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Rund 197'000 Pensionierte bezogen 2015 Ergänzungsleistungen zu ihrer Altersversicherung.
Rund 197'000 Pensionierte bezogen 2015 Ergänzungsleistungen zu ihrer Altersversicherung.Bild: KEYSTONE

Ins Altersheim, weil die Rente nicht reicht: 40'000 Senioren kämpfen mit klammen Finanzen

Über 40'000 Haushalte von Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz haben laut Pro Senectute nicht genügend finanzielle Mittel, um ihre Miete zu bezahlen. Grund dafür seien nicht die Mietpreise, sondern nach oben begrenzte Ergänzungsleistungen (EL).
01.10.2016, 05:0001.10.2016, 06:49

Ein Blick auf die Wohnkosten in der Schweiz zeige, dass die Mieten in allen Kantonen ausser Jura und Neuenburg deutlich über den Mietzinsmaxima der EL lägen. Besonders in den Kantonen Zug, Schwyz, Zürich, Nidwalden und Genf sei die Lage akut.

Für eine alleinstehende Person mit EL beträgt die maximal anrechenbare Pauschale für die Bruttomiete 1100 und für ein Ehepaar 1250 Franken.

«Uns sind Beispiele bekannt, wo noch rüstige Pensionierte ins Altersheim eintreten, weil sie ihre Wohnung nicht mehr bezahlen können»

Zum Sparen gezwungen

Betroffene EL-Bezüger müssten die Differenz zwischen den plafonierten Mietkosten und der effektiven Miete beispielsweise beim Essen und den Kleidern einsparen. Vielfach würden Senioren auch auf soziale Aktivitäten verzichten oder sich verschulden.

«Uns sind Beispiele bekannt, wo noch rüstige Pensionierte ins Altersheim eintreten, weil sie ihre Wohnung nicht mehr bezahlen können», äusserte sich Werner Schärer, Direktor von Pro Senectute, dazu. Da bestehe dringender Handlungsbedarf.

Das Ziel der EL sei eigentlich, Senioren, die eine zu tiefe Rente haben, ein Leben in Würde und ohne finanzielle Sorgen zu ermöglichen.

Lösung vom Bundesrat auf dem Tisch

Gemäss Pro Senectute hat der Bundesrat bereits 2014 einen Vorschlag zur Anpassung der Mietzinsmaxima vorgelegt. Dieser beinhalte eine Erhöhung der Maxima sowie die Einführung differenzierter Beträge: solche für Grosszentren, für mittelgrosse Städte und für ländliche Gebiete.

Die Vorlage sei in Bern aber momentan blockiert, weil eine Mehrheit der zuständigen Kommission des Nationalrats die Gesetzesänderung in die anstehende Gesamtreform der EL integrieren möchte.

Rund 197'000 Pensionierte bezogen 2015 Ergänzungsleistungen zu ihrer Altersversicherung. Pro Senectute stützt ihre Angaben unter anderem auf eine 2015 vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) und Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) publizierte Analyse zur Wohnversorgung in der Schweiz. (wst/sda)

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Swissclimber
01.10.2016 09:34registriert März 2016
Sorry, aber das kann es wirklich einfach nicht sein! Das Leben lang arbeitet man hart, um sich dann in der Rente mit finanziellen Sorgen konfrontiert zu sehen. Wenn es um Hilfe für andere Staaten und Menschen geht, da heisst es immer, dass wir uns das ja leisten können. Die eigenen Bürger, welche notabene hier in der Schweiz alles aufgebaut haben, lässt man hängen!
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lilie ❤ Bambusbjörn
01.10.2016 08:07registriert Juli 2016
Das ist wirklich ein Missstand, der behoben werden muss.

Was ich nicht verstehe: Wie kann der finanzielle Engpass umgangen werden, indem die Betroffenen in ein Altersheim umziehen? Ich dachte, das Altersheim müsse zum grössten Teil selber finanziert werden. Oder können dann höhere Beträge von den EL bezogen werden?

In dem Fall wäre es ja blödsinnig, weil das den Staat mehr kostet als wenn ein/e rüstige/r Rentner/in in seiner/ihrer Wohnung bleibt.
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Töfflifahrer
01.10.2016 07:22registriert August 2015
Ja ihr Politiker, dann nehmt endlich den Finger aus dem Allerwertesten und baut eine Zwischenlösung!
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