Schweiz
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SRG-Trendumfrage: Väter bekommen ihren Urlaub, Wölfe müssen sich warm anziehen



Frischgebackene V

Der Vaterschaftsurlaub findet in der Bevölkerung Anklang. Bild: sda

Der erleichterte Abschuss von Wolf, Biber und Co. im neuen Jagdgesetz könnte bei der Volksabstimmung vom 27. September durchkommen. Der Vaterschaftsurlaub stösst deutlich auf Zustimmung. Einen schweren Stand hat der Kinderabzug. Das zeigt die erste Welle der SRG-SSR-Trendbefragung.

45 Prozent der befragten Stimmberechtigten wollten abstimmen. Beim geänderten Jagdgesetz ist die Ja-Seite mit 54 Prozent neun Wochen vor dem Urnengang klar im Vorteil, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage zeigt. 45 Prozent wollten ein Nein einlegen.

Das vom Parlament revidierte Jagdgesetz sei kein Freipass für Wilderer, betonen die Befürworter der Vorlage - im Gegenteil: Es verbessere den Artenschutz in der Schweiz. (Themenbild)

Bild: sda

Zehn Prozent sind sich noch nicht schlüssig. Der Ja-Anteil legte seit einer ersten Befragung im März leicht zu. Die für den 17. Mai geplante Abstimmung über die Vorlage wurde Coronavirus-bedingt abgesagt. Die Meinungsbildung ist trotz medialer Debatten noch tief bis mittel.

Zwar lehnen SP- und Grünen-Wählerschaft die Vorlage ab, ein Drittel von ihnen will aber zustimmen. Die Bürgerlichen stehen geschlossen hinter ihren Parteien. Sämtliche Bevölkerungsgruppen und auch die Sprachregionen stehen im Ja-Lager.

Ein Stadt-Land-Graben ist ansatzweise erkennbar: Auf dem Land ist die Zustimmung breiter. Bei den Frauen beträgt der Ja-Anteil lediglich 51 Prozent, während er bei den Männern bei 58 Prozent liegt.

Breite Zustimmung zum Vaterschaftsurlaub

Der Vaterschaftsurlaub kann gemäss derzeitiger Ausgangslage an der Urne auf eine Zustimmung von 63 Prozent zählen. 35 Prozent äusserten sich dagegen, und nur zwei Prozent waren unentschieden. Die Meinungen sind gemacht.

Konfliktlinien zeigen sich in der sozioökonomischen und politischen Ausrichtung. Die bisher einzigen ablehnenden Gruppen sind die SVP-Anhänger, die gegenüber der Regierung Misstrauischen und die wenig Gebildeten. Der gesellschaftliche Konsens ist breit.

Gross sind indessen die Unterschiede nach Alter: Von den 18- bis 39-Jährigen wollen 77 Prozent die Vorlage annehmen. Bei den 40- bis 64-jährigen sind es 63 Prozent und bei den Pensionierten lediglich noch 54 Prozent.

Als Grund für ein Ja gibt die Mehrheit an, es sei Zeit für eine gleichberechtigte und fortschrittliche Familienpolitik. Auch die Vater-Kind-Bindung wird genannt. Das Gegner-Argument mit dem fehlenden Geld verfängt hingegen nicht.

Nein-Trend beim Kinderabzug

Personen entrollen einen SP-Banner an einer ueberparteilichen Medienkonferenz zur Vorlage ãSteuerliche Beruecksichtigung der KinderdrittbetreuungskostenÒ, am Montag,15. Juni 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bild: keystone

Knapp fällt der Trend beim Kinderabzug von der Bundessteuer aus. 51 Prozent wollen ein Ja einlegen, 43 Prozent ein Nein. Der Rest ist unentschieden. Die Meinungen sind noch wenig gefestigt. Damit wird die Phase der Hauptkampagne für das Resultat entscheidend.

Linke und Mitte-Wählerschaften standen im März noch entgegen ihrer Parteien im Ja-Lager und schwenkten in der aktuellen Umfrage langsam auf Parteilinie. Die Ja-Lager bei SP, Grünen und GLP landeten nur noch knapp im Plus. SVP-Nahe hatten sich im März mehrheitlich für ein Nein ausgesprochen.

Die Trends verlaufen derzeit flächendeckend zu Ungunsten des Steuerabzugs, in der lateinischsprachigen Schweiz deutlicher als in der Deutschschweiz.

Die erste Welle der SRG-SSR-Trendbefragung führte das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 3. und dem 17. August durch. Befragt wurden 29'540 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich beträgt 2.9 Prozentpunkte. Ein Wert von 50 Prozent kann damit zwischen 47.1 und 52.9 Prozent liegen. (aeg/sda)

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