Schweiz
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Angestellte der Pilatus Flugzeugwerke bei einer Aktion waehrend des Grusswortes von Bundespraesident Ueli Maurer anlaesslich des Apero mit der Bevoelkerung des Kanton Nidwalden, waehrend einer Bundesratsreise in die Zentralschweiz, am Freitag, 5. Juli 2019, in Stans. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ueli Maurer während seiner Ansprache in Stans. Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat reist gemeinsam nach Stans – dort wartet eine unangenehme Überraschung



Der Flugzeugbauer Pilatus zieht gegen das vom Bund verhängte Verbot für Servicedienstleistungen in zwei arabischen Ländern vor Gericht. Er strebt unter anderem eine aufschiebende Wirkung an. Die Affäre macht auch vor der Bundesratsreise nicht halt.

Die Landesregierung besuchte am Freitag Stans im Rahmen ihrer zweitägigen Schulreise. An diesem eigentlich unpolitischen Anlass, bei dem das Treffen mit der Bevölkerung im Zentrum stehen sollte, wurde der Nidwaldner Regierungspräsident Alfred Bossard politisch.

Das Verbot des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) von Serviceleistungen der Stanser Flugzeugwerke Pilatus in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) würde Regierungsrat und Bevölkerung beschäftigen, sagte Bossard. Der Entscheid rüttle an den Grundpfeilern der Schweiz, zu denen etwa Verlässlichkeit und das Einhalten von Verträgen gehörten.

Der Nidwaldner Regierungsrat Alfred Bossard bei seiner Ansprache anlaesslich des Apero mit der Bevoelkerung des Kanton Nidwalden, waehrend einer Bundesratsreise in die Zentralschweiz, am Freitag, 5. Juli 2019, in Stans. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Alfred Bossard: Der Nidwaldner Regierungspräsident ist mit dem Verbot für Pilatus überhaupt nicht zufrieden. Bild: KEYSTONE

Man dürfe das Geschäftsmodell von Pilatus auch ablehnen, sagte der Landammann. Es könne aber nicht sein, dass zwei Departemente des Bundes ihre unterschiedlichen Ansichten auf dem Buckel eines Unternehmens austragen würden. Er wies darauf hin, dass die Pilatus mit 2000 Angestellten der wichtigste Arbeitgeber Nidwaldens sei.

«Atmosphärische Störung»

Der Nidwaldner Regierungsrat hatte sich deswegen in einem Schreiben an den Bundesrat gewandt und eine Aussprache verlangt. Der Bundesrat habe seine Gesprächsbereitschaft bestätigt, sagte Bossard. Die Bevölkerung auf dem Dorfplatz quittierte dies mit Applaus.

Unter die Bevölkerung hatten sich auch einige Demonstranten gemischt. Auf ihren Plakaten stand: «Bundesbern zerstört Arbeitsplätze». Bundespräsident Ueli Maurer versuchte, die Wogen zu glätten und betonte die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen den Stanser Flugzeugwerken und dem Bund. So fliege auch der Bundesrat mit einem Pilatus-Jet.

Angestellte der Pilatus Flugzeugwerke bei einer Aktion anlaesslich des Apero mit der Bevoelkerung des Kanton Nidwalden, waehrend einer Bundesratsreise in die Zentralschweiz, am Freitag, 5. Juli 2019, in Stans. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Demonstranten verleihen ihrem Unmut Ausdruck. Bild: KEYSTONE

Die jetzige Uneinigkeit bezeichnete Maurer als «atmosphärische Störung». Diese könne nicht jetzt auf dem Dorfplatz gelöst werden. Die Schweiz zeichne sich aber durch ihre Ausgewogenheit aus. Sie sei gezwungen, Kompromisse zu finden. Man werde auch in dieser atmosphärischen Störung, die der Bundesrat weder gesucht noch provoziert habe, eine Lösung finden.

«Faktisches Exportverbot»

Nach fast zwei Wochen Funkstille hatte die Pilatus Flugzeugwerke AG am Freitagmorgen auf das Verbot reagiert. Man fühle sich gezwungen, den Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen, «um die gesetzliche Grundlage zu klären und Rechtssicherheit für Pilatus, seine Mitarbeitenden sowie weitere Unternehmen der Schweiz zu schaffen».

