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epa08112466 Children help with the laundry in the refugee camp of Moria, on Lesvos island, Greece, 08 January 2020. In the camp, meant to host 2500 migrants and refugees, nowdays are living more than 18,000 people in poor conditions as the temperatures are around six degrees Celsius.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

42'000 geflüchtete Menschen leben in Lagern auf den griechischen Inseln: Ein Ausbreiten des Coronavirus könnte verheerende Folgen haben. Bild: EPA

Das «Corona-Paradies»: Eine Pflegerin, ein Helfer und ein Politiker berichten aus Lesbos

Während sich Europa zu Hause verschanzt, droht an der griechischen Grenze eine humanitäre Katastrophe. 42'000 Menschen befinden sich dort in improvisierten Flüchtlingslagern. Nur noch wenige NGO's, Helfer und Politiker sind vor Ort – watson hat mit drei von ihnen gesprochen.



Während sich Europas Bevölkerung angesichts der rapiden Ausbreitung des Coronavirus in ihren Wohnungen und Häuser zurückzieht, die Empfehlungen der Regierung befolgt und hofft, die Coronakrise so schnell wie möglich zu überstehen, droht in Griechenland einmal mehr eine humanitäre Katastrophe.

In den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos leben insgesamt 42'000 Flüchtlinge in prekären Bedingungen – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste Coronafall auftritt. Sibylle Berger, Delegierte bei Ärzte ohne Grenzen, fordert deshalb: «Es muss eine Evakuierung der Lager auf den Inseln geben – und zwar so schnell wie möglich.»

watson hat mit drei Leuten gesprochen, die seit längerer Zeit regelmässig auf den griechischen Inseln sind – ein Politiker, eine Pflegerin und ein Flüchtlingshelfer – und die über die Verhältnisse Bescheid wissen.

Sie alle sind sich einig: Die Flüchtlingslager, vor allem Moria auf Lesbos, sind alles andere als gewappnet. Sollte sich das Virus in den überfüllten Camps ausbreiten, bricht die medizinische Versorgung schnell zusammen.

Die Krankenpflegerin

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Bild: zvg

Maria kommt gerade von einer Tour durch das Lager Moria. Sie hat im Camp Seife verteilt – als Prävention gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Nur gestaltet sich das schwierig in einem Camp, in dem es einen Wasserhahn auf 1300 Leute gibt und in vielen Teilen des Lagers gar kein Wasserzugang existiert. «Viele Menschen fragten mich: ‹Was soll ich mit der Seife, wir haben ja nicht einmal Wasser?›»

Die 29-jährige Deutsche ist ausgebildete Krankenschwester, sie arbeitet für die Organisation Medical Volunteers International auf der Insel Lesbos. Jetzt, nach Ausbruch der Corona-Epidemie ist die medizinische Situation noch prekärer als zuvor.

Am Telefon berichtet sie, an was es alles fehlt im Lager: Masken, Handschuhe, Kittel – vor allem aber an medizinischem Personal. Medical Volunteer International, Marias NGO, ist eine der letzten auf Lesbos. Alle anderen haben die Insel verlassen – wegen des Coronavirus.

epa08150094 An image taken with a drone shows the refugee camp of Moria, on Lesvos island, Greece, 22 January 2020. At the camp, which is meant to host 2,500 migrants and refugees, nowdays are living more than 20,000 people in poor conditions. The entire island of Lesvos among with Chios and Samos are holding a 24-hour strike on 22 January to protest the migration situation as thousands of asylum seekers are stranded there in unbearable situation and low temperatures.  EPA/DIMITRIS TOSIDIS

Eine Drohnenaufnahme von Moria: Das Flüchtlingslager ist mit 20'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt auf der Insel Lesbos. Bild: EPA

Für die lokale Bevölkerung auf Lesbos wurde anfangs Woche eine Ausgangssperre verhängt. In Moria sei dies nicht möglich, sagt Maria. «Wie sollte das gehen? Man kann die Menschen nicht in ihre winzigen Zelte sperren. Sie leben jetzt schon auf engstem Raum, ausserdem müssen sie überall anstehen: Fürs Wasser, für die Duschen, für die Essensausgabe.»

