Winter-Comeback in der Schweiz – so schädlich ist Frühlings-Frost für Pflanzen
Während am morgigen Dienstag im Flachland noch viel Sonnenschein und Höchsttemperaturen zwischen 14 und 17 Grad Celsius angesagt sind, startet am Mittwoch bereits ein Wetterumschwung: mit Regen und tieferen Höchsttemperaturen bis 11 Grad. Der Grund sind kalte Polarluftmassen, die sich auf Westeuropa zubewegen.
Cold air will begin to spread into Europe on Wednesday. 🧐❄️The ECMWF model also expects abundant precipitation and the formation of snow cover at higher elevations, in many places even in the more southern parts of Europe. See the forecast of new snowfall from Wednesday to… pic.twitter.com/Zq0ChR19mJ
— Ventusky (@Ventuskycom) March 22, 2026
Am Donnerstag und Freitag folgt der eigentliche Kälteeinbruch: wenig Sonne, dafür Regen, Schneeregen und teilweise Schnee. Im Flachland liegen die Temperaturen dann nur noch zwischen -2 und 5 Grad. Einzig das Tessin bleibt vom Winter-Comeback verschont.
In vielen Berggemeinden soll das Thermometer zudem nicht einmal die Null-Grad-Grenze überschreiten, in Davos zum Beispiel werden für den Donnerstag und Freitag Tageshöchsttemperaturen von je -5 Grad Celsius prognostiziert.
Frost kann blühende Pflanzen schädigen
Der milde Start in den Frühling hat zahlreiche Pflanzen bereits aus dem Winterschlaf gelockt. Knospen treiben aus, erste Blüten öffnen sich. Genau in diesem empfindlichen Stadium können Temperaturen um den Gefrierpunkt dazu führen, dass junge Triebe oder Blüten geschädigt werden oder gar absterben.
Besonders betroffen sind früh austreibende Sträucher wie Schwarzdorn sowie Obstbäume wie Kirsche oder Apfel: Wenn ihre Blüten einmal erfrieren, bleibt die spätere Fruchtbildung oft aus. Frühblüher wie Krokusse oder Schneeglöckchen sind dagegen erstaunlich robust und stecken Frost meist gut weg.
Ernten wohl nicht gefährdet
Ein kurzer Frost Ende März bremst die Pflanzen zwar, führt aber selten zu dauerhaften Schäden. Kritischer wird es, wenn Kältephasen später im Frühling auftreten, wenn viele Kulturen bereits weiter entwickelt sind.
Wie stark die Folgen solcher Wetterkapriolen sein können, zeigt ein Beispiel aus dem Wallis: Nach mehreren Frostnächten im April 2021 verzeichneten Bauern massive Ausfälle bei der Aprikosenernte. Insgesamt gingen rund 85 Prozent der Ernte verloren. Solche Fälle treten allerdings meist etwas später im Frühling auf, wenn die Pflanzen bereits weiter entwickelt sind.
Gefahr durch Frost nimmt zu
In den letzten Jahren häufen sich solche Frostschäden. Ein Faktor, der dazu beiträgt, ist eine längerfristige Entwicklung: Pflanzen treiben heute deutlich früher aus als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Langjährige Beobachtungen zeigen, dass sich die Vegetationsentwicklung in den letzten rund 60 Jahren spürbar nach vorne verschoben hat. Der Hauptgrund dafür ist die Klimaerwärmung: Mildere Temperaturen im Spätwinter und Frühling verschieben die Blütezeit nach vorne.
Das führt zu einem scheinbaren Widerspruch: Zwar gibt es insgesamt weniger Frosttage, doch das Risiko für Schäden nimmt zu. Weil Knospen und Blüten früher entstehen, trifft ein Kälterückfall die Pflanzen häufiger in einer besonders empfindlichen Phase. (ear)