Der Gang vor Gericht habe nicht automatisch eine aufschiebende Wirkung des Verbots zur Folge, sagte Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Diese habe das EDA in seiner Verfügung nämlich ausgeschlossen. Schwenk sagte, das sei absolut unüblich und nehme den Entscheid vorweg. Daher fordere man in einer separaten Beschwerde, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung aufgehoben werde.

Der vom EDA getroffene Entscheid sei ein Affront gegenüber Pilatus, Schwenk sprach von einer «bösen Verfügung». Ebenso unangemessen sei die gewährte Frist von lediglich neunzig Tagen, bis Pilatus den logistischen Support vor Ort einstellen müsse.

Das Kundendienstgeschäft sei für Pilatus ein wichtiges Standbein. Das Verbot benachteilige Pilatus gegenüber anderen Flugzeugherstellern enorm. «Angesichts der engen Verknüpfung von Verkauf und logistischem Support kommt es faktisch einem zukünftigen Exportverbot gleich.»

EDA sieht aussenpolitische Ziele tangiert

Das EDA sieht dagegen das seit 2015 geltende Söldnergesetz verletzt. Bei den nun verbotenen Dienstleistungen geht es unter anderem um technischen Support, Ersatzteilmanagement und Problembehebung an PC-21-Flugzeugen sowie an Simulatoren.

Dies stellt laut EDA eine logistische Unterstützung von Streitkräften dar. Sie widersprächen dem Gesetz über die im Ausland erbrachten privaten Sicherheitsdienstleistungen (BPS), dem Söldnergesetz. Das BPS soll dazu beitragen, «die aussenpolitischen Ziele der Schweiz zu verwirklichen».

Zu den jüngsten Vorwürfen seitens Pilatus nahm das EDA auf Anfrage bislang keine Stellung. (cma/sda)

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

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96Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 06.07.2019 05:55
    Highlight Highlight Ausfuhr von Kriegsmaterial aus der Schweiz verbieten!

    Waffen liefern und dann erstaunt sein, dass sie in falsche Hände geraten, ist eine verlogene Haltung, die einmal bös bestraft werden wird, wie beim Bankkundengeheimnis! Die Flüchtlingsströme sind die sichtbarsten Zeichen dieses unheilvollen Geschäfts. Die Kriegsmaterialausfuhr ist eine Schande für das Rotkreuz-Ursprungsland Schweiz!

  • Beat-Galli 06.07.2019 01:38
    Highlight Highlight Einen historischen Vergleich?
    Bitte sehr: Schweizer Firmen hatten sicher vor 1939 Verträge mit vielen Firmen in Hitler-Deutschland.
    Das NICHT-Beenden derselben hat uns in Gerichtsfällen mit Amerikanischen Juden nicht gerade wenig gekostet.
    Auf jedenfall viel Renommee.

    Gegenwart: Saudi Arabien ist wohl der grösste Kriegstreiber (inkl Schattenkriege) nebst den Amis in der Region.

    Da sind selbst mir, ein paar Arbeitsplätze am Arsch vorbei, Hauptsache keine Saudis.

    Vielen Dank für alle Blitze.
    Trotzdem unterstütze ich kein autoritäres Regime.
  • panaap 05.07.2019 23:49
    Highlight Highlight Erinnert mich daran als eidgenössische Söldner gehängt wurden, sind weil sie sich weigerten gegen eine Truppe zu kämpfen, welche ebenfalls Eidgenossen in ihrer Reihe hatte, mit der Begründung, sie wurden den guten Ruf der Söldner ruinieren.
  • Pafeld 05.07.2019 20:23
    Highlight Highlight So lobe ich mir die Schweizer Waffenexportlobby. Erst den gesetzlichen Rahmen bis auf die letzte Schraube ausreizen und sich anschliessend, wenn sich im Nachhinein eine Übertretung herausstellt, das ganze Theater von Rechtssicherheit, zerstörter Wirtschaft und verlorenen Arbeitsplätzen abziehen.
    Da kann selbst langsam die Bauernlobby einpacken vor der Chuzpe.

