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Das A380-Ende hat Auswirkungen in Emmen: Ruag streicht bis zu 90 Stellen



Bei Ruag International schlägt die Einstellung der Airbus-A380-Flugzeuge auf den Standort Emmen durch. Der vom Armeegeschäft abgespaltene Technologiekonzern baut im Flugzeugstrukturbau in Emmen bis Ende 2021 maximal 90 der heute 290 Stellen ab.

Ruag International lasse nichts unversucht, die Kündigungen in den kommenden zwei Jahren über eine restriktive Einstellungspolitik, natürliche Abgänge, durch interne Jobwechsel oder Übernahme durch externe Partner möglichst gering zu halten, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Die RUAG Niederlassung in Zuerich, anlaesslich der Bilanzmedienkonferenz der RUAG, am Donnerstag, 23. Maerz 2017, in Zuerich. Der internationale Technologiekonzern RUAG erwirtschaftete 2016 mit CHF 1858 Mio. (Vorjahr CHF 1744 Mio.) den hoechsten Umsatz seiner Geschichte. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Bild: KEYSTONE

Ein Sozialplan komme zur Anwendung und ein internes Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung sei eingeleitet. Lernende seien nicht tangiert.

Grund für den Abbau ist unter anderem, dass Kunde Airbus die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 eingestellt hat. Der Flugzeugstrukturbau von Ruag befinde sich bereits in einem komplexen und hochkompetitiven Marktumfeld, schrieb der Konzern. Mit der Einstellung der A380-Aufträge habe sich die wirtschaftliche Situation in Emmen zusätzlich verschärft.

Verlagerung an andere Standorte

Künftig soll sich der Standort nun auf komplexe Technologien sowie auf die Oberflächenbehandlungen von Flugzeugstrukturbauteilen konzentrieren. Arbeitsintensive manuelle Tätigkeiten wie die Blechfertigung und der Zusammenbau von zivilen Flugzeugstrukturteilen sowie die Zerspanung dagegen werden an die beiden anderen Standorte verlagert.

Hohe Stückzahlen sind in Zukunft Sache des deutschen Standorts in Oberpfaffenhofen, während sich der Standort im ungarischen Eger auf die manuelle Bearbeitung von Flugzeugstrukturteilen konzentrieren soll. Neben dem Flugzeugstrukturbau sind in Emmen heute auch andere Ruag-Bereiche wie das Raumfahrtgeschäft oder das Rüstungsgeschäft präsent.

Zum angestrebten Verkauf des Flugzeugwerks in Oberpfaffenhofen gebe es keinen Zusammenhang. In dem Werk wurde unter anderem das Flugzeug DO228 gebaut. Die neue Strategie sehe vor, sich auf den Flugzeugstrukturbau und den Bereich Space zu konzentrieren und den Flugzeugbau abzustossen.

Syna kritisiert den Bund

Die Gewerkschaft Syna wunderte sich, dass der Stellenabbau so schnell nach der Entlassung der Ruag International in die finanzielle Selbständigkeit erfolgt. Der Bundesrat müsse sich die Frage gefallen lassen, ob der Stellenabbau voraussehbar oder gar abzusehen war. Unverständlich sei, dass der Bund nicht schon vor der Abtrennung von Ruag International seine Verantwortung wahrgenommen habe.

Die eventuell Entlassenen brauchten Nachfolgelösungen. Syna werde sich ins eingeleitete Konsultationsverfahren einbringen. Für die Sozialpartner sei es aber schwierig, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, wenn nach den aktuellen Informationen noch völlig offen sei, was das Unternehmen plant.

Rund 1000 Mitarbeitende in Emmen

In Emmen bleibt die Ruag derweil heute mit Bereichen wie dem Raumfahrtgeschäft oder dem Rüstungsgeschäft präsent. Insgesamt arbeiten rund 400 Leute für Ruag International in Emmen und nochmals 600 für Ruag Schweiz.

Ruag International ist seit Anfang Jahr als ziviler Geschäftsbereich vom Rüstungsbereich getrennt. Der Bundesrat hatte im März 2019 die Entflechtung des für die Armee tätigen Bereichs des Bundeskonzerns genehmigt. Ruag International soll zu einem Aerospace-Technologiekonzern weiterentwickelt und mittelfristig vollständig privatisiert und an die Börse gebracht werden. Seit Jahresbeginn bestehen unter der Beteiligungsgesellschaft BGRB Holding AG mit MRO Schweiz und RUAG International zwei neue Subholdings. (sda/awp)

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