Schweiz
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Ein Bioethiker erklärt, warum nicht die Risikogruppe zuerst geimpft werden soll

Der Bioethiker Christoph Rehmann-Sutter erklärt, wie man einen Impfstoff gerecht verteilt, ob man damit auch Geld verdienen darf und wann es in Ordnung ist, wenn Immune Vorteile geniessen.

Raffael Schuppisser / ch media



epa08252654 An undated handout picture made available by the National Institutes of Health (NIH) shows a scanning electron microscope image of SARS-CoV-2 (round magenta objects) emerging from the surface of cells cultured in the lab. (issued 27 February 2020). SARS-CoV-2, also known as 2019-nCoV, is the virus that causes COVID-19. The virus shown was isolated from a patient in the USA. The novel coronavirus is on the verge of spreading across the world as more cases are emerging outside China with outbreaks in South Korea, Italy and Iran.  EPA/NIAID- RML/NATIONAL INSTITUTES OF HEALTH HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Coronavirus unter dem Mikroskop. Bild: EPA

Es wird mit Hochtouren an einem Impfstoff geforscht. Normalerweise ist das ein langwieriges Verfahren. Darf man dieses beschleunigen, indem man gesunde Freiwillige zu Studienzwecken mit dem Virus infiziert?
Mit solchen Human Challenge Studien wäre ich aus ethischen Gründen sehr vorsichtig. Es ist für mich nicht akzeptabel Leute, auch wenn sie selbst damit einverstanden sind, extra anzustecken und aktiv einer erheblichen Gefahr auszusetzen.

Aber man käme so schneller zum Ziel?
Es stimmt zwar: Wo das Ansteckungsrisiko sehr gering ist, dauert es sehr lange, bis sich für eine Studie zufällig ausgewählte Menschen infizieren. Es gibt aber andere Möglichkeiten. Über das Contact-Tracing könnte man Menschen ausfindig machen, welche ein höheres Risiko haben, in den nächsten Tagen zu erkranken. Oder man müsste in Regionen gehen, wo die Ansteckungszahlen gerade hoch sind.

Bild

Der 61-jährige Christoph Rehmann-Sutter ist Professor für Theorie und Ethik der Biowissenschaften an der Universität zu Lübeck. Er hatte Gastprofessuren am King's College London und an der London School of Economics. Ausserdem lehrt er an der Universität Basel. Der Schweizer Molekularbiologe und Philosoph war von 2001 bis 2008 Präsident der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin. bild: ulf-kersten neelson

Was passiert, wenn wir einen Impfstoff haben? Wir können nicht alle acht Milliarden Menschen gleichzeitig impfen. Wie soll man vorgehen?
Sobald klar ist, dass der Impfstoff sicher und wirksam ist, muss er in grossen Mengen hergestellt werden. Das Ziel muss sein: Alle Menschen auf der Welt gegen Covid-19 impfen zu können. Da die Produktion aber Zeit in Anspruch nimmt, muss man priorisieren. Zuerst sollten jene geimpft, werden, die ein hohes Risiko haben sich anzustecken und die Krankheit weiterzugeben. Dazu zählt etwa das Gesundheitspersonal. Das erste Ziel ist, mit dem noch knapp verfügbaren Impfstoff die Ausbreitung der Krankheit möglichst gut einzudämmen.

Und die Risikogruppe?
Man müsste sie weiterhin durch Social Distancing vor dem Risiko schützen. Das geht beispielsweise beim Gesundheitspersonal nicht.

Nun hat man ja auch wieder die Geschäfte und Restaurants geöffnet. Heisst das, dass man Servierpersonal und Detailangestellte vor der Risikogruppe impfen solle, da diese die Krankheit weiter übertragen kann?
Das halte ich für sinnvoll.

