Schweiz
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Die Fluggesellschaft Swiss macht ernst mit Sparmassnahmen: Ab Juli gleicht sie den Lohn ihrer Angestellten in Kurzarbeit nicht mehr wie bis anhin auf das gewohnte Lohnniveau aus. (Archivbild)

Noch steht die Swiss-Flotte mehrheitlich am Boden. Wie viele in der Wintersaison wieder abheben werden, ist noch unklar. Bild: KEYSTONE

Trotz Corona planen Swiss und Co. ab Zürich und Genf mehr Flüge als im Vorjahr – vorerst

Der Kampf um die besten Zeitfenster für An- und Abflüge an Schweizer Flughäfen hat begonnen. Die Airlines gehen dabei in die Offensive und beanspruchen für die Wintersaison sogar leicht mehr Flüge als in der vergangenen Wintersaison – doch dabei wird es nicht bleiben.

Benjamin Weinmann / ch media



Von derzeit 3 auf 15 bis 20 Prozent. So sieht der vorläufige Plan der Swiss aus, um das Flugvolumen im Juni langsam wieder hochzufahren. Der aktuelle Rumpfflugplan mit fünf Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen sowie einer Langstreckenmaschine nach New York soll stetig ausgebaut werden. Hinzu kommen nun Destinationen wie Tokio, Mumbai, Bangkok und Chicago. Das Angebot wird über Wochen hinweg sukzessive erhöht.

Im Hinblick auf das Wintergeschäft hat für die Swiss und alle anderen Airlines nun das Pokerspiel begonnen. Denn die Fluggesellschaften müssen sich Monate im Voraus die «Slots» an den Flughäfen sichern, die Zeitfenster für Starts und Landungen. Sie gelten als das Gold in der Aviatik. Wer die besten Flugzeiten und Verbindungsflüge bieten kann, hat bei den Kunden gute Argumente beim Ticketkauf.

Vergangenen Donnerstag war Stichtag für die bevorstehende Wintersaison, die Ende Oktober beginnt und bis Ende März 2021 dauert. Es wird ein Winter der Wahrheit. Denn zwei zentrale Fragen sind für die Branche heute schlicht nicht zu beantworten: Kommt es zu einer zweiten Welle? Und egal ob sie kommt oder nicht: Wie gross ist die Lust bei Privatpersonen und Firmen, per Flugzeug zu reisen?

140'000 Starts und Landungen

Angesichts dieser Unsicherheiten überrascht die Strategie der Airlines auf den ersten Blick. Denn sie planen auf Vorrat und gehen «all in». «Die Anzahl Anträge für Starts und Landungen in Zürich und Genf im kommenden Winter liegt praktisch auf Vorjahresniveau, beziehungsweise ist sie leicht steigend», sagt Peter Dellenbach, Direktor der Slot Coordination Switzerland. Die Firma ist für die Vergabe der Start- und Landerechte zuständig. Im Winter 2019/20 verzeichnete der Flughafen Zürich laut Dellenbach 82'000 Flugbewegungen und Genf 56'000. Heisst: Auch für den bevorstehenden Winter planen die Airlines mit rund 140'000 Starts und Landungen.

«Vorerst», sagt Dellenbach. Er geht davon aus, dass diese Zahl noch sinken wird. Denn bis Ende August haben Swiss und Co. Zeit, ihre Eingaben zu korrigieren und Slots wieder abzutreten. Bis dahin heisst es: Bluffen. Fragt sich, wer die Karten zuerst auf den Tisch legt. Denn gibt man die Slots ab, besteht die Gefahr, dass sich ein Konkurrent das Zeitfenster schnappt und es so lange wie möglich behält. Insbesondere die Zeitfenster in den Stosszeiten am Morgen, über Mittag und spät abends gelten in der Branche als heiss begehrt.

Für zusätzliche Spannung sorgt die so genannte 80/20-Regel. Denn ein EU-Paragraph besagt, dass die Airlines 80 Prozent ihrer geplanten Flüge in einer Saison durchführen müssen, damit sie denselben Slot in der nächsten Flugplanperiode wieder erhalten. Ansonsten müssen sie ihn abgeben. So soll verhindert werden, dass die Firmen an unbenutzten Slots festhalten und der Wettbewerb leidet.

Swiss-Chef: «Diese Entscheide sind sehr schwierig»

Kurz nach Ausbruch der Pandemie entschied die EU die Regel für den Sommerflugplan auszusetzen. Doch für die Wintersaison rechnet Dellenbach erst im September mit einem Entscheid aus Brüssel – also erst nach der Deadline für die Airlines.

