Schweiz
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ARCHIVBILD ZUM OFFENEN BRIEF DER KOALITION LUFTVERKEHR, UMWELT UND GESUNDHEIT (KLUG), FLUGTICKETS MIT EINER UMWELT-ABGABE ZU VERSEHEN UND NACHTZUEGE ZU FOEDERN, AM MONTAG, 9. APRIL 2018 - Ein Airbus 340-300 von Swiss Airlines startet auf der Piste 16, im Hintergrund die Gemeinde Ruemlang, am Mittwoch, den 29. November 2017 in Zuerich-Kloten. (KEYSTONE/Christian Merz)

Albtraum für Vielflieger: Die SP fordert Flugkontingente. Bild: KEYSTONE

Anzahl Flüge soll pro Kopf limitiert werden – diese radikale SP-Idee gibt zu reden



Zwei Wochen vor den Wahlen macht SP-Fraktionschef Roger Nordmann einen brisanten Vorschlag: Er fordert Flugkontingente für die Schweizer Bevölkerung. «Die Flugticketabgabe allein genügt nicht. Damit tatsächlich weniger geflogen wird, braucht es zusätzliche Massnahmen – zum Beispiel Kontingente für Flugreisen», sagte der Waadtländer Nationalrat laut NZZ am Sonntag diese Woche an einer Klima-Fachtagung der Schweizerischen Energiestiftung.

Soll man die Anzahl der Flüge pro Kopf beschränken?

Was Nordmann mitten im Wahlkampf fordert, hat bisher noch keiner der tonangebenden Umweltverbände in der Schweiz öffentlich zur Diskussion gestellt: dass jedem Bürger und jeder Bürgerin eine beschränkte Anzahl Flugkilometer zur Verfügung stehen soll. Wer dieses Kontingent nicht ausschöpft, soll seine Flugzertifikate verkaufen können. Und wer mehr fliegen will, muss hoffen, dass andere sich zurückhalten.

Roger Nordmann, Nationalrat VD, Praesident der SP-Bundeshausfraktion, spricht waehrend einer SP-Medienkonferenz ueber den 6-Punkte-Plan zur Gleichstellungspolitik, am Dienstag, 21. Mai 2019 im PROGR, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

SP-Fraktionschef Roger Nordmann hat provokante Pläne. Bild: KEYSTONE

Das System würde gemäss Nordmanns Idee ähnlich funktionieren wie der Handel mit CO2-Zertifikaten in der Industrie. Wie hoch die Kontingente sein sollen, ist indes noch offen: «Es muss auf jeden Fall weniger sein als der Status quo», sagt Nordmann. Heute fliegen Schweizer im Schnitt rund 9000 Kilometer pro Jahr – Tendenz steigend. Die Reaktionen auf die SP-Idee sind laut «NZZ am Sonntag» durchzogen.

Wie viele Flüge liegen noch drin?

Bleibt die Frage: Wie viele Flüge pro Person liegen in Zukunft noch drin? In Deutschland forderte der grüne Politiker Dieter Janecek jüngst, man solle die Zahl der erlaubten Flüge pro Jahr auf drei festlegen. Nordmann denkt eher an eine Maximalzahl an Flugkilometern, welche im Gleichschritt mit der Entwicklung der internationalen Bahnverbindungen gesenkt würde. «Es muss auf jeden Fall weniger sein als der Status quo.»

Die Reaktionen über den Vorschlag fallen zurückhaltend aus: FDP-Ständerat Damian Müller spricht von einem Bürokratiemonster, SVP-Nationalrat Christian Imark von Kommunismus. Selbst Grünen-Präsidentin Regula Rytz ist skeptisch: «Das tönt mir zu sehr nach Ablasshandel.» Immerhin findet der VCS die Idee «interessant».

(amü)

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326 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Randen
06.10.2019 11:07registriert March 2014
Was ist mit Kreuzfahrt? Müsste man sowas nicht komplett verbieten? So wie auch unnötige Transporte auf Schiffen um irgendwo Teilproduktionen günstiger ?
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RedStarBelgrade
06.10.2019 11:15registriert June 2019
Können sich die Grünen mal dafür einsetzen dass die Bahn nicht so teuer ist? Somit würde automatisch die Bahn genommen werden statt der Flieger.
52165
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kEINKOmmEnTAR
06.10.2019 10:56registriert January 2014
Mit was ich ein Problem habe ist die Möglichkeit diese zu verkaufen. Firmen werden dann bei den Armen die Zertifikate bei der Geburt abkaufen damit sie weiterhin jeden Tag herumfliegen können während die Arbeiterklasse einfach gar nicht mehr fliegen kann. Ist das eine soziale Idee?
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326

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