Darf man mit dem Impfstoff auch Geld verdienen?
Natürlich muss eine Firma mit der Entwicklung des Impfstoffs etwas verdienen dürfen. Sonst würde sie die Arbeit ja gar nicht in Angriff nehmen. Sollte es eine Monopolstellung geben, darf diese aber nicht ausgenutzt werden. Hier muss die öffentliche Hand durch Preisverhandlungen sicherstellen, dass der Impfstoff bezahlbar bleibt. Es ist eine Frage der globalen Solidarität, dass der Impfstoff allen zur Verfügung steht. Die Staaten müssen hier eng zusammenarbeiten, auch im Rahmen der WHO.

Wie geht man mit armen Ländern um?
Man kann in armen Ländern nicht denselben Preis verlangen wie etwa in der Schweiz oder in Deutschland. Der Preis muss angepasst sein. In einigen Ländern wird es zum Vorteil aller notwendig sein, den Impfstoff gratis abzugeben.

Bevor ein Impfstoff da ist, könnten Menschen, die das Virus bereits hatten, immun dagegen sein. Soll man ihnen einen Ausweis ausstellen und sie bevorzugt behandeln?
Personen, die immun sind, könnten vielleicht ohne Gefahr wichtige Aufgaben übernehmen, die für andere riskant sind. Ich denke etwa an die Versorgung und Pflege von Covid-19-Patienten. Die Voraussetzung ist natürlich, dass Menschen, die das Virus durchgestanden haben, tatsächlich immun sind. Und es braucht Tests, welche die Immunität zuverlässig nachweisen.

Besteht die Gefahr, dass man auf diese Weise Menschen diskriminiert, die nicht immun sind?
Ja, aber darauf soll es nicht hinauslaufen. Es wäre nicht gut,
wenn nur immune Menschen wieder alle Freiheiten bekommen, etwa wieder Flugreisen machen oder in Diskos gehen dürfen. Das würde der andere Teil der Gesellschaft nicht verstehen. Aus Gerechtigkeitsüberlegen müssen Lockerungsmassnahmen für alle gleich gelten können. Ausserdem könnte es ja sogar dazu führen, dass sich Menschen anstecken wollen, um diese Vorteile zu erlangen. Bei einer gefährlichen Krankheit wie Covid-19 ist das keine gute Idee.

Und dennoch könnten Immune bevorteilt werden, Firmen könnten ihnen aufgrund Ihrer Immunität Jobs mit guten Gehältern anbieten.
Das wäre problematisch. Aus ethischer Sicht muss man immer fragen, ob ein Schritt sowohl für die Immunen als auch für die Nicht-Immunen akzeptabel ist. Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Experiment und müssen dabei alle kritisch mitdenken. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist aus meiner Sicht: Wenn es gerecht sein soll, dass eine Gruppe, hier die Immunen, gewisse Vorteile oder Privilegien haben, so müssen alle, also auch die Benachteiligten einen Vorteil daraus ziehen. Nur dann empfindet man das nicht als ungerecht. Die Nicht-Immunen könnten bei einer zweiten Welle etwa darüber froh sein, dass das Gesundheitswesen besser funktionieren würde.

Nun lockert man die Massnahmen. Man muss damit rechnen, dass es wieder mehr Corona-Tote geben wird. Ist das ethisch vertretbar?
Wir haben gesehen, dass ein Lockdown notwendig ist, um die Ansteckungskurve abzuflachen und damit zu verhindern, dass das Gesundheitssystem überlastet wird und damit Menschen ohne ausreichende Behandlungsmöglichkeiten sterben müssen. Wir haben aber auch gesehen, dass ein Lockdown in anderen Bereichen negative Folgen hat. Die UNO warnt, dass dieses Jahr 250 Millionen Menschen der Hungertot droht, krisenbedingt 130 Millionen mehr als letztes Jahr. Die indirekten Toten wegen der Krise könnten also die verhinderten Corona-Toten überwiegen. In der Schweiz gibt es negative Effekte wie psychische Leiden und häusliche Gewalt, vielleicht auch Suizide. Diese Folgen muss man auch mitbedenken. Deshalb ist es schon richtig, die Massnahmen zu lockern.