    Aber ich gebe ihnen Recht. Rechtssicherheit muss wieder her. Zum Glück ist die nächste Initiative für ein Kriegsmaterialexportverbot in der Pipeline. Nachdem sich ja jetzt mehrfach herausgestellt hat, dass Leuthard damals gelogen hat.
  • Christian Mueller (1) 05.07.2019 20:06
    Highlight Highlight Ich würde gerne mal von Pilatus (und anderen) wissen, wie vieke Tote einen schweizer Arbeitsplatz wert sind. Man könnte ja dann mit dieser Logik wieder Sklaverei einführen, wenns Arbeitsplätze gibt. Subd das eigebtlich die gleichen, die hier Arbeitsplätze ins Feld führen und bei der Masseneinwanderungsinitiative ja stimmten? Dacwaren Arbeitsplätze plötzlich egal...
    • Zauggovia 05.07.2019 23:31
      Highlight Highlight Ja, die PC-21, eine der krassesten Bomber, mit dem wurde schon die erste Atombombe abgeworfen.
      Oder wie muss ich deinen Kommentar mit den Toten verstehen?
    • Christian Mueller (1) 06.07.2019 15:54
      Highlight Highlight Die frage ist: wie viele tote sind noch ok für einen schweizer arbeitsplatz. Einfache Frage, oder?
  • fritzfisch 05.07.2019 19:38
    Highlight Highlight Tja, für manche spielts halt keine rolle wenn man blut an den händen hat, hauptsache der rubel rollt.
  • Darkside 05.07.2019 18:19
    Highlight Highlight Pilatus muss sich halt seine Kunden besser aussuchen. Geschäfte, egal welcher Art, mit Schurkenstaaten gehen einfach nicht. Die gleichen die das befürworten rufen dann wieder aus, wenn Menschen, die vor dem Krieg im Jemen flüchten, hier anklopfen.
    • Arneis 06.07.2019 02:44
      Highlight Highlight Word!
  • Super 05.07.2019 18:19
    Highlight Highlight Saudi Arabien und VAE verfügen über f16, f15 und Eurofighter, warum sollten sie pc21 im Kriegseinsatz benutzen?
    • philosophund 05.07.2019 20:59
      Highlight Highlight Ausbildung
    • Beat-Galli 06.07.2019 01:43
      Highlight Highlight Übungsflugzeuge für Ihre Piloten vielleicht?
      So wie fast alle Staaten solche besitzen, vielleicht?
      Ach Naivität ist sooo schön.
      Ist man irgendwie an allem nicht so Schuldig...
  • Gubbe 05.07.2019 18:13
    Highlight Highlight Welche Staaten die Flugzeuge kaufen, führen eigentlich keine Kriege? Es werden nicht sehr viele sein, die nicht ab- und zu die Keule auspacken. Also an wen soll Pilatus noch verkaufen dürfen? Dürfen Araber eigentlich Schweizer Uhren tragen? Schweizer Messer isst ja auch niemand.
  • Don Alejandro 05.07.2019 18:07
    Highlight Highlight Föifer und Weggli ha. Beides geht halt nicht immer.
  • Posersalami 05.07.2019 17:27
    Highlight Highlight Pilatus hat doch gute Ingenieure! Sollen die halt was anderes bauen als Flugzeuge fürs Militär. Wie wäre es zB mit einer neuen, verbesserten Generation von WKAs?
  • Hierundjetzt 05.07.2019 16:52
    Highlight Highlight Die gleichen Schilder hatten schon die SVP‘ler im Nationalrat hochgehalten. 🙄

    Nidwalden: ein Ort, an dem die Neutralität nur am 1. August gilt.

    Gegen Muslime hetzen aber danach mit denen Geschäfte machen. Grüezi mitenand, ich bins d Innerschwyz.

    • cyrill.kuechler 05.07.2019 17:36
      Highlight Highlight Grüezi mitenand, ich bin de hierundjetzt und werfe alle in den selben Topf. Es gibt auch hier in Nidwalden weltoffene und neutrale Menschen und Unternehmen – ob sie's glauben oder nicht... «Gegen Muslime hetzen», echt jetzt? Was für ein Schwachsinn! Ihr Weltbild ist wohl etwas gar stark in Klischees unterteilt. Grüsse von einem weltoffenen Nidwaldner.
    • nöd ganz. klar #161! 05.07.2019 19:19
      Highlight Highlight „Gegen Muslime hetzen aber danach mit denen Geschäfte machen.“

      Grüezi mitenand, ich bins d’SVP.

  • Astrogator 05.07.2019 16:46
    Highlight Highlight "Bundesbern vernichtet Arbeitsplätze bei den Pilatus Werken" ist der völlig falsche Slogan liebe Demonstranten. Zu abstrakt, zu sehr über sieben Ecken gedacht.

