DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weibliche Chefs sind in Schweizer Firmen noch immer untervertreten

08.12.2020, 09:03
Immer noch zu selten: Weibliche Chefs
Immer noch zu selten: Weibliche Chefs
Bild: keystone

In den Teppichetagen von Schweizer Unternehmen nimmt zwar die Zahl der weiblichen Chefs langsam aber stetig zu. Im internationalen Vergleich hinken die hiesigen Gesellschaften diesbezüglich aber noch weit hinterher.

Weibliche CEOs oder CFOs seien bei Schweizer Firmen eine «rare Spezies», heisst es in einer am Dienstag vom Beratungsunternehmen Egon Zehnder veröffentlichten Studie. So wurden 2020 nur gerade 2.4 Prozent der analysierten Schweizer Unternehmen von weiblichen Chefs geführt. Ihr Anteil liegt damit klar unter dem Durchschnitt Westeuropas (5.7 Prozent) oder der USA (5.3 Prozent).

Auch bei den Finanzchefinnen belegt die Schweiz hintere Plätze mit einem Anteil von 2.5 Prozent verglichen mit 14.0 Prozent in Westeuropa und gar 14.7 Prozent in den USA.

Kein Mangel an geeigneten Kandidatinnen

Die Untervertretung des weiblichen Geschlechts in der Führungsetage ist gemäss der Studienautoren nicht etwa darauf zurückzuführen, dass es an hochqualifizierten Kandidatinnen mangelt. Der Grund liegt offensichtlich in der Kultur der Unternehmen. Ohne «einen Fokus auf die Schaffung einer inklusiven Unternehmenskultur in welcher sowohl männliche wie weibliche Führungsqualitäten gleichwertig geschätzt werden, werden wir weiterhin nur im Schneckentempo Fortschritte erzielen», wird Simone Stebler in der Mitteilung zitiert. Stebler ist verantwortlich für Diversitäts- und Inklusions-Aktivitäten bei Egon Zehnder.

«Es wirkt ungepflegt» – Warum sind Körperhaare bei Frauen noch immer ein Tabu?

Video: watson/jara helmi / lea bloch

Besser, wenngleich auch mit Rückstand zu ausländischen Unternehmen, schneidet die Schweiz in Sachen weibliche Verwaltungsräte ab. Ende April 2020 sass bei 97.6 Prozent der von der Studie erfassten führenden Schweizer Unternehmen mindestens eine Frau im Verwaltungsrat, verglichen noch mit 94.6 Prozent im Jahre 2018. Damit schliesst die Schweiz zum westeuropäischen Standard auf, der inzwischen bei fast hundert Prozent liegt.

Ein Viertel der Verwaltungsräte sind weiblich

Von den 400 Verwaltungsratssitzen der befragten Schweizer Firmen sind aktuell etwa ein Viertel, nämlich 99, durch eine Frau besetzt. Damit hat der Anteil der Frauen in Schweizer Verwaltungsräten seit 2004 um 15.8 Prozent zugenommen.

Ein noch stärkeres Wachstum, nämlich um 24 Prozent, wiesen indes die Leitungsgremien westeuropäischer Firmen aus - mittlerweile sind dort 32 Prozent der über 5'000 Verwaltungsratssitze durch Frauen besetzt, wobei Frankreich mit 43.8 Prozent Anteil weiblicher Board-Mitglieder die grösste Vielfalt auswies.

Egon Zehnder erwartet, dass sich die Situation für die Schweiz in diesem Bereich über die nächsten Jahren weiterentwickeln wird, nicht zuletzt auch als Folge der per 1. Januar 2021 neu eingeführten Geschlechterrichtwerte gemäss Aktienrechtsrevision. In den Geschäftsleitungen der Schweizer Firmen sollen gemäss dem Richtwert mindestens 20 Prozent Frauen sitzen. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

1 Jahr nach dem Frauenstreik gehen Tausende auf die Strasse

1 / 8
1 Jahr nach dem Frauenstreik gehen Tausende auf die Strasse
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau - Fehlanzeige!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Bittere Realität»: Nationalrat beschliesst Frauen-Rentenalter 65

Das Rentenalter für Frauen wird auf 65 Jahre erhöht. So hat es nach dem Ständerat auch der Nationalrat beschlossen, gegen den Widerstand der Linken. Einen Antrag von SP und Grünen, für Frauen beim Rentenalter 64 zu bleiben, hat er mit 124 zu 69 Stimmen abgelehnt.

Mit dem höheren Frauen-Rentenalter werden die Frauen nach Berechnungen des Bundes rund 10 Milliarden Franken zur Finanzierung der AHV beitragen, in den zehn Jahren nach dem Inkrafttreten der Vorlage. SVP, Mitte, FDP und GLP stellen sich …

Artikel lesen
Link zum Artikel