Es scheint mir, dass die utilitaristische Sicht an Akzeptanz gewinnt. Dass man also vermehrt bereit ist, Menschenleben gegeneinander abzuwiegen, um das Leid der Gesamtbevölkerung möglichst tief zu halten.
Als Ethiker wehre ich mich dagegen, Menschenleben gegeneinander abzuwiegen, weil jedes einzelne Menschenleben unendlichen Wert hat. Jede Person ist einzigartig und muss in ihrer Würde respektiert werden. Aber natürlich ist klar, dass zwei Leben retten besser ist als eines, dass es besser ist, wenn nur 50 Menschen sterben müssen als 100. Wir müssen um jedes Einzelne kämpfen. In der Notsituation, in der wir uns jetzt befinden, geht es nicht um die Maximierung von Nutzen, gerechnet in Lebensqualitätsjahren. Es geht vielmehr um Schadensbegrenzung. Ein permanenter Lockdown ist nicht möglich, er würde uns allen die Lebensgrundlagen entziehen. Wir müssen also zu einem neuen Normalzustand gelangen und dabei möglichst wenige Opfer verursachen.

Was macht man, wenn die Fälle doch wieder zunehmen?
Man muss sich fragen, wie viele Neuansteckungen man in Kauf nehmen will, ehe man lokal wieder strengere Massnahmen erlässt. Deutschland hat eine Obergrenze bei 50 Neuinfektionen in einer Woche pro 100 000 Einwohnern festgelegt. Auch in der Schweiz muss man ein solches Limit bestimmen.

Wie legt man diese Obergrenze fest?
Man muss abschätzen und ausprobieren. Das ist unvermeidlich auch ein bisschen willkürlich. Die Zahl muss einerseits so ausgelegt sein, dass alle, welche die Krankheit bekommen, optimal behandelt werden können. Und andererseits ist es das Ziel, lokale Neuausbrüche noch gut eindämmen zu können. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jörg Wirz 18.05.2020 10:50
    Highlight Highlight Wieso wird zu diesem Thema ein Molekularbiologe interviewt ? Ist doch klar, dass er eine Beurteilung abgibt, die von seinem Beruf geprägt ist.

    Mich würde vielmehr interessieren, wieso sehr viele Menschen aus der Risikogruppe bei der Ansteckung mit Covid 19 praktisch keine Symptome zeigen.

    Wieso steckt deren Immunsystem das Virus locker weg auch ohne die vielgepriesene alles rettende Impfung, die noch lange auf sich warten lässt?

    Wieso wird das nicht thematisiert?

    Wenn das klar wäre, dann könnten sich die meisten anders schützen und nur eine spezifische Gruppe müsste z.B. geimpft werden...
  • elco 17.05.2020 21:42
    Highlight Highlight @Franco, Quelle, vielleicht mal die Artikel lesen bevor du in die Tasten haust? Sagen wir so: Ein Corona-Toter ist 30 mal mehr wert als ein Hungertoter. Kannst du das so unterschreiben?
  • cdrom 17.05.2020 20:46
    Highlight Highlight SARS Viren werden viel zu häufig mutiert. Es wird nie einen Impfstoff geben. Es sie denn er wird nicht seriös getestet.
    Also ich würde mich nie damit impfen lassen. Bei der Grippe ist es ja auch so dass sie einen Impfstoff auf gut Glück entwickeln.
    Ich bin übrigen kein Impfgegner. Es gibt durchaus Impfungen die Sinnvoll sind.
    • Pezzotta 18.05.2020 10:49
      Highlight Highlight Ein Impfstoff gegen Grippe wird nicht auf Gutglück entwickelt, man analysiert die in den « Herkunftsgebieten vorhandenen Viren und entscheidet sich für die, die am wahrscheinlichsten zu uns kommen. Diese werden dann in einem Impfstoff zusammengefasst. Natürlich wird man nicht immer 100% Treffer haben, aber 60% ist ja auch gut.
  • Arneis 17.05.2020 15:44
    Highlight Highlight Gutes Interview!

