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So viel kostet uns der Verkehr – vor allem die Schiene wurde teurer



Autos fahren in dichtem Verkehr auf nasser Fahrbahn auf der Autobahn A1 bei Bern, am Freitag, 4. Oktober 2019. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Teuer: Der Strassenverkehr in der Schweiz. Bild: KEYSTONE

89.7 Milliarden Franken Gesamtkosten verursachte 2016 der Verkehr in der Schweiz, drei Viertel für Personen, ein Viertel für Güter. In den sechs Jahren davor stiegen die Kosten insgesamt um 4 Prozent, am stärksten beim Schienenverkehr mit 15 Prozent.

Ursache für den hohen Kostenanstieg des Bahnverkehrs waren Investitionen bei der Infrastruktur, etwa beim Gotthard-Basistunnel. Auch die Verdichtung des Fahrplans und die Anschaffung von neuem Rollmaterial schlugen zu Buche, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer neuen Publikation darlegt.

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Der Strassenverkehr dagegen ist seit 2012 kostengünstiger geworden – dank tieferer Treibstoffpreise. Von den 49.4 Milliarden Franken Gesamtaufwand, welche der private motorisierte Strassenverkehr verursachte, trugen 85 Prozent die Nutzer selbst. Die restlichen 15 Prozent (7.2 Milliarden Franken) wurden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Sie betrafen vor allem Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten.

ÖV zur Hälfte subventioniert

Von den 4 Milliarden Franken, welche der öffentliche Strassenverkehr kostete, musste die Allgemeinheit dagegen nur 6 Prozent tragen. 43 Prozent steuerten die Fahrgäste und 51 Prozent die öffentliche Hand bei. Ähnlich hoch war die Beteiligung der öffentlichen Hand beim Personenverkehr auf der Schiene: Sie trug knapp die Hälfte zu den 9.15 Milliarden Franken Kosten bei, die Passagiere deckten 44 Prozent.

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Der Luftverkehr verursachte zwischen 2010 und 2016 zehn Prozent mehr Ausgaben. Kostentreiber war laut BFS das kontinuierlich gewachsene Passagieraufkommen.

Bahnkilometer am zweitgünstigsten

Umgerechnet auf zurückgelegte Kilometer ist der Flugverkehr wegen der langen Strecken naturgemäss am kostengünstigsten: 13 Rappen musste pro Person und Kilometer laut BFS bezahlt werden. 44 Rappen kostete der Personenkilometer auf der Schiene, 50 Rappen im eigenen Auto und 89 Rappen im öffentlichen Strassenverkehr.

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Das BFS erinnert aber daran, dass diese Zahlen nur bedingt verglichen werden können. Zum einen handelt es sich um Durchschnittswerte, und da differieren beispielsweise Kleinwagen und Luxuskarosse erheblich. Zum andern ergänzen sich die verschiedenen Transportarten: Wo Bahn, Bus, Tram und Postauto nicht hinkommen, ist das Auto unverzichtbar.

125 Milliarden Personenkilometer – Flüge nicht eingerechnet – wurden 2016 zurückgelegt. Die Kostenentwicklung 2010–2016 war dabei sehr unterschiedlich: Der private motorisierte Personenverkehr wurde pro Kilometer 9 Prozent günstiger aufgrund von rückläufigen Unfallkosten. Der Flugkilometer verbilligte sich sogar um 27 Prozent – dank Effizienzsteigerung und tieferer Kerosinpreise. Die Bahn wurde dagegen 9 Prozent teurer, Bus und Tram 3 Prozent. (aeg/sda)

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