Schweiz
Wirtschaft

Swissmem-Präsident: «Wir brauchen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt»

Swissmem-Präsident: «Wir brauchen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt»

Der Industrie-Dachverband Swissmem ist gegen die zwei Initiativen aus SVP-Kreisen zur Schweizer Neutralität und zur Begrenzung der Bevölkerung auf zehn Millionen Menschen.
25.06.2024, 03:26
Mehr «Schweiz»

«Wir brauchen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt», sagte Präsident Martin Hirzel.

Die Gesellschaft sei überaltert und viele wollten weniger arbeiten. «Unsere Wirtschaft läuft so gut, und wir sind ein so attraktiver Standort, dass wir Leute benötigen und auch gute Leute kommen», so Hirzel in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit Tamedia. «In zehn, zwanzig Jahren wird es in Europa einen Wettbewerb um Zuwanderung geben, weil all unsere Nachbarländer die gleiche Herausforderung haben.» Die Schweiz solle sich so organisieren, dass die Zuwanderung gehandhabt werden könne und die Bevölkerung das mittrage.

Der neue Swissmem-Pr
Martin Hirzel ist Präsident von Swissmem.Bild: sda

Die Auslegung der Schweizer Neutralität gemäss der Neutralitätsinitiative gehe zu weit, sagte Hirzel weiter. «Eine solch dogmatische Auslegung der Neutralität schadet unserer Rüstungs- und Sicherheitsindustrie. Wenn die Kunden der Schweizer Rüstungsindustrie ihre Produkte nicht einmal an Länder mit den gleichen Exportstandards wie die Schweiz weiterverkaufen können, ist das faktisch ihr Untergang.»

Hirzel: Müssen zuerst an uns denken

Die Schweiz solle sich so positionieren, dass sie mit «allen reden und allen geschäften» könne. «Das ist nicht unmoralisch», so Hirzel. «Als kleines, in keine Allianz eingebundenes Land müssen wir an erster Stelle an uns selber denken. Ohne Export gibt es keine Schweizer Industrie und damit keinen Wohlstand mehr.»

Bezüglich der Beziehung Schweiz-EU ist der Swissmem-Präsident zuversichtlich. In Sachen Bilaterale III erwartet er noch dieses Jahr ein Resultat. Er kritisierte dabei aber die Gewerkschaften: «Die Gewerkschaften wollen die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Gesamtarbeitsverträgen erleichtern und nationale Mindestlöhne einführen. Das hat nichts mit den Bilateralen III zu tun.» (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
236 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
chämifäger
25.06.2024 06:16registriert November 2019
Zuwanderung ist super, für die Arbeitgeber. Ganz viele Menschen die um Arbeit und Wohnraum Konkurrenzieren und so Löhne drücken und die Miete steigen lassen.
19010
Melden
Zum Kommentar
avatar
Shiginator
25.06.2024 05:30registriert Januar 2020
Nun, wenn wir zuerst an uns denken sollen, sollten wir vielleicht mal die Stellen mit dem eigenen (brachliegenden) Potential füllen. Vielleicht mal die Arbeitsmodelle so anpassen dass sie ein wenig "Arbeitnehmerfreundlicher" sind.
1633
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P.
25.06.2024 06:09registriert August 2018
In Regensdorf bauen sie zwei Monstertürme direkt am Bahnhof. Platz für rund 800 neue Menschen. Da werden sich dann wieder 1 - 2 Leute mehr in die S6 pferchen. Die Wirtschaft brummt, die Zuwanderung brummt, Dividenden fliessen. Alle sind glücklich.

Es ist eine wahre Freude.

Die beiden SVP Initiativen sind natürlich für ihre Klientel gedacht. Nur heisse Luft. Als ob man bei 10 Millionen irgendeinen Schalter umlegen kann. Im Gegenteil. Die SVP befeuert Zuwanderung (Stueuerpolitik) und bekämpft Zuwanderung (Initiativen). Es ist absurd.
13519
Melden
Zum Kommentar
236
Quagga-Muschel befällt Vierwaldstättersee – doch der Bund bleibt passiv
Die invasive Quagga-Muschel wurde erstmals im Zuger- und Alpnachersee gefunden und wird auch den Vierwaldstättersee befallen, trotz verschiedener Massnahmen seitens der kantonalen Behörden. Nun wird der Ruf nach schweizweiten, einheitlichen Regeln laut – doch der Bund bleibt passiv.

In einem Punkt ist sich die Fachwelt einig: Ist die Quagga-Muschel einmal in einem Gewässer angekommen, lässt sich deren Ausbreitung kaum mehr verhindern.

Zur Story