    Jetzt das reele Kontrastprogramm:"We have the best vaccine, no one else has the vaccine, america first, america first".

  • what_else? 17.05.2020 15:18
    Highlight Highlight Ethisch gesehen gute Aussagen. Aber dass contact tracing verwendet werden kann, um Probanden für eine Impfstudie anzufragen, scheint unrealistisch. Eine Imfpung braucht im bestem Falle (bei nur einem Impfzyklus) wohl mindestens 2-3 Wochen bis eine Imunität aufgebaut ist (also länger als im Tracing die Expostionsphase ist).
  • Karl33 17.05.2020 13:23
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man auch mal wieder andere Menschen zu Ort kommen lassen als Experten im Elfenbeinturm (übrigens: welcher der in den letzten Monaten propagierten Experten musste je Kurzarbeit mit Lohneinbussen in Kauf nehmen?). Experten können zwar zu einem begrenzten Gebiet ihre Sichtweise sagen. Aber abwägen und gegenüberstellen (die Gesamtsicht) müssen die Politik und die mündigen Bürger.

    https://www.cicero.de/innenpolitik/corona-verordnungskultur-lockerungen-blockwart-soziales-koma
    • MartinZH 17.05.2020 17:38
      Highlight Highlight Dir ist schon bewusst, aus welchem Loch Cicero ideologisch pfeift? ... 🤔

      In der Fachzeitschrift Journalist beschrieb Catalina Schröder 2017 ihren Eindruck, im Cicero werde „AfD-Gedankengut so elegant verpackt, dass es beim ersten Hinhören gutbürgerlich klingt“ (Catalina Schröder 2017: Welterklärer mit Rechtsdrall. In: Journalist, Nr. 4/17, S. 54).

      Viel Spass bei der Cicero-Lektüre! 😂 Und danach vielleicht noch die Ken-FM-Huldigungen in der Weltwoche? 🤔

      Ich finde es ja grundsätzlich positiv, wenn man sich medial breit informiert. – Aber danach deren Positionen vertreten und empfehlen? 🤔
    • cdrom 17.05.2020 20:59
      Highlight Highlight @MartinZH

      Ich informiere mich auch beidseitig.
      Ich kann jedem empfehlen. Es erinnert mich an "Matrix". 🤣
    • Uranos 17.05.2020 22:33
      Highlight Highlight aha, ein Bioethiker hat keine Ahnung von der Gesamtsicht. Aber jeder x-beliebige Wähler schon.
  • MartinZH 17.05.2020 11:49
    Highlight Highlight Der Biothiker geht davon aus, dass immune Menschen wichtige Aufgaben übernehmen könnten. Dumm ist eben nur, dass die Mediziner, Virologen, etc. bis dato noch nicht wissen, ob man sich nicht immer wieder anstecken kann, wenn es beim Virus zu geringfügigen Mutstionen kommt. Zudem ist auch noch nicht klar, ob die Krankheitsverläufe nachher nicht gravierender oder weniger drastisch sind.

    Man sollte keine solchen schwerwiegenden Entscheide fällen (und auch noch Immunitäts-Zertifikate, z.B. für Reisen oder für Gesundheitspersonal ausstellen), so lange die Grundvoraussetzungen derart ungewiss sind.
    • MartinZH 17.05.2020 14:18
      Highlight Highlight PS: Hätte ich gewusst, dass es über 3 Stunden geht, bis der Beitrag aufgeschaltet wird, hätte ich mir ja noch etwas Zeit fürs Korrekturlesen nehmen können, damit Bioethiker und Mutationen richtig geschrieben wären... 🙄✌😉
    • cdrom 17.05.2020 20:54
      Highlight Highlight @MartinZH
      War schon 2005 bekannt. Und es wurden nie so ein Theater veranstaltet.