Maria hustet ins Telefon, «kein Corona, ich rauche einfach zu viel». Die 29-Jährige ist seit eineinhalb Jahren auf Lesbos – viel länger als ursprünglich geplant. Ihr Team umfasst noch fünf Ärzte und sieben Krankenpfleger. Viel zu wenig, falls das Virus wirklich ausbrechen sollte.

Der Flüchtlingshelfer

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bild: zvg

Fabian Bracher wird am Telefon deutlich: «Ich bin enorm frustiert – und ich bin wütend», sagt der Leiter des Schweizer Flüchtlingshilfswerks One Happy Familiy. Wütend über die Untätigkeit der Schweiz und Europa angesichts der humanitären Krise vor der eigenen Haustür, wütend über das Wegschauen der reichen Länder.

Bracher war bis zum vergangenen Montag auf der Insel Lesbos. «Die Lage ist dramatisch», die Camps seien überfüllt wie nie zuvor, vor allem das berüchtigte Lager Moria. «Moria hat eine offizielle Kapazität von 2840, nun sind hier 20'000 Menschen eingepfercht. Die Zustände sind noch viel schlimmer als sonst. Ganze Familien sind in sommerlichen Dreierzelten untergebracht, in gewissen Containern leben 16 Menschen auf wenigen Quadratmetern. Die Forderung nach Social Distancing ist angesichts dieser Bedingungen ein Hohn.»

Brachers Hilfswerk One Happy Familiy setzte auf die Zusammenarbeit mit den Geflüchteten. Gemeinsam betrieben sie ein Café, gaben Kindern Schulunterricht und integrierten Leute in den lokalen Arbeitsmarkt. Anfang März brannte das Gemeinschaftszentrum von One Happy Familiy nieder, schnell war klar, dass es sich um Brandstiftung handelte. Die Täter wurden mittlerweile ermittelt.

Migrants stand outside their makeshift tents outside the perimeter of the overcrowded Moria refugee camp after a rainfall on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, on Tuesday, Jan. 28, 2020. Greece has been the first point of entry into the European Union for hundreds of thousands of people fleeing war or poverty at home, with most arriving on eastern Aegean islands from nearby Turkey. (AP Photo/Aggelos Barai)

Unzureichende Hygiene-Bedingungen, mangelnde medizinische Versorgung: Das Lager Moria auf Lesbos. Bild: AP

Vor zwei Wochen kam es auf der griechischen Insel zu heftigen Demonstrationen. Die lokale Bevölkerung entlud ihren Frust gegen ein geplantes neues Flüchtlingszentrum, Rechtsextreme mischten sich unter die Demonstranten und bedrohten Geflüchtete, Journalistinnen und Flüchtlingshelfer. «Seither herrscht eine Stimmung der Angst», sagt Bracher. Viele NGOs haben ihre Helfer abgezogen, selbst die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die medizinische Versorgung vor Ort garantiert, musste den Betrieb für zwei Tage aussetzen.

Bracher wünscht sich mehr Engagement der Zivilgesellschaft – und dass die Politik endlich handelt. «Die Menschenrechte in Griechenland wurden faktisch ausgehebelt. Und wenn Menschenrechte für Menschen auf der Flucht nicht gelten, gelten sie für uns alle nicht.»

Für den 29-Jährigen ist klar: Das Engagement in Lesbos wird fortgesetzt. Der Neuaufbau des Zentrums ist wegen der faktischen Ausgangssperre in Griechenland zwar auf Eis gelegt. Sobald diese gelockert werden, wird das Team weitermachen. «Man darf den Mut nicht verlieren.»