    Ich schlage einen anderen Slogan vor: "Wir wollen Geschäfte mit Islamisten machen" - kurz, knackig und auf den Punkt. Die Wirtschaftspartei SVP habt ihr damit im Sack.
  • Geo1 05.07.2019 16:45
    Highlight Highlight Klar, im beschaulichen Nidwalden ist die Welt noch in Ordnung und die saudischen Kriegsverbrechen im Jemen weit weit weg. Aber als Regierungspräsident diese Geschehnisse einfach zu ignorieren und nur die eigenen Arbeitsplätze im Sinn zu haben, grenzt an Zynismus. Wo bleiben in dieser katholischen Hochburg eigentlich die christlichen Moralvorstellungen?
  • zipper 05.07.2019 15:58
    Highlight Highlight Sehr gut! Nun sollte man auch noch Brügger&Thomet verbieten ihre LBD40 + Munition nach Frankreich zu liefern, wo diese offensichtlich missbräuchlich verwendet werden (ausgeschossene Augen, verletzte Kinder und ca 20 Tote innert 6 Monate). Aber ja, darüber wird einfach geschwiegen und munter weitergemacht. ALLE Waffen sollten an kein anderes Land mehr exportiert werden dürfen. Diese Firmen sollten nur noch in Kleinstserien für die Schweiz produzieren dürfen und sollten zu 100% verstaatlicht werden.
  • EvilBetty 05.07.2019 15:42
    Highlight Highlight «Der Entscheid rüttle an den Grundpfeilern der Schweiz, zu denen etwa Verlässlichkeit und das Einhalten von Verträgen gehörten.»

    Und was ist mit dem Grundpfeiler der Neutralität? ... Bei so einem (Geld-)scheinheiligen Geschwafel wird mir übel.
  • therationalist 05.07.2019 15:35
    Highlight Highlight Was mich nervt sind die andauernden Moralvorträge. Ja solche Geschäfte sind moralisch fraglich. Genau wie eure Handys und Laptops, mit denen ihr hier Kommentare hinterlässt, für die Kinder und die Rohstoffe von Ländern ausgebeutet werden. Genau wie die Anlagepakete aller Grossbanken, bei denen ihr euer Geld deponiert.
    Herr und Frau Schweizer profitieren alle gerne vom moralisch fragwürdigen Wohlstand unseres Landes. Da lässt sichs bequem aus dem klimagekühlten Büro oder Auto auf eine normale Firma schiessen. Schwarz-Weiss existiert nicht, wir alle sind viel mehr davon abhängig als man denkt.
    • Liselote Meier 05.07.2019 15:55
      Highlight Highlight Ja deswegen stehen auch Grossbanken und Rohstoffhändler in der Kritik. Gibt auch grundsätzliche Kapitalismus-Kritik.

      Daher verstehe ich nicht auf was du hinaus willst?

      Will die Unrecht begehen soll die das auch dürfen oder wie?
    • therationalist 05.07.2019 16:06
      Highlight Highlight Ich kenne allzu Viele die Moralpredigten halten, aber selbst enorm von ähnlich fragwürdigen Geschäften direkt oder indirekt profitieren.
      Ich will darauf hinaus dass man sich erst selbst fragt ob man nicht Steine aus dem Glashaus heraus wirft.
    • Geo1 05.07.2019 16:32
      Highlight Highlight Deine Logik ist also, dass wir vor schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen (wie sie die Saudis tagtäglich im Jemen begehen) die Augen verschliessen sollen, weil sich in unseren Geräten ein paar Gramm unsaubere Rohstoffe befinden. Wem genau soll das helfen? Man kann ja auch beide Probleme angehen, statt die Augen davor zu verschliessen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maranothar 05.07.2019 15:34
    Highlight Highlight Kein Mitleid für Firmen die mit Schwerverbrechern Geschäfte machen.
  • leu84 05.07.2019 15:32
    Highlight Highlight In manchen Ländern wären solche Schildträger inhaftiert und niedergeknüppelt worden. Vor allem wenn Leute vom obersten Regierungsorgan anwesend sind
    • Magnum44 05.07.2019 15:50
      Highlight Highlight Saudi Arabien z.B.?
    • The Count 05.07.2019 16:11
      Highlight Highlight Warum hier mal wieder geblitzt wird erschliesst sich wohl nur dem erlauchten Kreis der Verschworenen...
    • leu84 05.07.2019 17:43
      Highlight Highlight @Magnum zum Beispiel. Oder kurz, die Länder mit Exportverbot für bestimmte Güter, dessen Aufhebung die Schildträger sich wünschen ;)

