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Naturhistorisches Museum findet seltenen ausgestopften Vogel

Goldhähnchentyrann ausgestopft naturhistorisches museum
Ein ausgestopfter Goldhähnchentyrann.Bild: baerntoday.ch

Naturhistorisches Museum findet seltenen ausgestopften Vogel

20.08.2024, 10:4120.08.2024, 10:42

Im Naturhistorischen Museum Bern ist ein ausgestopftes Exemplar eines verschollenen Regenwald-Vogels aufgetaucht. Es gebe kaum Präparate dieser Vogelart, teilte die Akademie der Naturwissenschaften am Dienstag mit. Man wisse daher wenig über sie.

«Ein Goldhähnchentyrann in unserer Sammlung – das haben wir nicht erwartet», wurde Manuel Schweizer, Kurator Ornithologie des Museums, in der Mitteilung zitiert. Mitarbeitende des Museums entdeckten den ausgestopften Vogel bei einer Überprüfung digital archivierter Objekte.

Der Goldhähnchentyrann galt zwischen 1890 und 1996 als verschollen. 1996 haben zwei brasilianische Ornithologen ein Exemplar davon beobachtet. Seither gab es keine bestätigten Sichtungen mehr. Bekannt war der Vogel deshalb lange nur durch Museumsexemplare.

Schlecht dokumentierte Sammlung

Diese liefern laut Schweizer aber nur bedingt Informationen. «Die meisten Belege sind schlecht dokumentiert, sodass keine Rückschlüsse möglich sind, wo die Art vorkommen könnte», sagte Schweizer. «Das gilt auch für unser Exemplar. Wir konnten als einziges mithilfe alter Kataloge herausfinden, dass es in den späten 1870er Jahre in unsere Sammlung aufgenommen worden war.»

Das Beispiel zeige, wie wichtig es sei, dass es Standards für die Dokumentation und Aufarbeitung von Sammlungsgegenständen gebe und die Informationen in öffentlichen Datenbanken, Forscherinnen und Forschern auf der ganzen Welt zugänglich gemacht würden.

Angestachelt vom unerwarteten Fund hat Schweizer dann auch zusammen mit Forschern aus Brasilien und England ein Inventar aller weltweiten Museumsbelege der Vogelart erstellt. Über 100 Präparate konnten die Wissenschaftler aufspüren. Zuvor wurde geschätzt, dass es rund 50 Museumsexemplare gibt. (sda)

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O Tannen­baum
Häufig unsichtbar, aber doch voller Geschichte: Die Weihnachtsbaumständer zeigen, wie sich aus einer praktischen Notwendigkeit ein kleines Feld der Innovation entwickelte – vom hölzernen Kreuz über die Gusseisenständer bis zur Ein-Seil-Technik.
Die Tradition, im Winter einen immergrünen Baum oder Zweige davon ins Haus zu holen, bestand bereits im vorchristlichen Europa. Als Weihnachtssymbol hat der Baum seinen Ursprung jedoch in einer mittelalterlichen Tradition: Der 24. Dezember ist im liturgischen Kalender der Gedenktag von Adam und Eva. Zu diesem Anlass wurde in den westdeutschen Gebieten die Vertreibung aus dem Paradies nachgespielt.
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