Der Politiker

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Bild: zvg/twitter

Erik Marquardt sitzt als Abgeordneter der Deutschen Grünen im Europaparlament. Momentan betreibt er aber vor allem Politik vor Ort. Marquardt ist seit dem 25. Februar auf der Insel Lesbos. «Flucht und Migration wird sonst immer erst dann virulent, wenn sie an der eigenen Grenze passiert. Ich wollte das mal umkehren.» Seit vier Wochen berichtet Marquardt nun in den sozialen Medien und in Interviews über die Situation in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und setzt sich als migrationspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament für eine Verbesserung der Bedingungen vor Ort ein.

Der 32-Jährige war als Fotojournalist bereits in anderen Krisenregionen unterwegs. In Afghanistan, mit Seenotrettern auf dem Mittelmeer und auf der Balkanroute. Die letzten paar Wochen auf Lesbos, sagt er, hätten sich angefühlt wie in der Serie «The Walking Dead». Brände in Lagern, gewalttätige Proteste mit Knüppeln und Eisenketten, angereiste Rechtsextreme gegen die Flüchtlingslager und nun die drohende Ausbreitung des Coronavirus.

A migrant stands next to their makeshift tent outside the perimeter of the overcrowded Moria refugee camp on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, Wednesday, March 11, 2020. Camps on Lesbos and other islands of the eastern Aegean are already overcrowded and operating above their capacity. (AP Photo/Aggelos Barai)

Zeltlager im Camp Moria: Social Distancing ist illusorisch. Bild: AP

Dennoch betont Marquardt: «An den EU-Aussengrenzen herrschte schon vor Corona eine humanitäre Krise.» Und zwar mit Absicht: «Die Europäische Asylpolitik setzte auf Abschreckung. Die Bilder in den Lagern und an der Grenze sollten Menschen daran hindern, sich auf den Weg zu machen.»

Und seit der türkische Präsident Recep Tayip Erdogan den 2016 geschlossenen Flüchtlingsdeal faktisch aufkündigte, verschlimmert sich die Situation noch einmal. Für Marquardt, der seit 2019 im Europaparlament sitzt, kommt das einer Bankrotterklärung gleich. «Die EU gibt in diesen Tagen ein erbärmliches Bild ab. Erdogan muss einmal pusten, und die EU fällt wie ein Kartenhaus zusammen.»

Mit der Petition #LeaveNoOneBehind will der deutsche Grüne-Politiker nun erreichen, dass die europäischen Regierungen und die EU-Kommission die Flüchtlingslager evakuieren. Ansonsten, ist Marquardt überzeugt, «wird es zur Katastrophe kommen in den Lagern», denn diese, so Marquardt, sind ein «Corona-Paradies».

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109Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nerd077 27.03.2020 11:26
    Highlight Highlight Viele Leute empören sich hier darüber, dass man Schweizer im Ausland zurück holt und Flüchtlinge aussperrt. Nur: Schweizer dürfen in der Schweiz Arbeiten, haben hier einen Wohnsitz und können die Wirtschaft & Sozialversicherungen stützen.
    Mit unserem System ist eine schnelle Integration von Flüchtlingen nicht möglich.
    Zudem ist der finanzielle Bedarf eine Rückhol-Aktion begrenzt, wohingegen Flüchtlinge aufnehmen finanziell ein Fass ohne Boden ist.
    Ja, es ist eine unmoralische und unmenschliche Entscheidung Bürger zu bevorzugen, muss aber scheinbar momentan getroffen werden.
  • Binturong 27.03.2020 11:22
    Highlight Highlight Die ganze Flüchtlingsmigration ist ein Fass ohne Boden. Wenn Europa jetzt Migranten aus den Lagern aufnimmt, kommen morgen wieder neue nach. Man kann nun mal nicht jedem helfen.
  • Katzenseekatze 27.03.2020 08:27
    Highlight Highlight In den kommentarspalten sehe ich deutlich welche Menschen mehrwertig sind … traurig ☹️
  • THEOne 27.03.2020 07:58
    Highlight Highlight immer diese gejammer über die flüchtlinge. seit jahrzenten "kämpft" man dagegen an und genutzt hat es nix, weil keiner will, dass es was nutzt. so ist die welt und so wird sie auch bleiben, findet euch damit ab.
  • mon tuno 26.03.2020 23:19
    Highlight Highlight Ich bin dagegen, die Leute ihrem Schicksal zu überlassen. Ich bin aber auch dagegen, falsche Anreize zu schaffen und aus Mitleid halb Afrika bei uns einzuquartieren. Das kann nicht die Lösung sein.

