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SIX-Chef will sich weltweit nach Übernahmen umsehen



Der Schweizer Börsenbetreiber SIX will gemäss seinem Konzernchef Jos Dijsselhof weiter wachsen und sieht sich dabei auch weltweit nach Übernahmen oder Kooperationen um. Grosse Hoffnungen setzt Dijsselhof zudem auf die künftige digitale Börse SIX Digital Exchange (SDX).

Die SIX soll laut ihrem Chef Jos Dijsselhof zu den weltweit führenden Börsen gehören. (Archivild)

Jos Dijsselhof Bild: sda

«Wir wollen ein führender Marktteilnehmer sein und schauen dabei auch in die globale Arena», erklärte Dijsselhof in einem am Donnerstag publizierten Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). So setze die SIX auch auf Asien, um die Kunden dort zu unterstützen: In Asien seien Übernahmen sowohl im traditionellen Börsengeschäft, im Datenbereich oder im digitalen Geschäft denkbar.

Nur noch wenige Kaufmöglichkeiten in Europa

Im Visier ist aber auch Amerika. So liefen derzeit erste Gespräche mit amerikanischen Parteien, um ein Netzwerk von digitalen Börsen zu gründen, so der SIX-Chef. In Europa sieht er dagegen derzeit nur wenig Möglichkeiten für weitere Übernahmen: «Es gibt noch ein paar kleinere, unabhängige Börsen.» Auch vor diesem Hintergrund sei die Übernahme der spanischen BME (Bolsas y Mercados Españoles) im vergangenen Jahr so wichtig gewesen.

Immer wichtiger werde derweil das Datengeschäft, das im Gegensatz zum regional geprägten traditionellen Börsenbetrieb deutlich internationaler sei. Dabei will die SIX laut den Angaben den Kunden nicht nur Daten anbieten, sondern auch Auswertungen und womöglich darauf basierende künstliche Intelligenz.

SDX als «first mover»

Mit der digitalen Börse SDX will der Schweizer Börsenbetreiber ein «first mover» sein. Dijsselhof hat grosse Erwartungen an solche Börsen, die auf der Blockchain- respektive Distributed Ledger Technologie (DLT) basieren - der Technologie, die auch Kryptowährungen wie dem Bitcoin zugrunde liegt. «Entweder werden sie das existierende Geschäft ergänzen, oder es wird dereinst alles auf eine Blockchain-basierte Plattform wechseln.»

Die britische B

Bild: sda

An der SDX werden die zu handelnden Vermögenswerte als «Token» digitalisiert. Zahlungsmittel soll zumindest zum Start ein eigener Franken-basierter sogenannter Stablecoin sein («SDX-Coin»). Die SIX hatte im vergangenen Jahr mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auch die Verwendung eines digitalen Frankens getestet.

Komplexe Vermögenswerte

Vorerst will Dijsselhof «vor allem neue, komplexere Arten von Vermögenswerten» an die künftige SDX bringen, die damit einfacher und transparenter handelbar würden. «Der höherwertige Anleihenmarkt bietet dazu gute Möglichkeiten», so Dijsselhof. Eignen würden sich für die neue Börse auch mit Vermögenswerten gesicherte, strukturierte Kredite und Hypotheken und unter Umständen sogar Kunstwerke.

Der SIX-Chef erwartet nun für das zweite Quartal dieses Jahres grünes Licht für die SDX, die derzeit in einem Testbetrieb läuft. Eine allzu schnelle «Disruption» erwartet Dijsselhof offenbar nicht. «Ich denke, die Finanzbranche ist nicht die abenteuerlichste Industrie. Die Dinge bewegen sich in normalem Tempo mit viel Regulierung.»

Das Blockchain-basierte System solle mittelfristig auch bei der spanischen BME zum Einsatz kommen und «von dort aus den EU-Markt durchdringen», so der SIX-Chef. Asien sehe er mit einer Kooperation in Singapur ein weiteres geografisches Standbein für eine Globalisierung des SDX-Angebots. (aeg/sda/awp)

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