      Zu Coronaviren:

      "Reinfektionen scheinen häufig zu sein; dies mag
      daran liegen, dass Antikörper-Titer nach
      Infektion mit Coronaviren relativ schnell
      wieder abfallen (4). Darüber hinaus existieren
      viele Stämme, die sich in ihrer Antigenität
      deutlich unterscheiden. Diese Tatsache erschwert ganz erheblich die Entwicklung
      einer Impfung."
      https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedici/2005/23/Der-Virusschnupfen.pdf
    • MartinZH 17.05.2020 22:59
      Highlight Highlight @cdrom: Sorry, nach "Theater veranstaltet", habe ich nicht mehr weiter gelesen... 😩

      Übrigens: Die ersten Coronaviren wurden bereits Mitte der 1960er Jahre beschrieben.

      Faktencheck zu Coronavirusmythen: Von Chlordioxid, Vertuschung und Zwiebeln
      https://www.n-tv.de/wissen/Von-Chlordioxid-Vertuschung-und-Zwiebeln-article21650758.html
  • NathanBiel 17.05.2020 11:20
    Highlight Highlight Jedes Menschenleben hat unendlich Wert. Genau die Einstellung führt dazu, dass alles auf dieser Welt dem Wohlbefinden der Menschen untergeordnet wird.
    • MartinZH 17.05.2020 14:24
      Highlight Highlight Ich bin eigentlich ganz froh, dass ein Menschenleben heutzutage einen derart hohen Stellenwert hat – und wir nicht wie in Zeiten des Altertums oder des Mittelalters leben müssen. Leute, die es gerne anders hätten, als wie es jetzt ist, finde ich äusserst suspekt.
    • Big_Berny 17.05.2020 15:17
      Highlight Highlight Was sollte denn deiner Meinung nach übergeordnet sein?
    • MartinZH 17.05.2020 15:34
      Highlight Highlight Ach, was komme ich mit Mittelalter...

      Vor 75 Jahren ging der 2. Weltkrieg zu Ende. Wir wissen alle, wie viele Millionen Menschen in den KZ getötet wurden.

      Falls "der Planet" gemeint ist [?], dann stellt sich immer die Frage, ob die Welt für uns da ist, oder ob wir für die Erde da sind...

      Ich glaube kaum, dass man die Position vertreten kann, dass wir für den Planeten da sind. 😉

      Also ist es nicht zweckmässig, darüber zu philosophieren, "ob sich alles auf dieser Welt dem Wohlbefinden der Menschen unterordnen soll".

      Die Natur macht, was sie will. Menschen leben mit ethischen Wertmassstäben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eiswalzer 17.05.2020 11:01
    Highlight Highlight Sooo... Diejenigen, welche den Shutdown unbegrenzt verlängern wollten oder bei Ansteigen der Fälle bis zum Impfstoff neue Shutdowns fordern, sollten hier GANZ GENAU lesen! Dann könnte einigen ein Licht aufgehen, WARUM das nicht ethisch überlegen ist
    • MartinZH 17.05.2020 11:59
      Highlight Highlight @Eiswalzer: In der momentanen Situation mit den aktuellen Neuansteckungen fordert in Deutschland oder in der Schweiz niemand "Shutdowns" für das gesamte Land...

      Man ist bereits weiter..! Es geht nun darum, dass neuauftretende Hotspots mit konsequenten Quarantäne-Massnahmen belegt werden, wie das zum Beispiel mit den Fleisch-Betrieben und den Unterkünften der Fleisch-Arbeiter in Deutschland geschehen ist. Es ist wichtig, dass grossflächig getestet wird, um Neuangesteckte umgehend isolieren zu können.