    Ein Ansatz wäre, dass die Industriegesellschaften tatkräftig mithelfen, eine funktionierende Infrastruktur und Industrie in den Herkunftsländern aufzubauen. Mit Experten, und nicht Brot, Almosen und Bibel verteilenden Spinnern. Die Länder verpflichtend in den Handel einbinden und strukturelle Veränderungen begleiten, damit die Kohle mal dort landet wo sie soll.

    Wir könnten das.
    • Anam.Cara 27.03.2020 07:41
      Highlight Highlight China macht es vor und investiert viel in dir Infrastruktur in Afrika. Das ist langfristig vielleicht eher Eigennutz als Entwicklungshilfe. Aber Fakt ist, dass Europa das Potenzial des Nachbarkontinents in den letzten 50+ Jahren komplett verschlafen (evtl sogar ignoriert) hat.
      Ja, wir könnten das.
      Nicht als Kolonialherren. Nicht als Wirtschaftsimperialisten.
      Sondern als Menschen.
    • grünergutmensch 27.03.2020 07:55
      Highlight Highlight Mon tuno, syrien ist nicht afrika
    • mon tuno 27.03.2020 07:56
      Highlight Highlight Ja, an China hab ich gedacht, wollte es aber nicht erwähnen, da die Rolle der Chinesen da ziemlich Fragen aufwirft. Aber nur wer nichts tut macht keine Fehler
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerLettant 26.03.2020 22:17
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, wie ich die vielen menschenfeindlichen Kommentare hier deuten soll. Mir wird echt übel ab so viel Hass, Unwissen und Vorurteilen.
    Ein Deutungsversuch:
    Menschen mit Mitgefühl und der Fähigkeit des differenzierten Denkens fühlen sich langsam ohnmächtig ab der Combo Covid/Flüchtlingsdrama und viele von ihnen klicken nicht mal mehr auf den Artikel, weil sie den Anblick von so viel Leid gar nicht ertragen.
    Dann ist genügend Platz in der Kommentarspalte vorhanden für die niederträchtigsten Ansichten.
    Mehr als eine Billion für die Wirtschaft in Europa. Einen Dreck für Flüchtlinge
    • Coffeetime 26.03.2020 23:07
      Highlight Highlight Es sind gerade leider viele von Rechts wieder unterwegs... sie haben nichts zu machen in der Quarantäne, können nicht zum Stammtisch, also wüten sie in den Chats.
    • Saraina 27.03.2020 06:32
      Highlight Highlight Die Leute von Rechts dürften sich auch auf die Zeit nach der Krise vorbereiten. Keine Handbreit den Faschisten!
    • Adam Smith 27.03.2020 09:05
      Highlight Highlight @DerLettant Oder mein Erklärungsversuch: Die Leute haben die Nase gestrichen voll, einfach jeden dahergelaufenen aufzunehmen. Du kannst dich ja mal am Bremer Hauptbahnhof bewegen, dort siehst du gut, welche Leute man sich zu einem grossen Teil hierher holt. Wenn du dich dort komplett sicher fühlst, kannst gerne weiter für unbegrenzte Migration werben, ansonsten ist das dreckige Heuchelei.
  • Nino F. 26.03.2020 21:56
    Highlight Highlight Evakuiert diese Leute!
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.03.2020 22:46
      Highlight Highlight Wohin? Nach Syrien?
    • Saraina 27.03.2020 06:33
      Highlight Highlight Auf‘s Festland! Diese Forderung steht seit Jahren im Raum.
    • grünergutmensch 27.03.2020 07:57
      Highlight Highlight Wohin wohl? Verteilen auf die europäischen länder und ihnen eine perspektive bieten! Wir haben den platz und die mittel dafür
    Weitere Antworten anzeigen
  • TJ Müller 26.03.2020 21:07
    Highlight Highlight Ein weiterer Bericht über die Tragödie vor den Toren Europas, ein weiterer Beeicht der in rechten Netzwerken herumgereicht wird. Schämt euch Schlechtmenschen!
    • Ostfreak 26.03.2020 22:06
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • neutrino 26.03.2020 20:57
    Highlight Highlight Auch wenn ich mich unbeliebt mache: ich war in Lesbos vor Ort (für 3 Wochen in 2019) und 90% der Personen sind um die 20 Jahre oder jünger, sowie paar Familien (mit auch sehr jungen Eltern). Alte Menschen hat es keine unter den Flüchtlingen und diejenigen mit Vorerkrankungen haben es auch nicht bis Lesbos geschafft (so tragisch es ist).

