DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

WM-Boykott, Covid-19, Medienpolitik und weitere Sonntagsnews

21.11.2021, 06:1221.11.2021, 15:58

Boostern für alle doch erst im neuen Jahr

Viele Kantone sind nicht bereit, unter 65-jährigen Menschen die Booster-Impfung gegen Covid-19 ab Anfang Dezember zu verabreichen. Termine für Auffrischungsimpfungen seien deshalb vorwiegend älteren Menschen vorbehalten, berichtet die «SonntagsZeitung». Bern zum Beispiel will die unter 65-Jährigen erst vom neuen Jahr an ein drittes Mal impfen. Der Zürcher Infektiologe Huldrych Günthard kritisiert die Kantone für ihr langsames Vorgehen. Er verlangt, dass bei Bedarf die Armee eingesetzt werden müsse, um die Booster-Kampagne voranzubringen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Covid-19-Auffrischungsimpfung ab Ende November auch für Personen unter 65 Jahren möglich sein soll. Die zuständigen Stellen beim Bund arbeiteten an der Anpassung der Impfempfehlung, hiess es an einer Medienkonferenz. Die Auffrischungsimpfung soll frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen.

Corona-Gesetz: Gegner attackieren Abstimmung mit Beschwerdeflut

Rund 750 Abstimmungsbeschwerden sind vor der Abstimmung über das revidierte Covid-Gesetz am 28. November bei den Kantonen eingegangen. Das hat eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» ergeben. Viele dieser Beschwerden sind identisch. Eine davon stammt vom Verein «Wir sind Menschen». Auch der Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei hat eine Beschwerde formuliert, im Namen von 95 Personen. In den Eingaben wird laut der Zeitung geltend gemacht, dass in der Abstimmungsfrage keine Rede sei vom Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete, an dem sich die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage vor allem stossen. Die Kantone traten auf die Beschwerden nicht ein, und vor Bundesgericht dürften sie nach Einschätzung des Blattes kaum Chancen haben. Schon vor der ersten Abstimmung über das Covid-Gesetz im Juni wurden mehrere Stimmrechtsbeschwerden eingereicht. Das Bundesgericht wies alle ab.

Fast niemand braucht die neue Überbrückungsrente

Seit Juli 2021 können Arbeitslose über 60 Jahre, die ausgesteuert werden, Überbrückungsleistungen (ÜL) beantragen. Seither sind nach Angaben der «SonntagsZeitung» landesweit rund 460 Rentengesuche bearbeitet und 108 Renten bewilligt worden. Bei der Behandlung im Parlament wurde von 3400 Renten pro Jahr ausgegangen. «Die Nachfrage hält sich gelinde gesagt in Grenzen», sagt Andreas Dummermuth, Präsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen, der Zeitung. Grund dafür sei die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt. Das Stadtzürcher Sozialdepartement nennt die Voraussetzungen für einen Anspruch auf die Rente viel zu streng. Sie müssten gelockert werden, damit die Überbrückungsleistungen wirken könnten, sagte eine Sprecherin. Adrian Wüthrich, Präsident des Dachverbands Travailsuisse, geht davon aus, dass die Nachfrage noch zunehmen wird. Das Instrument sei noch zu wenig bekannt.

Botschafter des Emirats Katar zu WM-Boykott und Baustellen-Toten

Mohammed Jaham al-Kuwari, katarischer Botschafter in Bern, tritt Forderungen nach einem Boykott der Fussball-WM Ende 2022 in Katar entgegen. «Ich frage mich, ob diejenigen, die zu einem Boykott aufrufen, unser Land überhaupt kennen», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Sein Land dürfe kritisiert werden, aber wer dies tue, solle auch bereit sein zum Dialog. «Wir sind offen und suchen den Kontakt mit unseren Kritikern.» Katar sei «vielleicht noch keine Demokratie wie die Schweiz», sagte er. «Aber wir demokratisieren unser Land Schritt für Schritt.» Zahlen über auf Baustellen in Katar gestorbene Arbeitsmigranten seien nicht korrekt, sagte Mohammed Jaham al-Kuwari. Mit den Anschuldigungen im Zusammenhang mit den Todesfällen werde «auf jeden Fall übertrieben.»

Die SP will die SRG zur Nachrichtenagentur umbauen

Der SP-Fraktion fordert in einem Positionspapier mehr Geld für die SRG. «Ohne starke SRG wird die direkte Demokratie immer mehr von Geldmächtigen und ausländischen Technologiekonzernen abhängig», zitierte die «NZZ am Sonntag» aus dem Papier. Gemäss dem Positionspapier soll die SRG entgegen der heutigen Regelung auf allen Kanälen publizieren und auch Werbung online schalten können. Im Gegenzug sollen SRG-Inhalte für private Medien verfügbar sein. Schweizer Medien und Private sollen zudem eigene Beiträge auf der SRG-Plattform veröffentlichen können. Die Zeitung spricht von einer «digitalen Allmend». Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen kritisiert das Papier. «Dass Facebook die Schweizer Medien inhaltlich konkurrenziert, ist ein Totschlagargument», sagte er dem Blatt. Dabei mache Facebook doch keinen Beitrag zu Abstimmungen oder zum Sechseläuten.