      @The Count: Dachte ich auch. Kaum veröffentlicht und schon 6 Blitze. Zumindest ein kritischer Kommentar gegen mich wäre erwünscht gewesen. ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thinkdeeper 05.07.2019 15:31
    Highlight Highlight Die Behörden haben ein Weisungsrecht und dieses wahrgenommen.
    Wo liegt das Problem?
    Na klar, wenn man Trainingsflugzeuge mit Bombenaufhänger und Auslöser an Despotische Staaten ausliefert ist dies ja kein Problem, wenn damit Arbeitsplätze erhalten werden kann? Das gleiche wenn Chemikalientanks zum sprühen von Giftgas ausgeliefert werden. Hauptsache der Rubel rollt....
    • therationalist 05.07.2019 17:54
      Highlight Highlight Die Behörden haben aber erst die Exportbewilligung erteilt, da liegt das Problem. Es vor allem um die fehlende Rechtssicherheit. Der Staat hat es zu erlauben oder verbieten, aber nicht mal so mal so.
    • Ueli der Knecht 05.07.2019 21:49
      Highlight Highlight Die Exportbewilligung ist aus dem Jahr 2012, therationalist. Das neues Söldnergesetz gilt seit 2015. Die militärischen Interventionen der Saudis in Jemen begannen ebenfalls 2015.

      Seit 2015 wusste also Pilatus, dass sich die Rechtslage geändert hat, und dass die Bewilligung aus dem Jahre 2012 einerseits nicht mehr alles abdeckt, was es abzudecken gäbe, und dass anderseits aufgrund der neuen kriegerischen Verwicklungen die Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind.

      Es ist daher folgerichtig, dass nun nach über drei Jahren die Behörden aktiv werden, und Pilatus deutlich in die Schranken weist.
    • RicoH 05.07.2019 21:56
      Highlight Highlight @therationalist
      Es dreht sich hier nicht um den Handel mit Bananen. Offenbar hat die Pilatus ihren Handlungsspielraum bis zu geht nicht mehr ausgereizt.

      Dass sie jetzt zurückgepfiffen werden, geht schon in Ordnung, denn die hochgelobte Schweizer Neutralität verträgt nun mal keinen Handel mit der Luftwaffe einer Kriege führenden Nation.
  • Walter Sahli 05.07.2019 15:30
    Highlight Highlight Und wieviele der Pilatus Angestellten wählen SVP, weil das ja angeblich die einzige Partei ist, die etwas gegen die Islamisierung tut?
  • wasps 05.07.2019 15:12
    Highlight Highlight Die Pilatuswerke sind seit Jahren immer wieder in den Schlagzeilen wegen zweifelhaften Exporten in Diktaturen und unstabilen Schwellenländern! Die sollen sich an der eigenen Nase nehmen und endlich Umdenken bzw. sich Neuausrichten! Das sind sie auch der Bevölkerung schuldig. Vorschlag: Management auswechseln!
  • Stinkmuff 05.07.2019 15:04
    Highlight Highlight Also die Flugzeuge durften seinerzeit verkauft werden. Aber ätsch bätsch wegen einem neuen Gesetz dürfen sie nicht mehr gewartet werden? Ich verstehe das nicht.
    • El Vals del Obrero 05.07.2019 17:13
      Highlight Highlight Wartung von Kriegsflugzeugen, die aktuell in einem Krieg stehen könnte man ja auch als Beteiligung am Krieg ansehen. Und Söldnertum von Schweizern im Ausland ist nun mal schon seit längerem verboten.
    • Liselote Meier 05.07.2019 17:15
      Highlight Highlight Die Flugzeuge sind für die Ausbildung von Kampfpiloten in Saudi Arbien. Simulatoren etc.

      Nicht wegen ätschi, bätsch Gesetz sondern weil Saudi Arabien Krieg führt.