    Für gesunde Personen unter 20 ist Corona wirklich nicht mehr als eine Grippe (mit Ausnahmen). Für diese Personen sind andere Gefahren viel akuter auf Lesbos.
    • TJ Müller 26.03.2020 21:05
      Highlight Highlight "für gesunde Personen", genau das ist ja das Problem, die Peronen sind eben sehr oft nicht gesund und und unterernährt. Dazu kommt, dass viele Menschen bei COVID 19 zwar überleben, dies aber nur dank medizinischer Hilfe. Wenn diese nicht verfügbar ist (wie auf Lesbos) dann werden auch mehr Menschen sterben die eigendlich überlebt hätten bei adäquater Hilfe.
  • Ostfreak 26.03.2020 20:46
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Demetria 26.03.2020 20:23
    Highlight Highlight Hat da nicht mal jemand etwas von humanitärer Tradition gesagt? Die die sonst immer so stolz sind, dass das Rote Kreuz ihr Logo übernommen hat? Jetzt mal wenigstens Alte, Schwangere, Behinderte und Familien mit kleinen Kindern aufnehmen wäre doch echt anständig im Land der Millionäre. Über Flüchtlingspolitik kann man dann wieder streiten wenn der Virus durch ist. Wär auch solidarisch mit den Mittelmeerstaaten die jetzt gerade echt noch andere Sorgen haben.
    • Darkside 26.03.2020 20:59
      Highlight Highlight Haben wir nicht auch grade noch andere Sorgen?
    • TJ Müller 26.03.2020 21:32
      Highlight Highlight Darkside, ja wir haben zur Zeit Sorgen und zwar, dass aktuell eine Pandemie herrscht und wir einschneidende Massnahmen ergreifen müssen um Leben zu Retten. LEBEN, allgemein, nicht nur Schweizer Leben. Ich weiss, ich weiss, für Nationalisten wie dich schwer vorzustellen, aber mir ist es sowas von egal, wessen Leben gerettet wird, da jedes Leben gleich wertvoll ist.
    • Darkside 26.03.2020 23:16
      Highlight Highlight Wenn Du mich auch nur ein bisschen kennen würdest, wüsstest Du dass mir das Konzept Nationalismus völlig fremd ist. Aber da wir nun mal dieses Ländersystem mit nationalen Regierungen haben, ist es wohl nachvollziehbar, dass zuerst auf die eigenen Bürger geschaut wird. Aber danke für die Unterstellung.
      Und im übrigen möchte ich Deine Reaktion sehen wenn es im Spital heisst, dass Deine Grossmutter leider kein Beatmungsgerät bekommt weil es grade von einem syrischen Flüchtling gebraucht wird. Heuchler.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turicum04 26.03.2020 19:57
    Highlight Highlight Angesicht, dass unsere Flüchtlingslager leer stehen, könnte man doch wenigstens 20.000 Flüchtlinge übernehmen. Es ist eine humane Tragödie!
    • Scott 26.03.2020 21:11
      Highlight Highlight Die humanitäre Tragödie findet gerade in den überlasteten Spitälern in Italien und Spanien statt, wo gebrechliche Menschen wegsterben wie die Fliegen.
    • TJ Müller 26.03.2020 21:33
      Highlight Highlight Scott, macht es einen Unterschied ob in Italien oder in Griechenland jemand stirbt?
    • Anam.Cara 27.03.2020 07:49
      Highlight Highlight Scott: Ja, da findet in Italien und Spanien (und bald auch in den USA) eine Tragödie statt, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten.

