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Die SBB lässt Züge mit kaputten Toiletten oder Türen trotzdem weiterfahren.
Die SBB lässt Züge mit kaputten Toiletten oder Türen trotzdem weiterfahren. Bild: KEYSTONE

Darum bleiben bei den SBB defekte Züge auf der Schiene

13.08.2019, 05:5313.08.2019, 06:34

Bei den SBB ist seit Kurzem eine neue Weisung in Kraft: «In begründeten Fällen» dürfen auch «Fahrzeuge mit Schäden» in Betrieb bleiben. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger».

Bei den Schäden kann es sich um defekte Toiletten, Steckdosen oder Sitzpolster handeln – aber auch um kaputte Türen.

Dass diese neue Regelung negative Konsequenzen haben kann, zeigt der Fall des kürzlich verunglückten Zugbegleiters in Baden. Gemäss Untersuchungen hat der Einklemmschutz einer Türe nicht richtig funktioniert, worauf der Zugbegleiter vom Zug mitgeschleift wurde und darauf seinen Verletzungen erlag. Gemäss der Weisung der SBB könnte ein solcher Zug mit defekter Türe weiterhin in Betrieb bleiben.

Auf Anfrage heisst es bei der SBB: «Das besagte Vorgehen ist nur erlaubt, wenn der Mangel dank anderweitiger Vorkehrungen nicht sicherheitsrelevant wird.»

Als Beispiel nennt die SBB einen Zug mit defekter Neigetechnik. Gemäss Vorschriften kann dieser weiterfahren – jedoch nur mit reduzierter Geschwindigkeit. Dasselbe gilt bei Fensterscheiben mit einem Sprung oder defekten Türen. Mit Folie oder einem Schild wird auf den Defekt hingewiesen – der Zug bleibt aber weiterhin in Betrieb.

Der Grund für dieses Vorgehen liegt vor allem in einem Zeit- und Personalproblem. Die Zeit, um einen kleineren Mangel zu beseitigen, ist oft nicht da. Zudem haben die SBB bezüglich Rollmaterial keinerlei Reserven – und die Personalsituation in den Werkstätten ist angespannt.

Beim Bundesamt für Verkehr hat man von der internen Weisung der SBB Kenntnis, diese wird geduldet. Das Bundesamt betont jedoch, dass es bei solchen Fällen in der Schnittstelle zwischen Instandhaltung und Betrieb «Optimierungsbedarf» gebe. (ohe)

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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ands
13.08.2019 07:29registriert Februar 2016
Dass man diese Weisung mit dem Unfall in Baden verknüpft ist unnötig und peinlich. Bekannte defekte Türen werden geschlossen und markiert. Da kann sich niemand einklemmen.
Persönlich fahre ich meistens mit dem Zug um pünktlich von A nach B zu kommen. Da habe ich lieber eine defekte Toilette oder Türe als Verspätungen oder gar keinen Zug.
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Asmodeus
13.08.2019 06:42registriert Dezember 2014
"Zudem haben die SBB bezüglich Rollmaterial keinerlei Reserven – und die Personalsituation in den Werkstätten ist angespannt. "

Schreibt wie es ist. Meyer spart seit mittlerweile über zehn Jahren die SBB zu Tode.
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Glenn Quagmire
13.08.2019 06:28registriert Juli 2015
Als Teilzeit ÖV Pendler muss ich sagen, dass hier auf hohem Niveau gejammert wird. Das ganze "böse SBB mimimimi" passt aber irgendwie zu den komischen Kreaturen im Zug.
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