Fakt ist: Selbst die Swiss rechnet in absehbarer Zeit nicht mit einem Flugvolumen wie auf Vorjahresniveau. Erst kürzlich sagte Airline-Chef Thomas Klühr im Rahmen eines Konferenzgesprächs mit über 20 Journalisten, dass er bis Ende Jahr hofft auf 50 Prozent zu gelangen. Die Herausforderung wird sein, zu eruieren, welche Destinationen zu welchen Zeiten besonders gefragt sind – und welche Slots man abgeben wird.

«Diese Entscheide sind sehr schwierig», sagte Klühr dazu. «Es gibt verschiedene Indikatoren: Welches Land öffnet die Grenzen zuerst? Wo ist der Lockdown vorbei? Welche Ziele suchen unsere Kunden online?» Dieser Mix gebe ein wenig Aufschluss. Doch es bleibt ein Pokerspiel. (bzbasel.ch)

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Puli 23.05.2020 00:40
    Highlight Highlight Ich freue mich schon riesig dass es langsam wieder losgeht und Ich ganz entspannt Swiss First im A330 fliegen kann!
    • Torro991 23.05.2020 19:57
      Highlight Highlight Obwohl die Kabinen im B777 und seit neueren im A340 moderner sind? Wie Sie ja als F Passagier wissen, bieten die neuen Sitze mehr Privatsphäre.
  • KBL SLT 23.05.2020 00:02
    Highlight Highlight Es dürfte bald wieder ordentlich viel geflogen werden. Menschen sind Gewohnheitstiere. Ob die SWISS fliegt oder nicht. Oder Fluggesellschaften von (Öl-) Arabischen Ländern ist mir total egal. Ich habe viele enge Freunde in Asien und ich denke nicht daran, diese Freunschaften über Skype oder sowas zu pflegen. Alle sagen die Menschen sollen zusammenwachsen und Grenzen überwinden. Soziale-, Gesellschaftliche-, und Landesgrenzen. Das mache ich. Per Flugzeug.
  • dergraf 22.05.2020 23:56
    Highlight Highlight Was die Swiss-Verantwortlichen hier zelebrieren, ist staatlich garantierte Idiotie!
    • 7immi 23.05.2020 11:18
      Highlight Highlight Dass sie wieder fliegen und so den Piloten und Crews das Training ermöglichen und erste Verbindungen wieder aufnehmen? Fluggesellschaften haben auch bei einem eingestellten Flugbetrieb gigantische Kosten, da Ratings ablaufen, Trainings erhalten werden müssen, Flugzeuge Zeitabhängig präventiv gewartet werden müssen, Ständig für Slots geweibelt werden muss uvm. Das ist nicht vergleichbar mit anderen Gewerben.
  • Filz 22.05.2020 22:05
    Highlight Highlight Vielleicht findet die Zukunft der Swiss ja nicht auf den Luftstrassen sondern auf der Schiene statt. Oder sie ist gar mehr Vergangenheit als Zukunft?
  • Ouvrier 22.05.2020 20:17
    Highlight Highlight Geiiiiiiiil....sie fliegen bald wider, kann es kaum erwarten, ich kann mir keine Ferien in der Schweiz leisten, aber im Ausland liegt das in meinem Budget.
  • benn 22.05.2020 20:08
    Highlight Highlight Ist doch schön wenn sie jetzt mit unserer defizitgarantie etwas riskieren, wenn schief geht zahlen wir!
    • poltergeist 22.05.2020 22:38
      Highlight Highlight Ja die können machen was sie wollen da systemrelevant. Auch ausserhalb Corona.
    • 7immi 23.05.2020 11:13
      Highlight Highlight @benn
      eine Defizitgarantie? habe ich was verpasst? Ich ging immer von einem Darlehen aus...
    • Hanspeter Bloch 23.05.2020 23:40
      Highlight Highlight Was Riskieren? Mit Nichtfliegen verliert Swiss seit 10 Wochen jeden Tag 3 Mio !
  • Meine Nase juckt. 22.05.2020 19:50
    Highlight Highlight Die Basis jeder gesunden Ordnung ist der Papierkorb.
    • KBL SLT 22.05.2020 23:44
      Highlight Highlight Bravo
  • 155West 22.05.2020 19:29
    Highlight Highlight Da verschlucken sich vor lauter Empörung grad zahlreiche SchweizerInnen doch glatt an ihrem Stück Fleisch ;)
    • Team Insomnia 22.05.2020 21:41
      Highlight Highlight Nee. Am Vegi-Menue🤭!
  • cdrom 22.05.2020 19:08
    Highlight Highlight Lustig. Es werden optimistsche Nachrichten verbreitet.
    Jetzt kommt doch zuerst eine Pleitewelle - ausgehend vom Euroraum. Und die wird eine Finanzkrise auslösen.
    So in 5 Jahren sind wir aber bestimmt auf dem gleichen Level.
  • MaPhiA 22.05.2020 19:00
    Highlight Highlight der rettungsbatzen muss sich ja gelohnt haben... wäre ja schade um das ganze geld, wenn sie am boden bleiben würden und es nur im unterhalt/stellplatz versickert...
  • stillerMitleser 22.05.2020 18:58
    Highlight Highlight https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/329438/9789241516839-eng.pdf#page=9
    Wieso wollen eigentlich alle Regierungen Contact-Tracing, wenn die WHO davon abrät?
    • cdrom 22.05.2020 22:01
      Highlight Highlight @stillerMitleser
      Die sind neidisch auf die Chinesen.

