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ZUM 75-JAEHRIGEN JUBILAEUM DER SBB BAHNHOFUHR (1944) STELLEN WIR IHNEN FOLGENES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A train passes a large station clock in front of the new company headquarters of Swiss Federal Railway (by architects Lussi and Halter), captured in Bern on October 2, 2014 (Christian Beutler) 

Ein Zug faehrt an der grossen Bahnhofsuhr vor dem neuen Hauptsitz der SBB (von Architekten Lussi und Halter) vorbei, aufgenommen am 2. Oktober 2014 in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Symbol der Pünktlichkeit: Eine Schweizer Bahnhofsuhr. Bild: KEYSTONE

So wollen die SBB ihr Problem mit der Pünktlichkeit lösen

Die Bundesbahnen gehen ihr Problem mit unpünktlichen Zügen an. Stabilität statt maximale Leistung, lautet die oberste Devise.

Sven Altermatt / ch media



SBB-Chef Andreas Meyer lässt keine Zweifel aufkommen: Sicherheit sei im Bahnverkehr das oberste Gebot, betont er in diesen Tagen bei jeder Gelegenheit. Nach dem tödlichen Arbeitsunfall eines Zugchefs im August dreht sich die öffentliche Debatte darum, wie Sicherheitsmängel den Bahnbetrieb beeinträchtigen könnten.

Dabei ist in den Hintergrund getreten, mit welcher Frage sich die SBB-Manager in den vergangenen Monaten vor allem herumgeschlagen haben: Wie bekommt die Bahn ihre Probleme mit der Pünktlichkeit in den Griff? Die SBB haben den Anspruch, das pünktlichste Bahnunternehmen Europas zu sein. Allerdings: 2018 waren die Züge weniger zuverlässig unterwegs als im Jahr zuvor. Die sogenannte Kundenpünktlichkeit ging zurück und betrug noch 90.1 Prozent. Der Wert besagt, wie viele Reisende insgesamt pünktlich angekommen sind. Als unpünktlich gelten Verspätungen von mehr als drei Minuten.

Und im laufenden Jahr? Erhellend ist, wie die SBB-Spitze die Lage selbst beurteilt. Interne Einschätzungen sind ungeschminkter als öffentliche Statements. In ihrem «Halbjahres-Review» zeigte sich die Konzernleitung zwar zufrieden mit der Kundenpünktlichkeit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Danach jedoch seien die guten Leistungen mit der ersten Hitzewelle abrupt abgebrochen. Wegen der hohen Temperaturen verbogen sich mehrere Gleise, auf den Hauptachsen waren im Juni bis zu 40 Prozent der Züge unpünktlich.

Bringt nicht gerade eine Hitzewelle den Bahnbetrieb durcheinander, begründen die SBB die Verspätungen mit Unterhaltsarbeiten und Ausbauten. Dazu kommen die anhaltenden Lieferprobleme bei den neuen Doppelstockzügen. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 verzeichneten die SBB deswegen 30 Prozent mehr Kundenreklamationen, wie interne Zahlen zeigen.

Die Konzernleitung hat sich in einer halben Dutzend Sitzungen und Workshops mit dem Problem befasst. Im Frühjahr setzte sie eine Expertengruppe «Pünktlichkeit» ein. Ihre Erkenntnisse liegen intern unterdessen vor, die Präsentation des neuen «Kundenpünktlichkeitsprogramms» war eigentlich für August geplant. Wohl auch aufgrund der jüngsten Ereignisse wurde sie in den Herbst verschoben.

«Robustheitscheck» und mehr Reserven überallDie Grundzüge des Expertenberichts sind der Redaktion von CH Media bekannt. Oberste Devise: Die SBB wollen das Bahnsystem stärker auf Stabilität statt auf maximale Leistung ausrichten, damit sie nicht mehr ihren Zielen hinterherfährt. «Konsequent» müsse die Pünktlichkeit im Fokus stehen, findet das Topmanagement. Wobei die Konzernleitung schon im Frühsommer in einer Mitarbeiterinformation beteuerte, dass die Sicherheit dabei natürlich über allem stehe.

Konkret will die Expertengruppe einen «Robustheitscheck» einführen. Sämtliche Entscheide sollen daraufhin geprüft werden, wie sie sich auf die Pünktlichkeit auswirken. Vor allem aber wollen die SBB mehr Reserven einplanen, um unangenehme Kettenreaktionen zu verhindern. Damit kommen sie einer langjährigen Forderung von Fachleuten nach. Im Fokus stehen einerseits das Personal und das Rollmaterial – ein ambitiöses Ziel angesichts jüngster Klagen über fehlende Lokführer und den allzu sparsamen Unterhalt; über Engpässe beim Rollmaterial und über wachsende Kapazitäten.

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Andererseits sind mehr Zeitreserven in den Fahrplänen vorgesehen, wie die «NZZ am Sonntag» kürzlich publik gemacht hat. Damit soll es erst gar nicht zu Verspätungen kommen. Aktuell beträgt die Zeitreserve in den Fahrplänen rund sieben Prozent der reinen Fahrzeit. Sie dient etwa dazu, um auf Baustellen reagieren zu können.

Der Fahrplan freilich ist äusserst eng getaktet, schnell sind Anschlüsse nicht mehr gewährleistet. Wie sich die Zeitreserven einbauen lassen, wird klar werden, wenn die SBB ihre genauen Pläne vorstellen. Intern hat die Konzernleitung kommuniziert, man wolle die ersten Massnahmen bereits auf das Jahr 2020 hin umsetzen.

Ins Visier nehmen die Experten der Bahn schliesslich auch die internen Prozesse, die teilweise zu kompliziert seien. Um die Pünktlichkeit zu stabilisieren, müsse die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Personenverkehr und Infrastruktur vereinfacht werden.

Die SBB wollen sich auf Anfrage nicht näher äussern. Man werde zum Thema Pünktlichkeit aktiv informieren, lässt ein Sprecher ausrichten. (aargauerzeitung.ch)

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