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Die «Washington Post« streicht einen Drittel ihrer Stellen

Die «Washington Post» streicht ein Drittel ihrer Stellen

Die traditionsreiche US-Zeitung steht vor einem drastischen Personalabbau. Besonders betroffen sind die Auslandskorrespondenten sowie die Bereiche Lokales, Sport und Literatur.
05.02.2026, 09:3706.02.2026, 08:10
Ein Artikel von
t-online

Kahlschlag bei der «Washington Post»: Die seit Jahren kriselnde Tageszeitung aus der US-Hauptstadt hat am Mittwoch den Abbau zahlreicher Journalismus-Stellen angekündigt.

US-Medienberichten zufolge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Gewerkschafter fürchten um die Glaubwürdigkeit der Zeitung, die Amazon-Gründer Jeff Bezos 2013 übernommen hatte.

One Franklin Square, home of the Washington Post newspaper in downtown Washington, Wednesday, Feb. 4, 2026. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)
Washington Post
Die «Washington Post» streicht zahlreiche Stellen.Bild: keystone

Der geschäftsführende Chefredaktor Matt Murray sprach in einer Mitteilung an die insgesamt rund 800 Journalistinnen und Journalisten von einer «schmerzhaften» Umstrukturierung der «Washington Post». Sie ermögliche es, die Zukunft der Zeitung zu sichern. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen nannte Murray nicht.

Nach AFP-Informationen müssen die meisten Auslandskorrespondenten der Zeitung gehen. Unter anderem werde die Berichterstattung über den Nahen Osten drastisch eingeschränkt, sagte ein Korrespondent, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Auch die Lokalnachrichten, die Sportseiten sowie die Buchbeilage sind massiv betroffen, wie aus der Redaktion verlautete. Die hauseigene Gewerkschaft erklärte:

«Eine Redaktion kann nicht ausgehöhlt werden, ohne dass dies Konsequenzen für ihre Glaubwürdigkeit, Reichweite und Zukunft hat.»

Bezos wandte sich Trump zu

Die Tageszeitung, die den Watergate-Skandal aufdeckte und deren Reporter zahlreiche Pulitzer-Preise erhielten, schreibt laut Medienberichten seit Jahren rote Zahlen. Ein Grund sind Abo-Kündigungen im Zusammenhang mit Bezos' Zuwendung zu US-Präsident Donald Trump.

Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte die «Washington Post» entgegen ihrer Tradition darauf verzichtet, die demokratische Bewerberin Kamala Harris mit einem Leitartikel zu unterstützen. Im Jahr 2024 sorgte zudem eine erste Umstrukturierung der Redaktion für Unruhe. Viele Medienschaffende wechselten daraufhin zur Konkurrenz.

Während der ersten Amtszeit Trumps (2017 bis 2021) war es der Zeitung dank seiner als schonungslos geltenden Berichterstattung wirtschaftlich relativ gut gegangen. Nach der Abwahl des Rechtspopulisten im Herbst 2020 liess das Interesse der Leserinnen und Leser jedoch nach und die Geschäftszahlen brachen ein.

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