      Ich verstehe nur nicht, warum uns das derart lähmt, dass wir anderen Menschen in Not nicht mehr helfen können...
  • reaper54 26.03.2020 19:46
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • UlrichVoZürich 26.03.2020 20:27
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Varanasi 26.03.2020 20:54
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • genauleser 26.03.2020 21:12
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  • Friction 26.03.2020 19:35
    Highlight Highlight Danke Fabian für deinen unermüdlichen Einsatz vor Ort, aber auch hier! Du hilfst (auch mi) unsichtbares Leid zumindest ein wenig in unser Bewusstsein zu tragen. In den momentanen Zeiten ist dies wichtiger denn je!
  • atomschlaf 26.03.2020 19:09
    Highlight Highlight Es wäre an der Zeit, dass Europa endlich klar kommuniziert, dass aufgrund der Coronakrise auf absehbare Zeit keine Asylmigranten mehr aufgenommen werden können.
    • Platon 26.03.2020 20:02
      Highlight Highlight @atomschlaf
      Natürlich! Migration beruht ja letztendlich einfach auf schlechter Kommunikation. Charles Michel könnte ja einfach auf Insta ein kleines Video stellen: "Hallo zusammen, leider sind wir ausgebucht. Nehmen niemanden mehr auf. Sorry"

      Was genau stimmt bei dir nicht? Seit 2015 sollte auch dem Hinterletzten bewusst geworden sein, dass die Migrationskrise schlicht und ergreifend nicht mit Ansätzen gelöst werden können, die auf 600 Zeichen Kommentar platz haben. Die Qualität der Kommentare nimmt aber seither nur noch ab. Wenn ihr müde seid, geht schlafen!
    • TJ Müller 26.03.2020 20:22
      Highlight Highlight Was für ein trautiges Leben muss man haben um sogar in der jetzigen Situation seine Ideologie der Ausgrenzung zu propagieren. Hauptsache den Flüchtenden muss nicht geholfen werden, gell? Als ob sich irgendjemand dafür interessieren würde was Europa in dieser Hinsicht kommuniziert. Die Menschen nehmen jetzt schon den Tod in Kauf um hierher zu kommen , die werden sicht umstimmen lassen, nur weil Europa etwas kommuniziert (wer, wie, auf welchen kanälen?)
    • Saraina 26.03.2020 22:13
      Highlight Highlight Die Flüchtlinge, von denen hier die Rede ist, sind bereits in Europa.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 26.03.2020 19:08
    Highlight Highlight Ein Problem, was ich da nun sehe ist, dass je mehr nun dort hin gehen (um zu berichten, sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen oder helfen zu wollen - wie auch immer), umso grösser ist die Gefahr einer Massenansteckung, weil diese Leute das Virus dort einschleppen könnten.
    Im Moment sind die Flüchtlinge dort ja noch quasi isoliert und relativ sicher.
    • Friction 26.03.2020 19:50
      Highlight Highlight @dmark: so kann man sich die sich anbahnende Katastrophe auch schönreden. Da reicht nur ein Mensch mit Corona...
    • dmark 26.03.2020 20:25
      Highlight Highlight @Friction:
      Eben. Es reicht bereits einer. Und schön reden will ich da gar nichts.
      Aber genau deshalb sollten dort auch nur diejenigen "verkehren", welche sowieso schon vor Ort sind und nicht auch noch Politiker oder anderes "Volk" dort unnötig herum laufen und eine Ansteckung provozieren.
    • Neunauge 26.03.2020 20:31
      Highlight Highlight Wieso sollen die isoliert sein. Die pflanzen ja nichts an, was sie dann ernten und essen. Die sind sowieso schon von Hilfsgütern abhängig. Das Virus kommt dort hin... leider ists nur eine Frage der Zeit...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Coffeetime 26.03.2020 19:08
    Highlight Highlight Und derweil werden die CH Bürger aus allen möglichen Ländern zurückgeflogen...

