Schweiz
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Ein Schild mit Verhaltensregeln fuer den Oeffentlichen Verkehr, fotografiert auf der Strecke Zuerich Bern am 8. Juni 2020. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Dann lieber mit dem Zug: Einen Unfall mit dem privaten Fahrzeug müssten Rekruten selber bezahlen. Bild: KEYSTONE

Warum die Rekruten im Home-Office nicht mit dem privaten Auto fahren dürfen

40 Prozent der Rekruten starten die RS im Home-Office. Dabei unterstehen sie dem Militärstrafgesetz. Dass sie unter der Woche das private Fahrzeug nicht benutzen dürfen, könnte viele vor Probleme stellen.



Am 18. Januar beginnt für 12'000 junge Männer und Frauen hierzulande die Rekrutenschule. 40 Prozent davon bereiten sich zuhause, im «Distance Learning», auf ihren Dienst vor.

Erst nach drei Wochen, Anfangs Februar, rücken sie in die Kasernen ein. Trotz des Home-Office unterstehen sie während der Dienstzeit dem Militärstrafgesetz. Dieses sieht etwa vor, dass Rekruten nicht mit dem privaten Auto fahren oder für jemand anderen als die Armee arbeiten dürfen.

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Diese Brief-Passage informiert die Rekruten über das Gesetz, das neu für sie gilt. Bild: zvg

Kontrolle ist schwierig

Neben dem Privat-Auto-Verbot dürfen Rekruten auch nicht arbeiten – ausser für die Armee –, da sie gemäss Erwerbsersatzordnung (EO) entschädigt werden. Wer also neben den Sportübungen ein paar Aufträge für den Chef erledigt, macht sich grundsätzlich strafbar.

«Was man in der Home-Office-Rekrutenschule darf und was nicht, richtet sich nach den Anweisungen der Armee» sagt Georg Fritz, Mediensprecher von der Militärjustiz. «Die Militärjustiz kommt erst zum Zug, wenn gegen diese Anweisungen verstossen wird».

«Wir sind kein Polizeistaat»

Bei der Armee sagt Mediensprecher Daniel Reist: «Wir sind kein Polizeistaat. Wir kontrollieren die Rekruten nicht.» Einen Besuch der Militärpolizei müsse man nicht befürchten. «Die Militärpolizei braucht zum Betreten einer Liegenschaft im Rahmen eines Strafverfahrens einen Durchsuchungsbefehl von einem Untersuchungsrichter», sagt Georg Fritz, Mediensprecher der Militärjustiz.

Im Militärstrafgesetz und dem Dienstreglement gehe es primär darum, wie die Angehörigen der Armee bei Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen werden können, sagt Armeesprecher Reist. Gerade beim Autofahren sei das vorallem eine versicherungs-technische Frage. «Wenn etwa ein Rekrut mit dem privaten Auto einen Unfall baut, dann wird die Militärversicherung Regress nehmen und im schlimmsten Fall nicht bezahlen», so Reist. Ausserdem kann eine Geldstrafe wegen vorsätzlichem Verstoss einer Regel oder Dienstvorschrift folgen.

Da die Rekruten im Home-Office am 7. Februar einrücken müssen, beschränkt sich diese Phase zuhause ohnehin auf eine kurze Zeit. Danach wird ihnen in den Kasernen genauer auf die Finger geschaut.

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So wird der Imfpstoff bei der Armee gelagert.

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