      Die Situation in der basler Steinenvorstadt bietet keinen Anlass, gross optimistisch zu sein.
    • K1aerer 17.05.2020 12:23
      Highlight Highlight Das sind auch einfach diejenigen (nicht alle!), die auch zum Teil obrigkeitsgläubig sind. Der Lockdown war nötig, aber ewig lange können wird das auch nicht aufrechthalten, auch wenn gewisse Leute zuhause sitzen, cool fanden.
    • Eiswalzer 17.05.2020 14:18
      Highlight Highlight K1aerer: Richtig
      MartinZH: Also vor 2-3 Wochen klang das bei einigen hier noch GANZ ANDERS... Dass wir beide gar nicht so weit auseinanderliegen, haben wir ja bei einer anderen Diskussion schon gemerkt😉
      Ich muss es hier halt noch einmal betonen: In meinem Bekanntenkreis fordern einige weitere Shutdowns bei Welle 2 und sie wollten auch den jetzigen bis mindestens zum Juli... Allesamt Lehrer, medizinisches Personal, Staatsangestellte etc: Da kommt der Lohn halt sowieso...
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 17.05.2020 10:41
    Highlight Highlight Deutschland hat eine Obergrenze bei 50 Neuinfektionen in einer Woche pro 100 000 Einwohnern festgelegt.

    Dies wären dann für Deutschland knapp 6'000 Neuinfektionen pro Tag.

    Scheint mir eine sehr hohe Zahl.

    Dies ergäbe für die Schweiz 600 Infektionen pro Tag, also ca 50% der Spitzentage im März-April.
    Oder das 10-15-fache von den Zahlen in den letzten Tagen.
    • dmark 17.05.2020 11:36
      Highlight Highlight Langsam Franco...
      In D wird das auf einzelne Landkreise bezogen und dann "vor Ort" entsprechend gehandelt. Landkreise sind eine weitere Unterteilung der Bundesländer.
      D.h. wenn in einer Region (eben Landkreis, Stadtkreis...) >50 Neuinfektionen per 100K hinzu kommen, dann wird nur diese Region "dicht" gemacht.
      Der Rest von D bleibt davon ausgenommen.
    • Raber 17.05.2020 11:36
      Highlight Highlight Könnte schon realistisch sein für die CH. Wir hatten auch schon Zahlen über 1000 Erkrankten pro Tag und das Gesundheitssystem ist dabei nicht überlastet worden. Vielleicht müssen sich die Spitäler halt auch aushelfen,wenn eins an die Kapazitätsgrenze kommt. Das wäre in Zukunft auch schön,wenn es Europäisch so laufen würde. Denn die überlasteten Regionen,wurden schon mehrheitlich sich selber überlassen. Da wäre mehr möglich gewesen. Die Meisten haben halt auch zugewartet und mal gehofft,dass bei ihnen nicht viel passiert.
    • lilie 17.05.2020 12:13
      Highlight Highlight @FrancoL: Wie hast du gerechnet? DE hat 83 Mill. EW. Bei 50/100'000 sind das 41'500 positive Tests pro Tag!

      Für die Schweiz wären das über 4000 pro Tag! Da kann etwas nicht stimmen. 🤔

      @Raber: Wir können nicht dauerhaft Zusatzkapazitäten erhalten, die während der Spitzenzeiten geschaffen würden. Zudem wurden nicht notwendige Eingriffe verschoben, auch das kann kein Dauerzustand sein.

      Zudem ist das Contact Tracing nicht mehr möglich mit zu vielen Fällen. Mit 1000 neuen Fällen pro Tag sitzen auch noch etwa 50'000 Leute ständig in Quarantäne, das geht nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kant 17.05.2020 10:32
    Highlight Highlight Es ist für mich absolut klar, dass es ein Impfobligatorium geben muss. Ausnahmen sollten nur in begründeten medizinischen Fällen möglich sein. Dasselbe gilt auch für Masern und Polio- irgendwann wird vielleicht auch Polio wieder auf den Tisch kommen, solange es nicht ausgerottet ist. Die Impfung ist ein sicherer Weg für die Stärkung des Immunsystems.
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    • MartinZH 17.05.2020 15:02
      Highlight Highlight Gemäss dem geltenden Schweizer Epidemiengesetz (EpG) (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20071012/index.html ) könnte der Bundesrat "Obligatorische Impfungen" anordnen.