    Diese Diskrepanzen sind so abstrus und machen mich ratlos. Ich helfe ja schon im Kleinen. Aber es gibt so viel zu tun. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir es nicht schaffen werden, vor lauter Gleichgültigkeit. Und das macht mich traurig.
    • freeLCT 26.03.2020 20:15
      Highlight Highlight @Coffeetime:

      Du meinst die CH Bürger, die zurück in ihre Heimat wollen?
    • Saraina 26.03.2020 22:18
      Highlight Highlight Coffee meint wahrscheinlich dasselbe wie ich: es gibt offensichtlich zwei Arten von Menschen, werte und unwerte. Wenn Menschen auf Grund äusserer Umstände ihre Heimat verlieren, werden sie zu unwerten Menschen. Wenn sie noch eine Heimat haben, die reich genug ist, werden sie mit viel Aufwand repatriiert und sind wert.

      Wenn man in der Schule gelernt hat, dass alle Menschen gleich sind, kann das einen schon verwirren.
    • Coffeetime 26.03.2020 22:30
      Highlight Highlight @Saraina Genau. Ich staune, wieviel Geld in so kurzer Zeit weltweit locker gemacht wird aber für Flüchtlinge gibt es einfach nichts. Und diese würden ja auch lieber zu Hause bleiben als flüchten zu müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 26.03.2020 19:03
    Highlight Highlight Die Flüchtlingslager werden ähnlich wie die "Failed- und nearly Failed States" der durch Kolonialismus und Neo-Kolonialismus ausgeplünderten und verwahrlosten armen Länder des Südens zu Corona-Virus-Brutstätten.
    Ähnlich, wie im Ausbruch des Virus in einem Fischmarkt von Wuhan der brutale und völlig gefühlskalte Umgang mit Wildtieren rächte, rächt sich nun das extreme Gefälle zwischen Arm und Reich auf der Welt!
    Langfristig könnte die Seuche aber einen gewissen Schutz für diese "Lost Zones" bedeuten, wenn sich kaum mehr jemand dort hin zu gehen getraut...
  • smarties 26.03.2020 18:50
    Highlight Highlight Es ist eine Schande, was sich das politische Europa hier erlaubt. Helfen vor Ort können wir aktuell selber nicht wirklich. Bleibt die Spende und das Reklamieren bei Verantwortlichen.
  • lilie 26.03.2020 18:45
    Highlight Highlight Camp Moria? 😳

    "Ein Virus sie zu knechten, sie alle zu finden,
    Ins Dunkle zu treiben und ewig zu binden
    Im Camp Moria, wo die Schatten drohn".