      Als die Flieger geliefert wurden gab es in Jemen und Syrien noch keinen Krieg. War schon problemtisch hatte aber nicht die Neutralität verletzt. Ab dem Punkt in dem ein Land in einen Krieg tritt, darf man diesen Staat nicht mehr mit miltärischen Mitteln unterstützen, sonst ist man Partei und nicht mehr Neutral.

      Neutralität kann man sich nicht zurechtbiegen wie man will.


    • HTWOMO 05.07.2019 17:24
      Highlight Highlight Es gibt sie noch - die Schweizer Söldner - im Vatikan.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Azrat 05.07.2019 15:01
    Highlight Highlight Immer werden Arbeitsplätze über allem anderen gestellt.
    Die Schweiz soll endlich damit aufhören an bedenkliche Staaten Dienstleistungen und Waren zu verkaufen. Und ja, es ist tragisch für die Betroffenen wenn Stellen abgebaut werden müssten, aber dann soll der Bund Inovative Konzepte fördern um neue Arbeitsplätz zu schaffen.
    Wenn aber in Kriegsgebiete Waffen und Flugzeuge Made in Switzerland entdeckt werden, sind dann alle geschockt wie dies passieren konnte.
    • Firefly 05.07.2019 19:34
      Highlight Highlight Um die Arbeitsplätze geht es im Grunde nicht sondern um die Managerlöhne.
    • Whitchface 05.07.2019 20:14
      Highlight Highlight @Azrat Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Aber wo ziehen wir die Grenze? Bei Saudi Arabien? China? USA? Es ist nur eine Frage der eigenen politischen sowie ethischen Weltanschauung. Natürlich mag ein Vergleich SA und US ein Bischen hart klingen, aber so weit hergeholt ist es auch nicht. Auch die USA führen/ führten illegale Kriege und missachten Menschenrechte wo es genehm ist (Todesstrafe, Guantano). Sollte man Pilatus also auch dem Export nach RU/US/UK/CN usw. verbieten? Ich sage nicht Pilatus soll SA beliefern dürfen, aber die Thematik ist durchaus komplizierter als von Ihnen dargestellt.
  • nuhresideeli 05.07.2019 14:55
    Highlight Highlight An die Schilderträger:
    Pilatus Flugzeuge töten Menschen
    • Unsportlicher 05.07.2019 15:20
      Highlight Highlight Heute wurde bekannt, dass der Bund die Lieferung von WAFFENERSATZTEILEN nach Saudiarabien bewilligt hat.

      Waffen töten. Flugzeuge alleine nicht.
    • therationalist 05.07.2019 15:28
      Highlight Highlight So ein Mist. Die Trainer sind nicht für bewaffnete Einsätze gebaut oder vorgesehen.

      Lastwagen töten auch Menschen, wenn sie in eine Menschenmenge gesteuert werden.
    • Warumdennnicht? 05.07.2019 15:49
      Highlight Highlight Die haben dann auch keine Arbeit mehr...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kramer 05.07.2019 14:43
    Highlight Highlight Diejenigen die im Export von Kriegsmaterial in Krisengebiete kein Problem sehen, sind vermutlich die gleichen die ein Problem haben wenn Flüchtlinge aus Krisengebieten in die Schweiz kommen.
    • Oigen 05.07.2019 14:56
      Highlight Highlight Logisch, man hasst auch muslime will aber von ihrem öl abhängig sein.
    • MoistVonLipwig 05.07.2019 15:04
      Highlight Highlight Finde schon lange man sollte die Flüchtlinge prozentual auf der ganzen Welt anhand der Waffenexporte verteilen.
      Höhere einnahmen durch Waffenexporte = Aufnahme von mehr Flüchtlingen als Länder mit tieferen Waffenexporten.
      Leider sehr utopisch.
    • Firefly 05.07.2019 19:40
      Highlight Highlight @MoistVonLipwig eine hervorragende Idee, leider wird sich niemand finden um sie umzusetzen, weil wir zwar technologisch entwickelt sind, aber politisch immer noch in der Steinzeit weilen.

      Oder Ughha Ughha meets Twiter, wie wir ja schon wissen.
  • Sandro Lightwood 05.07.2019 14:41
    Highlight Highlight Offensichtlich ist Pilatus wirklich nicht der Selbstregulierung fähig. Null Einsicht.

