Freitagmorgen ein weisses Erwachen. Sogar in der Stadt Zürich lag ein weisses Fläumchen, hier wurde am Freitagmorgen eine Schneehöhe von zwei Zentimetern (Station Zürich / Fluntern) gemessen. Nicht zu vergleichen sind diese Verhältnisse mit dem Neuschnee, den es in den letzten zwei Tagen in den Bergen gab, wie ein Blick in die Messdaten von MeteoSchweiz zeigt:
- Säntis (AI): 79 Zentimeter
- Fionnay (VS): 61 Zentimeter
- Adelboden (BE): 60 Zentimeter
- Guttannen (BE): 56 Zentimeter
- Arosa (GR): 54 Zentimeter
In den tieferen Lagen sticht Meiringen im Kanton Bern heraus: Hier gab es seit Mittwochabend 38 Zentimeter Schnee, und das auf einer Höhe von 589 Metern über Meer. Das hat Folgen für die Lawinengefahr.
Der Bund warnt für den gesamten Alpenraum vor Lawinen. Vom Berner Oberland bis nach Glarus gilt sogar die Gefahrenstufe 4: «Spontane und oft auch sehr grosse Lawinen sind wahrscheinlich.»
Bodenfrost im Flachland
Doch auch im Flachland haben die tiefen Temperaturen Auswirkungen: Hier droht Bodenfrost. Der Bund empfiehlt in der Nacht auf Samstag: «Pflanzen mit Vlies abdecken oder empfindliche Topfpflanzen an geschützte Orte wie Hauswände oder ins Gebäudeinnere stellen. Empfindliche Materialien rechtzeitig gegen Frost schützen.»
Der Bodenfrost ist heuer besonders gefährlich, weil er auf eine sehr milde Phase folgt. MeteoNews schätzt, dass «der Vegetationsvorsprung gegenüber dem langfristigen Mittel mindestens zehn Tage bis zwei Wochen beträgt». So blühen im Flachland und in tieferen Alpentälern bereits erste Obstbäume, diese Blüten sind nun in Gefahr.
«In der Nacht auf morgen Samstag ist es dann überall mindestens teilweise klar, sodass die Temperaturen in tiefen Lagen mit der eingeflossenen kalten Luft verbreitet in den Frostbereich sinken, es sind zwischen etwa -6 und -2 Grad zu erwarten», schreibt der Wetterdienst weiter. Das bedroht sogar die eher frostbeständigen Blüten.
So geht es weiter
Aktuell ist mit einem Absinken der Temperaturen auf deutlich unter den Gefrierpunkt aber nur in der Nacht auf Samstag zu rechnen. Danach ziehen erneut Wolken auf, die Mindesttemperaturen pendeln sich dann um 0 Grad ein.
Im Flachland fällt der Rest des Wochenendes und der Start in die nächste Woche dann eher nass und trüb aus, die Maximaltemperaturen bewegen sich zwischen 6 (in Zürich) und 10 Grad (in Basel). Sonnenstrahlen dürften Mangelware sein, dafür ist ab Samstag dann auch die Frostgefahr erstmal gebannt.
«Längerfristig gesehen ist es aber durchaus möglich, dass das Problem auch im April wieder auf uns zukommt, auch dann gab es in den letzten Jahren immer wieder Frost», schreibt MeteoNews. Besonders heikel wird es demnach in der zweiten Aprilhälfte, wenn neben den Obstbäumen auch die Reben blühen. (leo)