      Ich bin sicher, dass das im BAG sowie im BR bereits diskutiert wird... 😉

      Hoffentlich!

      Betrachtet man das Verhalten der Leute (keine Maske in ÖV, Ausgangsmeile in Basel, Situationen beim Einkaufen, etc.), ist eine zweite Welle vorprogrammiert.

      So wäre es zweckmässig und sinnvoll, wenn im Herbst alle CH-er eine Grippe-Impfung machen müssten, um die Spital-Kapazitäten nicht mit Grippe-Patienten zu belasten.
    • Kant 17.05.2020 18:01
      Highlight Highlight Ja, ist es. Dass es noch nicht ausgerottet wurde, liegt teilweise daran, dass Impfprogramme in den Drittweltländern wie Pakistan und Afghanistan von Geheimdiensten ausgenutzt wurde. Quelle: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(14)60900-4/fulltext und dass es Polio noch gibt: https://www.who.int/news-room/q-a-detail/does-polio-still-exist-is-it-curable
    • Grötzu 17.05.2020 18:06
      Highlight Highlight Einverstanden. Auch eine Zwangssterilisation nach Zeugung von 2 Kinder müsste man ins Auge fassen. Oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 17.05.2020 10:02
    Highlight Highlight Es gibt kaum eine impffeindlichere Bevölkerungsgruppe als das Gesundheitspersonal. Nicht die Ärzte, aber Pflegerinnen. Viele davon Mütter, die sich vehement, oft noch gegen die Väter, weigern sich oder ihre Kinder impfen zu lassen.

    Wenn ich mich recht erinnere sind etwa 60-70% der Pflegerinnen in der Deutschschweiz impffeindlich. In der Romandie und im Tessin etwas weniger.
  • Jagr 17.05.2020 09:47
    Highlight Highlight Bei solchen Aussagen dieses Ethikers läufts mir eiskalt den Rücken runter. Ich hoffe, dieser Mann ist einfach nur ein Träumer.

    Ich befürworte der vernünftig, liberale, schwedische Weg.
    • MartinZH 17.05.2020 15:49
      Highlight Highlight Deinem Profilbild nach zu urteilen, solltest Du eigentlich schon längst das Zeitliche gesegnet haben... 😂

      Im Ernst: Den schwedischen Weg als "vernünftig" zu bezeichnen, erachte ich als eher unvernünftig.

      Schweden mag in gewissen Bereichen "liberal" sein, der Staat ist es aber definitiv nicht.

      Wenn es Dir beim Lesen einer Position eines Ethikers kalt den Rücken runter läuft, dann frage ich mich, ob Du es ethisch vertretbar findest, dass in schwedischen Altersheimen und Pflegeeinrichtungen die Menschen überdurchschnittlich erkranken und reihenweise wegsterben?

      Dann die Oma doch lieber hier?
    • Mutzli 17.05.2020 16:07
      Highlight Highlight @Jagr

      Liberal mag der "schwedische Weg" sein, aber bis jetzt ist dessen Leistungsausweis eher schwach.
      Viel mehr Tote als alle umliegenden Länder, auch massiv höhere Todesrate in Relation zu Bevölkerung als z.B. wir in der Schweiz, während die Wirtschaft ebenfalls arg angeschlagen ist:
      Schwedische Riksbank: Rückgang des BIP 2020 von min. -6.9% bis -9.7%, mit 10.4% Arbeitslosen selbst 2021. Q: https://bit.ly/362bOJB

      Seco: Rückgang des BIP um -6.7% und ca. 3.9% Arbeitslosen.