    Für das Klumpenrisiko ist zudem auch nicht der Bund verantwortlich sondern das Management von Pilatus.
  • Thomas Melone (1) 05.07.2019 14:25
    Highlight Highlight Wenn wir keine Kriegsflüchtlinge wollen, sollten wir ein für alle mal aufhören, Kriegsmaterial zu exportieren.
  • TanookiStormtrooper 05.07.2019 14:15
    Highlight Highlight Wenn alle die gleichen Schilder tragen, dann wirkt das jeweils sehr orchestriert. Da haben wohl ein paar Mitarbeiter "frei" bekommen, wenn sie da noch ein bisschen mit dem Schild rumstehen.
    Wenn Pilatus nicht klar ist, dass Staaten mit massiven Menschenrechtsverletzungen in diesem Geschäftsbereich ein Risiko sind, dann sollten sie ihre Strategie dringend überdenken.
    • Liselote Meier 05.07.2019 14:57
      Highlight Highlight Jubelperser, hätte man noch Saudi Arabien anfragen können ob sie noch paar Männer und Frauen in Burkas stellen, um eine grössere Show abzuliefern ;)
    • fritzfisch 05.07.2019 19:39
      Highlight Highlight Erinnert irgendwie an ghadafi als man gegen die schweiz protestierte
  • satyros 05.07.2019 14:14
    Highlight Highlight «Angesichts der engen Verknüpfung von Verkauf und logistischem Support kommt es faktisch einem zukünftigen Exportverbot gleich.» Einem Exportverbot in kriegführende Staaten. Man kann nicht einfach am 1. August die immerwährende Neutralität der Schweiz beschwören, aber sobald es was zu verdienen gibt alle Augen zudrücken.
    • El Pepedente 05.07.2019 14:39
      Highlight Highlight neutral bedeutet aber auch an alle verkaufen da wir uns neutral halten und eher der meinng sind alle haben das anrecht auf die gleichen sachen^^ kann man auf beide seiten ausdehnen und neutral ist die schweiz nicht wirklich einfach nur feige um auf den tisch zuhauen^^
    • Ricardo Tubbs 05.07.2019 15:42
      Highlight Highlight so war es schon IMMER in der schweiz...muss jedesmal lachen, wenn ich höre, dass die schweiz angeblich neutral sein soll.
    • zeitgeist 05.07.2019 16:11
      Highlight Highlight Achtung, Neutraliät und der Export von (Rüstungs-)Gütern in kriegsführende Staaten wiedersprechen sich nicht grundsätzlich. Bei diesen Exporten werden von der Schweiz keine politischen Ziele verfolgt, es geht nur ums Geschäft (was die Sache natürlich nicht wirklich besser macht).
    Weitere Antworten anzeigen
  • MarGo 05.07.2019 14:08
    Highlight Highlight Soll die Schweizer Wirtschaft endlich anfangen Verantwortung zu übernehmen, an wen sie Güter und Dienstleistungen verkauft oder sollen wir weiterhin zusehen, wie wir höchst bedenkliche Staaten bedienen?
    Für mich ein erster richtiger Schritt...
    Natürlich tut mir das für Pilatus Leid, vor allem, wenn Arbeitsplätze gefährdet werden dadurch...
    Auf der anderen Seite sollte Pilatus einfach ihre Kundschaft besser wählen!
    • RETO1 05.07.2019 14:15
      Highlight Highlight Technisches Material ins Ausland verkaufen dürfen und dann den Service verbieten, so ein Schwachsinn - die Hitzewelle hinterlässt ihre Spuren-
    • El Pepedente 05.07.2019 14:37
      Highlight Highlight verkaufen sollten wir alles dürfen, es liegt nicht in unserer macht zu kontrollieren was der käufer damit macht. und pilatus stellt keine waffen her und wenn die saudis flugzeuge wollen bekommen sie auch die ob von uns oder nicht von uns die werden welche kaufen und warum dann nicht schweizer qualitäts produkte? bei waffen verstehe ich das mimimi aber bei ganz normalen sachen die nklar nicht militärisch ist finde ich es daneben.....
    • Liselote Meier 05.07.2019 17:25
      Highlight Highlight @El Pepedente; Du weisst aber schon, dass man mit den Pilatus Porter, Kampfpiloten in Saudi Arabien ausbildet und Pilatus auch bei der Ausbildung mitthilft?

      Es geht nicht im Zivile Flugzeuge z.b für reiche Ölscheichs in Luxusauführung.
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