    🙊
    • Hoci 27.03.2020 11:37
      Highlight Highlight Wieso, die waren vor dem Virus da. Passt also gar nicht.
    • lilie 27.03.2020 14:03
      Highlight Highlight @Hoci: Warum? Die kommen da auch nicht so schnell weg. Und etliche auch nicht lebend.
  • Saraina 26.03.2020 18:43
    Highlight Highlight Das ist ein Massenmord in Zeitlupe.
    • SIEGLINDE 26.03.2020 19:08
      Highlight Highlight Warten Sie mal was in Europa kommt
    • Erklärbart. 26.03.2020 20:22
      Highlight Highlight Verursacht durch den Westen. Und er schaut auch noch zu.
    • Garp 26.03.2020 20:40
      Highlight Highlight Moria liegt in Europa, SIEGLINDE.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antichrist 26.03.2020 18:43
    Highlight Highlight Das Virus betrifft ja nur Ü65 und davon wird es auf der Insel Niemanden haben. In der Schweiz wird man nicht mal getestet, wenn man nicht zur Risikogruppe gehört. Da werden einige husten, mehr aber auch nicht.
    • borael 26.03.2020 19:21
      Highlight Highlight Ein Grossteil der Flüchtlinge sind unterernährt und geschwächt und werden deshalb zu Risikopatienten.
    • lilie 26.03.2020 19:27
      Highlight Highlight @Antichrist: Ist dein Name Programm? 😵

      Das Virus betrifft alle. Ab 65 kann man zwar eher daran sterben, aber Menschen mit Vorerkrankungen oder sonst schlechtem Gesundheitszustand (Mangelermährung?) sind genauso gefährdet, in jedem Alter.

      Diese Kriterien treffen vermutlich auf die Mehrzahl der Flüchtlinge zu.

      Dazu kommt: Patient 1 in Italien war ein 38-jähriger, gesunder Sportler. Man kämpfte 2 Wochen lang Tag für Tag auf der Intensivstation um sein Leben.

      Er hat es geschafft. Was glaubst du aber, was mit ihm passiert wäre, wäre er auf Lesbos gewesen???
    • Hoci 27.03.2020 11:42
      Highlight Highlight Das meiste sind Migranten, junge männliche Glücksritter mit zu viel Energie, die es bei uns versuchen.
  • Chrigi-B 26.03.2020 18:37
    Highlight Highlight "Wütend über die Untätigkeit der Schweiz und Europa angesichts der humanitären Krise vor der eigenen Haustür, wütend über das Wegschauen der reichen Länder"

    In was für einer Realität lebt der Herr? In Spanien liegen die Leute auf dem Spitalboden, in Italien kommen die Krematorien nicht mehr nach während die USA und das UK auf den Supergau zusteuern.

    Alle diese Länder verbindet etwas: Zu wenig Personal, Material und Beatmungskisten.

    Wer soll da bitteschön helfen und wie?
    • Varanasi 26.03.2020 19:23
      Highlight Highlight Man könnte das Camp evakuieren und die Menschen in Hotels unterbringen.
      Diese stehen im Moment leer. Dort gibt es frisches Wasser, Toiletten und ein festes Dach über dem Kopf.
      Die Hoteliers könnte man entsprechend entschädigen.
      Nur so eine Idee.
    • TJ Müller 26.03.2020 20:16
      Highlight Highlight Aber Varansi, chrigi-b möchte doch gar keine Lösung, sondern einen Grund weshalb den Flüchtenden nicht geholfen werden soll. Die altbekannten rechten Menschenfeinde basteln sich gerade eine neue Argumentationskette zusammen, nichts ist ihnen heilig, hauptsache sie müssen den Flüchtenden nicht helfen.
    • LaRage95 26.03.2020 20:31
      Highlight Highlight Da gehts wohl auch um die Politik die seit Jahren wegschaut und nichts macht. Die Situation jetzt hat einfach eine zusätzliche schlimme Komponente erhalten.
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Wer nicht aus «Lozärn» ist, wird bei diesem Quiz kläglich scheitern

Luzern. Ein Kanton mit einem Dialekt, der wohl kaum jemand zu denen zählen würde, die man nicht gut versteht. Dennoch haben die Luzerner*innen eine Sprache von alternativen Ortsbezeichnungen entwickelt, die «Auswärtige» oft vor grosse Herausforderungen stellt.

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PS: Danke an Dominique, für die Hilfe mit dem Lozärner Dialekt – und alles Gute zum Geburtstag. 🎉

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