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Armut in der Schweiz: Ein Obdachloser in Genf.<br data-editable="remove">
Armut in der Schweiz: Ein Obdachloser in Genf.
Bild: KEYSTONE

Keine Ferien, keine Waschmaschine: 530'000 Menschen in der Schweiz leben in absoluter Armut

25.04.2016, 13:3825.04.2016, 13:46

6,6 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz – das sind 530'000 Personen – hatten 2014 nur ein Einkommen unter der absoluten Armutsgrenze. Dies sagen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS). Über eine Million Menschen waren gefährdet, in die Armut abzurutschen.

Bei 4,6 Prozent der Bevölkerung führte die schlechte finanzielle Lage zu starken Einschränkungen im täglichen Leben, zu materieller Entbehrung. Sie mussten in mindestens drei von neun Lebensbereichen wegen Geldmangels zurückstecken, wie das BFS am Montag mitteilte.

Beispielsweise konnten die Betroffenen sich weder Ferien noch regelmässige Mahlzeiten mit Fleisch oder Fisch leisten. Sie mussten auch auf langlebige Gebrauchsgüter wie eine Waschmaschine oder ein Telefon verzichten.

In der EU sind mit 18,6 Prozent der Bevölkerung weitaus mehr Menschen von materiellen Entbehrungen betroffen. 

Von 2007 bis 2013 sank die Armutsquote in der Schweiz. Der Wert für 2014 ist aus methodischen Gründen nicht direkt vergleichbar. &nbsp;<br data-editable="remove">
Von 2007 bis 2013 sank die Armutsquote in der Schweiz. Der Wert für 2014 ist aus methodischen Gründen nicht direkt vergleichbar.  
Grafik: BFS

1,3-mal mehr Einkommen als in Deutschland

Das verfügbare Haushaltseinkommen in der Schweiz ist 1,3-mal so hoch wie in Deutschland oder Frankreich – die höheren Preise sind dabei schon herausgerechnet. Der allgemeine Lebensstandard in der Schweiz gehörte deshalb auch 2014 zusammen mit denjenigen Norwegens und Luxemburgs zu den höchsten Europas, wie das BFS schreibt.

Auch die Einkommensungleichheit ist hierzulande weniger ausgeprägt als in den meisten europäischen Ländern: Die reichsten 20 Prozent verdienten zusammengerechnet 4,4-mal so viel wie die ärmsten 20 Prozent. Im europäischen Durchschnitt sind es 5,2-mal so viel.

Dennoch: Auch in der Schweiz kennen viele Menschen finanzielle Engpässe. So war 2014 jeder Fünfte nicht in der Lage, innerhalb eines Monats eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken zu bestreiten. Jede zehnte Person konnte sich keine Woche Ferien weg von zuhause leisten. (sda)

Auch 2011 konnten sich knapp 9 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz keine Woche Ferien im Jahr leisten.&nbsp;<br data-editable="remove">
Auch 2011 konnten sich knapp 9 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz keine Woche Ferien im Jahr leisten. 
Grafik: Statista
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