Schweiz
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Mit Geduld am Ende: Pflegefachpersonal fordert mehr Lohn und Ausbildungsoffensive

Die Wertschätzung der Bevölkerung in der Coronakrise freut zwar den Pflegefachverband. Statt Worten brauche es nun aber Taten. Die Arbeitsbedingungen müssten sofort verbessert werden.



Der Nationalrat diskutiert am Montag und am Dienstag darüber, wie die Pflegeberufe aufgewertet werden können. (Themenbild)

In der Pflege sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Das fordert der Berufsverband in einem offenen Brief an das Parlament. Bild: KEYSTONE

«Wir sind mit unserer Geduld am Ende», schreibt der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) in einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief an das Bundesparlament in Bern. Und die Wortwahl ist deutlich: «Wir fordern Taten. Leere Worte haben wir genug gehört.» Eine finanzielle Anerkennung in dieser ausserordentlichen Situation wäre laut SBK mehr als angezeigt.

Der Verband habe die Massnahmen des Bundes bislang mit «allen Kräften» unterstützt. «Die Coronakrise hat aber auch gravierende Schwächen im Gesundheitswesen offenlegt.» Nach Ansicht des SBK sind dies Folge von «politischen und behördlichen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen».

Der Verband kritisiert vor allem drei Punkte: Schlicht einen Skandal nennt er den Mangel an Schutzmasken. Inakzeptabel sei aber auch, dass der Bundesrat die Arbeitsvorschriften ausser Kraft setzen musste, um die Versorgung sicherzustellen. Und schliesslich habe die Pandemie auch die «gefährliche Abhängigkeit» der Schweiz von ausländischem Gesundheitsfachpersonal vor Augen geführt.

Politik ist nun am Zug

Für den Pflegeverband ist darum klar: Die Politik muss jetzt handeln. In der Pflege sei die Belastung zu hoch, der Lohn und die Anerkennung zu tief. An das Parlament richtet der Verband vier Forderungen, die auch wesentlicher Bestandteil der Volksinitiative für eine starke Pflege sind, die das Parlament derzeit behandelt.

Die Schweiz benötige erstens eine Ausbildungsoffensive. Es sei ein Armutszeugnis, dass das Land nicht einmal die Hälfte des benötigten Pflegefachpersonals selber ausbilde, schreibt der Verband. Weiter fordert er die Anerkennung der Autonomie in der Pflege. Heute sei diese gesetzlich immer noch als medizinischer Hilfsberuf eingestuft. Drittens brauche es mehr Zeit für Pflege. Einer «Pflege à la minute» müsse ein Ende bereitet werden. Zuletzt verlangt das Pflegefachpersonal bessere Arbeitsbedingungen. (rwa/chmedia)

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