Kleine Verlage starten eine Kampagne für das Medienförderungsgesetz

«Ohne Medien keine Demokratie – Ja zur Medienvielfalt»: Unter diesem Motto lanciert ein Komitee von kleinen Verlagen seine Ja-Kampagne zum Medienförderungspaket des Bundes, über das im kommenden Februar abgestimmt wird. Geplant sind laut dem Bericht der Zeitung «SonntagsBlick» Plakate, Webinare und Social-Media-Inhalte. 50'000 Franken aus eigenen Mitteln und von einer Stiftung stehen zur Verfügung. Ein Crowdfunding ist geplant, um an mehr Geld zu kommen. Die Vorlage helfe nicht nur grossen Verlagen, sondern vor allem den kleinen, sagte Simon Jacoby, Co-Präsident des Verbandes Medien mit Zukunft (VMZ) namens des Komitees. Der Verband vertritt vor allem die Interessen kleinerer Publikationen.

Sogenannte Flüsterbeläge verschlechtern sich schnell

So genannte Flüster-Strassenbeläge nutzen sich deutlich schneller ab als der üblicherweise verbaute Asphaltbelag. Das berichtet die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Etwa alle 15 Jahre müssen Flüsterbeläge ausgewechselt werden, während herkömmliche Beläge bis zu 25 Jahre lang halten. Ausserdem kosten Flüsterbeläge im Unterhalt mehr. Die Porosität dieses Asphalts sei für die Lärmreduktion interessant, mache aber den Deckbelag weich, erklärte Jean-François Molinari, Professor an der ETH Lausanne – er ist Spezialist für die Abnutzung von Materialien. In den ersten Jahren seien die Eigenschaften der Flüsterbeläge sehr gut. Danach verschlechterten sie sich aber sehr rasch, sagt Molinari. Ein Flüsterbelag in einer Tempo-50-Zone dämpft den Verkehrslärm zunächst um 8 Dezibel. Nach 15 Jahren verringert sich die Lärmreduktion bei normaler Abnutzung des Belages auf noch 4 Dezibel.

Kanton Bern wirft Blausee-Besitzern Verschmutzung eines Bachs vor

In der Fischzucht des bekannten Ausflugsziels Blausee im Berner Kandertal ist es zu massiven Fischsterben gekommen.
In der Fischzucht des bekannten Ausflugsziels Blausee im Berner Kandertal ist es zu massiven Fischsterben gekommen.Bild: keystone

Der Kanton Bern wirft den Eigentümern der Forellenzucht im Blausee im Berner Oberland die Verschmutzung eines kleinen Baches vor, in den die Forellenzucht ihr Wasser ableitet. Das bernische Amt für Wasser und Abfall wirft den Eigentümern deshalb Umweltverschmutzung vor, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Der Zeitung liegt die Verfügung dazu vor. Demnach kam es in den vergangenen Jahren mehrere Male zu Verunreinigungen des Baches. Die Blausee AG muss den Bach auf eigene Kosten reinigen und künftige Verschmutzungen vermeiden. Die Besitzer der Forellenzucht betonen gegenüber dem «SonntagsBlick», dass die bei der Bewilligung der Anlage festgesetzten Grenzwerte eingehalten würden. In Klärung sei, wie neue Einleitungswerte von Ausscheidungen der Bio-Forellen eingehalten werden könnten. Die Blausee AG betreibt ihre Forellenzucht seit 127 Jahren; sie hat ein Zertifikat von Bio Suisse.

Die meisten Schweizer Hotels müssen dringend saniert werden

Nur jedes fünfte Hotel in der Schweiz ist energetisch auf dem neusten Stand. Das zeigt eine von der «NZZ am Sonntag» zitierte Umfrage des Branchenverbandes Hotelleriesuisse. 39 Prozent der Betriebe traf demnach keine energetischen Massnahmen. 41 Prozent der Hotels sind zumindest teilweise saniert, damit ihre Gebäude weniger Energie verbrauchen. Rund zwei von drei Betrieben werden mit fossilen Energien beheizt. Entscheiden sich Hoteliers für eine Sanierung, investieren sie laut einem Sprecher von Hotelleriesuisse in Bereiche, die die Gäste zu sehen bekommen, also beispielsweise in die Zimmer oder in den Wellness-Bereich. Geht es nach dem eidgenössischen Parlament, soll der Bund Hotelsanierungen in den Bergen unterstützen. Im Herbst überwiesen die Räte einen Vorstoss an den Bundesrat, der ein Impulsprogramm verlangt. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bus prallt in Bettingen BS in Mauer – neun verletzte Passagiere

Beim Prall eines Busses in eine Mauer in Bettingen im Kanton Basel-Stadt sind neun Insassen verletzt worden. Fünf Menschen wurden ins Spital gebracht. Polizei, Feuerwehr und Sanität waren am Donnerstagnachmittag mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Zur Story