DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Reporter wandert in einem Zug Wagon waehrend der Typentestfahrt im neuen Doppelstockzug der SBB

Die SBB lässt Züge mit kaputten Toiletten oder Türen trotzdem weiterfahren. Bild: KEYSTONE

Darum bleiben bei den SBB defekte Züge auf der Schiene



Bei den SBB ist seit Kurzem eine neue Weisung in Kraft: «In begründeten Fällen» dürfen auch «Fahrzeuge mit Schäden» in Betrieb bleiben. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger».

Bei den Schäden kann es sich um defekte Toiletten, Steckdosen oder Sitzpolster handeln – aber auch um kaputte Türen.

Dass diese neue Regelung negative Konsequenzen haben kann, zeigt der Fall des kürzlich verunglückten Zugbegleiters in Baden. Gemäss Untersuchungen hat der Einklemmschutz einer Türe nicht richtig funktioniert, worauf der Zugbegleiter vom Zug mitgeschleift wurde und darauf seinen Verletzungen erlag. Gemäss der Weisung der SBB könnte ein solcher Zug mit defekter Türe weiterhin in Betrieb bleiben.

Auf Anfrage heisst es bei der SBB: «Das besagte Vorgehen ist nur erlaubt, wenn der Mangel dank anderweitiger Vorkehrungen nicht sicherheitsrelevant wird.»

Als Beispiel nennt die SBB einen Zug mit defekter Neigetechnik. Gemäss Vorschriften kann dieser weiterfahren – jedoch nur mit reduzierter Geschwindigkeit. Dasselbe gilt bei Fensterscheiben mit einem Sprung oder defekten Türen. Mit Folie oder einem Schild wird auf den Defekt hingewiesen – der Zug bleibt aber weiterhin in Betrieb.

Der Grund für dieses Vorgehen liegt vor allem in einem Zeit- und Personalproblem. Die Zeit, um einen kleineren Mangel zu beseitigen, ist oft nicht da. Zudem haben die SBB bezüglich Rollmaterial keinerlei Reserven – und die Personalsituation in den Werkstätten ist angespannt.

Beim Bundesamt für Verkehr hat man von der internen Weisung der SBB Kenntnis, diese wird geduldet. Das Bundesamt betont jedoch, dass es bei solchen Fällen in der Schnittstelle zwischen Instandhaltung und Betrieb «Optimierungsbedarf» gebe. (ohe)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Städte, die du ab Zürich mit dem Nachtzug erreichst

Die Hitzewelle bringt SBB Probleme

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Studierenden-GA gibt's in zehn Tagen nicht mehr – Politik ist machtlos

Das Generalabonnement für Studenten kostet bald deutlich mehr. Eine Petition und zwei Parlamentsvorstösse brachten die SwissPass-Allianz nicht zum Umdenken.

Die Kritik der letzten Wochen hat nichts gebracht: Ab dem kommenden Fahrplanwechsel, der am 13. Dezember 2020 über die Bühne geht, gibt es das vergünstigte Studierenden-GA nicht mehr. Dies bestätigt Thomas Ammann, Sprecher der Organisation Alliance SwissPass, auf Anfrage von watson.

Die Vergünstigung, die offiziell den Namen «GA Junior für Studierende» trug, ermöglichte jahrelang Studentinnen und Studenten im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, an ein vergünstigtes Generalabonnement für 2650 …

Artikel lesen
Link zum Artikel