Schweiz
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So viel tiefer müssen Schweizer für Zeitschriften und Kleider in die Tasche greifen



ZUR FRUEHLINGSSESSION VOM 5. MAERZ 2018 MIT THEMEN WIE ZEITSCHRIFTENPREISE, ZERSIEDELUNG, ERHALT VON STROMPRODUKTIONSANLAGEN UND DEM CASSIS-DE-DIJON PRINZIP, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Various weeklies and monthlies are displayed at a kiosk in Zurich, Switzerland, pictured on May 14, 2008. With over 1000 stores, the k kiosk-chain runs the majority of kiosks in Switzerland. The chain belongs to the Valora Holding Inc. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Verschiedene Wochen- und Monatszeitschriften liegen am 14. Mai 2008 in einer Auslage des Kiosks in der Muenstergasse in Zuerich, Schweiz. Die k kiosk-Kette, welche mit ueber 1000 Filialen die Mehrheit der Kioske in der Schweiz betreibt, ist Teil der Valora Holding AG. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Bild: KEYSTONE

Die Schweiz ist und bleibt eine Hochpreisinsel in Europa. Das zeigt sich eindrücklich am Beispiel von Zeitschriften und Kleidern. Für diese bezahlen Schweizer massiv mehr als Konsumenten in den Nachbarländern.

So kostet ein Warenkorb von identischen Zeitschriften in der Deutschschweiz 51 Prozent mehr als in Deutschland, wie eine von der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz und ihren Allianz-Partner FRC und ACSI am Donnerstag veröffentliche Erhebung zeigt. Dabei wurden im April 2019 die Preise von 115 Zeitschriften in der Schweiz mit denen im angrenzenden Ausland verglichen.

In der Französischen Schweiz beträgt der Preisunterscheid im Vergleich zu Frankreich im Mittel gar fast 57 Prozent. Im Tessin sind die Zeitschriften durchschnittlich sogar mehr als doppelt so teuer wie in Italien (+127%).

Im Vergleich zu Deutschland finden sich bei den Zeitschriften Bravo (+92%), Cosmopolitan (+86%) und Bravo Girl (+85%) die grösste Preisdifferenz. Die kleinste finden sich bei Monopol, Merian und Psychologie Heute, wobei diese Zeitschriften immer noch zwischen 18 Prozent und 29 Prozent mehr kosten als in Deutschland.

Der grösste Preisunterschied überhaupt besteht bei der Zeitschrift Quattroruote. In Italien kostet diese umgerechnet 5.65 Franken und in der Schweiz 19.50 Franken, ein Preisunterschied von 245 Prozent.

Stabile Preisdifferenz in letzten fünf Jahren

In den letzten fünf Jahren haben sich die Preisdifferenzen bei den Zeitschriften kaum verändert, wie es in der Studie heisst. Im Juni 2014 hatten die Zeitschriften in der Schweiz durchschnittlich 49 Prozent mehr gekostet als in Deutschland. Gegenüber Frankreich betrug die Differenz damals 55 Prozent und gegenüber Italien 124 Prozent.

Deutlich mehr als ihre Nachbarn bezahlen Schweizer auch für Kleider. Allerdings fällt die Differenz geringer aus als bei den Zeitschriften. So sind Kleider in der Schweiz 25 Prozent teurer als in Deutschland, Frankreich und Italien. Zum Preisvergleich wurden 150 Produkten der Anbieter Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara herangezogen.

Preisunterschied bei Esprit am grössten

epa07446225 A woman walks past Zara, a Spanish fast fashion retailer store in Taipei, Taiwan, 13 March 2019 (issued 18 March 2019). Spain started its pork import to Taiwan in 2014 and has since become the second largest pork supplier behind Canada, with 45 million Euro (around 51 million US dollars) worth of products imported in 2018. Other products that are imported into Taiwan from Spain include wine, oil, cosmetics, clothing, cars and medicine.  EPA/RITCHIE B. TONGO

Bild: EPA/EPA

Allerdings variiert der «Zuschlag Schweiz» je nach Anbieter beträchtlich: Sind es bei H&M «nur» 17 Prozent, kosten bei Esprit Schweiz identische Kleider 32 Prozent mehr als in den drei Nachbarländern. Im Mittelfeld befinden sich Vero Moda (+22%), Mango (+23%) und Zara (+28%).

Mehrwertsteuerbereinigt wären die Preisunterschiede gar noch deutlich grösser, da die Schweiz den tiefsten Mehrwertsteuersatz der untersuchten vier Länder habe, schreibt der Konsumentenschutz.

Die Preisunterschiede bei den Kleidern sind wie bei den Zeitschriften über die letzten Jahre ebenfalls relativ stabil geblieben: Zwischen 2012 und 2016 waren Kleider in der Schweiz (mit einer Ausnahme) immer zwischen rund 25 und 31 Prozent teurer als im angrenzenden Ausland. (aeg/sda/awp)

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