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Kuriere von Uber Eats in Genf sind nun Angestellte – doch die Gewerkschaften wollen mehr

01.09.2020, 13:49

Die 500 Kuriere von Uber Eats in Genf werden vom US-Lieferdienst seit Dienstag nicht mehr als Selbständige sondern als Angestellte mit den zugehörigen Sozialleistungen behandelt. Die Kuriere wurden nach Gewerkschaftsangaben von der Firma über die Änderung informiert.

Ein Uber-Eats-Kurier braust durch Genf.
Ein Uber-Eats-Kurier braust durch Genf.
Bild: KEYSTONE

Das Genfer Verwaltungsgericht hatte Mitte Juni entschieden, dass Uber Eats ein Arbeitgeber ist und seine Essenskuriere deshalb anstellen muss. Gegen dieses Urteil wehrt sich der Lieferdienst vor Bundesverwaltungsgericht. Weil dieses keine aufschiebende Wirkung erteilte, musste sich Uber Eats an an die kantonalen Vorschriften halten, wie Laurent Paoliello, der Sprecher des Departements für Sicherheit, Arbeit und Gesundheit, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Dienstag sagte.

Die Gewerkschaften sprechen von einem Etappensieg. Sie fordern Uber Eats jedoch auf, in der ganzen Schweiz die Gesetze einzuhalten. Ansonsten müssten die Kantone die Tätigkeit des Unternehmens unterbinden, schreiben die Gewerkschaften Unia und Syndicom in Mitteilungen.

Bislang habe leider nur einer von 26 Kantonen seine Verantwortung wahrgenommen. Das müsse sich ändern. Die Tatenlosigkeit der Kantone sei fahrlässig und unfair gegenüber all jenen Firmen, die sich an die staatlichen Regeln hielten.

Vertrag mit Drittfirma

Angestellt werden die Kuriere jedoch nicht von Uber Eats direkt, sondern von einer Drittfirma. Nach Angaben der Gewerkschaft Unia ist Uber Eats eine Partnerschaft mit einem Unternehmen namens Chaskis SA eingegangen.

«Letztere ist verpflichtet, die Zusteller formell mit echten Arbeitsverträgen einzustellen», sagte ein Sprecher der Unia in Genf. Hinter dieses Modell setzen die Gewerkschaften ein Fragezeichen. Syndicom will prüfen, «inwiefern Uber nun wirklich die Verantwortung wahrnimmt und die Arbeitsverträge fair sind».

GAV gefordert

Da Uber Eats sein Personal an Gastronomiebetriebe verleihe, müsse neben dem Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih auch derjenige des Gastgewerbes zur Anwendung kommen, schreibt die Unia. Ansonsten fördere das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen und prekäre Arbeitsverhältnisse.

Zudem verlangt die Gewerkschaft, dass die Firma den Kurieren auch für in der Vergangenheit geleistete Arbeit Löhne, Ferien und Versicherungsbeiträge gewähre. Schliesslich seien diese bereits Angestellte gewesen, bevor die Firma dies endlich anerkannt habe.

Uber Eats liefert landesweit aus 1700 Restaurants Essen an Kunden, die sich ihr Menu online bestellt haben. Der Lieferdienst ist ausser in Genf auch in den Kantonen Neuenburg, Waadt, Freiburg, Bern, Basel, Zürich und St. Gallen tätig. (sda)

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Sorry Schweiz, ich muss mit dir über das Gipfeli reden...

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