      Na ja. Die Notlage ist noch lange nicht vorüber, aber bis jetzt finde ichs nicht wahnsinnig überzeugend.
    • Jagr 17.05.2020 16:52
      Highlight Highlight Schön verpackt mit Ethikerschleichen rundrum steht der Mann für:

      -Überwachung der Bevölkerung
      -Willkür bei staatlichen Massnahmen
      -Impfobligatorium

      Würde ich teilweise und nur bei einer wirklichen Bedrohung für die Bevölkerung (z.B. Ebola) als temporär vertretbar und ethisch erachten.






    Weitere Antworten anzeigen
  • Phrosch 17.05.2020 09:38
    Highlight Highlight Vielen Dank für dieses sehr interessante Interview. Es zeigt gut verständlich, welche Aspekte in unsere Überlegungen einbezogen werden müssen.
  • homo sapiens melior 17.05.2020 09:33
    Highlight Highlight ...
    Benutzer Bild
    • Grötzu 17.05.2020 17:43
      Highlight Highlight Doch Leichenwagen
  • SBP 17.05.2020 09:24
    Highlight Highlight „...jedes einzelne Menschenleben einen unendlichen Wert hat.“ Genau, wie z.B. die letzten Jahrhunderte in Afrika. Wir sollten aufhören damit, uns als unbezahlbare Gottheiten zu betrachten. Menschenleben hatten immer einPreisschild und das wird auch so bleiben. Und auch wenn es zur Zeit Volkssport ist, sich über VTs lächerlich zu machen, so muss man eines festhalten: Jahrelang sind Menschen verhungert, wurden in Fabriken und Mienen gehalten wie Tiere usw und nun auf einmal soll ein Menschenleben unendlich viel wert sein?
    • Varanasi 17.05.2020 16:42
      Highlight Highlight Das es immer so war, heisst ja nicht, das man es nicht mal endlich ändern kann.

      Ok, ich bin wohl zu idealistisch...
    • cdrom 17.05.2020 21:25
      Highlight Highlight @SBP
      Tabak
      Alkohol
      zuviel Zucker
      zu viel Fett
      Massentierhaltung
      Spritzmittel (Sperma ausgenommen)
      Konservierungstoffe
      ...
      ...

      Bei dem Zeugs muss sich auch jeder selbst schützen. Und wenn er es nicht tut dann hilft
      Big Pharma.


    • Mrum 18.05.2020 10:38
      Highlight Highlight Danke.
      Dass ein Menschenleben unendlichen Wert hat, mag aus philosophischer Sicht stimmen, ist aber nicht praktikabel. Es würde bedeuten, dass man unendlich viel Aufwand einsetzen müsste, um ein Menschenleben zu retten.
      Warum aber haben wir nicht Ende Januar einen kompletten lockdown mit Ausgangssperre für 10 Monate verordnet? Warum gibt es Fussgängerstreifen und nicht nur Unterführungen? Warum gibt es Bergstrassen ohne Leitplanken?
      Der Schutz von Menschenleben hat zwangsläufig ein Preisschild, über dessen Höhe eine Gesellschaft zu verhandeln hat.
  • Peter R. 17.05.2020 08:54
    Highlight Highlight Dieses Virus wird zur Folge haben, dass einzelne Personen oder Gruppen diskriminiert werden ohne Zweifel. Diese Gefahr besteht - hat sich doch schon jetzt gezeigt, dass gewisse Bevölkerungsgruppen (ü65) blockiert wurden (Bleiben sie zu Hause, im Tessin durften ü65jährige nicht mehr einkaufen und allgemein haben viele die Meinung, dass die ganzen Massnahmen ja nur wegen den "Alten" gemacht werde).
    • Irene Adler 17.05.2020 09:22
      Highlight Highlight Und das wäre ganz neu, dass jemand in der Schweiz diskriminiert wird.
  • Alice36 17.05.2020 08:52
    Highlight Highlight Tolle Theorie aber wenn es dann mal soweit sein sollte werden Macht und Geld entscheiden wer geimpft wird.

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