      Aus demselben Grund hat Schröder mit der Agenda 2010 in DE den grössten Niedriglohnsektor in Europs ein geführt.
      Dies schwappt je länger je mehr zu uns.
  • fools garden 22.05.2020 18:56
    Highlight Highlight Liebe Swiss und Lufthansa:
    Ihr seit für mich eine große Entäuschung.
    Da werden stets die Billigflieger kritisiert, Easyjet oder Ryanair, die scheinen aber besser aufgestellt.
    • 7immi 22.05.2020 19:20
      Highlight Highlight Ryanair hat dank Scheinselbstständigkrit gar keine Angestellten. Praktisch, oder? Soll die Swiss etwa auch so agieren?
    • BlueTire 22.05.2020 19:56
      Highlight Highlight Ryanair hat grad die Wien Basis der Tochter Laudamotion geschlossen, weil die Gewerkschaft keinem GVA zugestimmt hat der Löhne unter der Armutsgrenze gebracht hätte. Da darf sich jeder selbst seine Meinung dazu bilden.
    • fools garden 22.05.2020 20:29
      Highlight Highlight Für mich ist das einfach Swissair neu aufgegleist und das stößt mir leicht sauer auf. Der Politik vermutlich auch, die haben noch ein schlechtes Gewissen vom letzten Mal.

      Der lose Spruch von damals lautet.
      So What Its Still Swissair.
      ganz verkehrt war das nicht.

      Wenn diese Flieger von allein Fluguntauglich sind gehören sie besser auf den Boden.

      Es schreien gerade alle um Millionen, die größten am lautesten
    Weitere Antworten anzeigen
  • PhilippS 22.05.2020 18:35
    Highlight Highlight Wenig überraschend, wenn man mit einem bedingungslosen staatlichen Blanko-Scheck die Preise drücken und die Maschinen in der Luft halten kann...
    • 7immi 22.05.2020 19:25
      Highlight Highlight Hat man das? Nein!!! Informier dich doch bitte. Man muss es zurückbezahlen und das Geld darf die Schweiz nicht verlassen. Dass man aber Slots beziehen muss ist nunmal so, sonst kann man kein Geld erwirtschaften um das Geld zurück zu bezahlen. Ausserdem sind es Oltionen. Dafür müsste man aber den Artikel lesen...
    • andy y 22.05.2020 19:39
      Highlight Highlight @Phil
      Einrichtungen Experte. Das läuft schon nahezu unter Polemik
    • benn 22.05.2020 20:09
      Highlight Highlight 7immi, ganau und im dezember kommt der samichlaus
  • NumeIch 22.05.2020 18:11
    Highlight Highlight Umso früher wieder Normalbetrieb ist umso besser. Deshalb Fly Swiss Fly!
    • Robin Le Chapeau 22.05.2020 18:39
      Highlight Highlight Ja genau.... normal rennt der Hamster wieder in seinem Laufrädchen. Weitermachen wie bisher, am besten noch ein bisschen schneller, bis vor lauter Überhitzung wieder eine kühle, vielleicht noch intensivere Brise wehen muss...
    • Dieter123 22.05.2020 22:58
      Highlight Highlight ähm, das wäre dann deutsche Lufthansa, gelle

Sechs neue positiv Getestete im Kanton Zürich – so sieht's in deinem Kanton aus

Wie viele Personen wurden positiv auf das Coronavirus getestet? Wie viele sind daran verstorben? Und wie ausgelastet sind die Spitalbetten in deinem Kanton? Ein Überblick.

Am 24. Februar 2020 fiel der erste Test in der Schweiz positiv aus: Eine Person im Tessin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. So hat sich die Kurve in der Schweiz seit Ende Februar entwickelt.

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