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Rekordzahl an Kranichen zieht derzeit über die Schweiz

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Dass Kraniche in so grosser Zahl die Schweiz überfliegen, ist ein neueres Phänomen (Symbolbild).

Rekordzahl an Kranichen zieht derzeit über die Schweiz

Über der Schweiz ziehen derzeit so viele Kraniche wie noch nie in einem Frühling. In den letzten Tagen wurden Gruppen von über 500 Vögeln gesichtet.
03.03.2026, 12:4903.03.2026, 12:49

Das habe es in diesem Ausmass noch nie gegeben, sagte Livio Rey, Sprecher der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Auch am heutigen Tag wurden laut der Beobachtungsplattform ornitho.ch bereits Gruppen von 150 Vögeln registriert.

Grössere Gruppen wurden bisher nur im Herbst beobachtet. Grundsätzlich werden im Herbst mehr Kraniche über der Schweiz gesichtet als im Frühling. Dies liegt laut Rey zum einen daran, dass die Population nach der Brutzeit grösser ist.

Zum anderen wählen die Vögel im Herbst vermehrt eine Zugroute durch die Schweiz. Schuld daran sei die Geografie, erklärte Rey. Das Mittelland wirke wie ein Trichter. Ihre Route im Herbst führe die Vögel in den breiteren Teil dieses Trichters. Beim Rückflug im Frühling träfen sie hingegen auf das engere Ende und umflögen die Schweiz daher tendenziell eher.

Schweiz wird zum Transitland

Dass Kraniche in so grosser Zahl die Schweiz überfliegen, ist ein neueres Phänomen. Bis vor wenigen Jahren war der Kranich hierzulande nur ein seltener Gast. Die Schweiz liegt nicht auf den traditionellen Hauptzugrouten der Vögel, die von Skandinavien und Nordosteuropa nach Spanien oder von Finnland über Italien nach Nordafrika führen.

Eine entscheidende Veränderung ereignete sich laut der Vogelwarte ab dem Jahr 2011. Damals änderte ein Teil der Kraniche ihre Route. Statt von Ungarn über Italien nach Nordafrika zu fliegen, wählten die Vögel einen neuen Weg über die südfranzösische Camargue nach Spanien.

Auslöser für diesen Routenwechsel waren laut Rey vermutlich starke Ostwinde, welche die Vögel westwärts «verblasen» haben. Da Kraniche ihre Zugrouten nicht genetisch vererbt bekommen, sondern von erfahrenen Tieren lernen, hat sich dieser neue Weg etabliert.

Zu den vermehrten Sichtungen trägt auch bei, dass die Zahl der Kraniche durch Schutzmassnahmen in Europa insgesamt zunimmt. (sda)

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